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Dienstag, 19. November 2019

VW-MAN G90 - Beim Fahrzeugbauer

Wir stöbern durch viele Blogs, YouTube Videos, Internetseiten und auch das Buch von Ulrich Dolde liefert wertvolle Tipps. Doch durch einen Zufall werden wir von einen ortsansässigen Fahrzeugbauer, bei dem wir die hinteren Kotflügel bezogen haben, auf einen möglichen Fahrzeugbauer ganz in der Nähe aufmerksam gemacht.

Das wäre natürlich etwas, wenn es einen Fahrzeugbauer bei uns in der Nähe gibt, der unsere Vorstellungen realisieren kann. Die Bilder auf der Webseite zeigen auch ein paar Reise LKW und wir sind schon ganz gespannt. Also machen wir einen Termin bei GLORIA Fahrzeugbau Bierewirtz in Grevenbroich mit Herrn Gottschaldt.

Wir schildern ihm unserer Ideen Anhand von mitgebrachten Plänen, Fotos und Aufzeichnungen und er verspricht uns, sich ein paar Gedanken zum Zwischenrahmen und benötigten Umbauten zu machen. Es dauert auch gar mich lange und wir treffen uns zum zweiten Mal. Herr Gottschaldt kann sich gut vorstellen, unser Projekt durchzuführen und die Chemie als auch das Können vor Ort scheinen zu stimmen. Was für ein Glücksfall!

Durch den Rückbau der Feuerwehraufbauten von Ziegler hatten wir ja schon gesehen, dass das VTG eine neue Aufhängung benötigt und das evt. ein weiterer Rahmen der Pumpen-Antriebswelle im Wege sein könnte. Das konnte alles von GLORIA berücksichtig werden. Also wurden folgende Dinge konzipiert und in Angriff genommen (einiges hat sich im Laufe des Projekts herauskristallisiert):


  • Zwischenrahmen für einen Kofferaufbau mit Reserveradträger und Schwenkkran
  • Kabinentreppe umbauen und in den Zwischenrahmen integrieren
  • VTG an einer neuen Traverse aufhängen
  • größerer Dieseltank mit Vorfilter und Wasserabscheider
  • Durchgang zur Fahrerkabine
  • Luftfilteransaugung versetzen
  • Angebot für einen GFK Kofferaufbau



VW-MAN G90 - Unser Konzept

Auf der Adventure Northside haben wir Brigitte und Peter von www.donnerlaster.de kennengelernt, die mit ihrem G90 gerade aus Russland zurück waren. Wir haben uns lange mit den beiden unterhalten dürfen und auch ihren G90 von außen und innen inspiziert und wertvolle Tipps erhalten, die wir beim Aufbau von unserem G90 berücksichtigen wollten:

- möglichst kurzen Aufbau und wenig Überhang
- möglichst gleich große Fenster, damit im Schadenfall unterwegs die Fenster untereinander getauscht werden können (zu blöd, wenn Küchen- oder Eßtischfenster kaputt gehen und Mann/Frau gegen ein Brett schaut)
- größere Räder mit Baustellenprofil und einer weltweit verfügbaren Reifengröße
- praktikable Innenaufteilung

Mit unseren eigenen Reiseerfahrungen und vielen Tipps im Gepäck haben wir uns an die Planung gemacht und grob die Idee von einem Aufbau mit dem Abmessungen 3,60 m Länge, 2,10 m Breite und 2,00 m Höhe skizziert.

Zu Hause haben wir den eigenen Esstisch, die Stühle, das WC und Zollstöcke für eine potentielle Bemaßung genutzt und auch mittels Zollstöcken einen Fensterrahmen an die Wand gehalten, um auf ein gescheites Maß zu kommen. Für den Durchstieg sind wir unter Stühlen und Balken hindurch gekrabbelt um auch dort ein komfortables Maß zu finden.

Mit dem Buch "Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren" von Ulrich Dolde und dessen Excel basierendem Planungstool ist dann ein Grundriss heraus gekommen, der immer weiter verfeinert wurde.




Unser Konzept:


  • Um den Aufbau möglichst kurz zu halten haben wir uns für den Bau eines Auszieh-Lattenrostes entschieden. Tagsüber ist die Liegefläche bei 80 cm x 210 cm, Nachts ziehen wir einen zweiten Lattenrost aus und die Liegefläche ist dann 145 cm x 210 cm. Die beiden Matratzen liegen tagsüber übereinander und werden mit einem Gurt fixiert.
    - Somit fahren wir keine nicht benötigte Aufbaulänge von 4,20 m durch die Gegend.
    - Wichtig war uns weiterhin, dass wir bei ausgezogenem Lattenrost weiterhin Tisch und eine Sitzbank nutzen können.
  • Fenster wollen wir nicht im Kopf- und Fußbereich vom Bett haben, um sich mal mit einem Kissen bequem an die Wand anlehnen zu können. Deshalb planen wir mit einem Fenster im Heck.
  • Als geeignete Fenster haben wir uns auf die Seitz S4 geeinigt. Kosten und Gewicht sprechen dafür. Mit einer Größe von 1.000 x 550 mm kommen wir sehr gut zurecht und können bei Bedarf auch auf Echtglasscheiben wechseln.
  • Als bequeme Sitzbankgröße haben wir uns für 60 x 90 cm entschieden.
  • Der Platz für die Füße zwischen den Sitzbänken ist ebenfalls 60 x 90 cm groß und bestimmt damit auch das Maß vom Tisch.
  • Der Esstisch soll mittig vor einem Fenster stehen und die Unterkante ist 75 cm hoch ab Oberkante Fußpodest. Die vorderen Ecken werden abgeschrägt, um das Potential von blauen Flecken zu reduzieren.
  • Eine Schublade unter dem Fußpodest soll schwere Lebensmittel aufnehmen.
  • Unter den Sitzbänken werden Batterien, Elektrik und Heizung verbaut.
  • Ein deckenhoher Schrank erlaubt das Aufhängen von Kleidungsstücken. 4 weitere Fächer sind "hängend" verbaut, so dass das unterste Fach über die komplette Breite geht.
  • Die Gangbreite zwischen Küche und Sitzfläche beträgt 65 cm, damit 2 Personen bequem aneinander vorbei können.
  • Der 40 cm breite Schrank zwischen Sitzbank und Bett hat sich dann so ergeben. Wir verbauen dort 3 ausziehbare Drahtkörbe für leichtere Lebensmittel.
  • Der Aufbau soll gasfrei sein und deshalb ist der Spirituskocher ORIGO 4100, genannt "Clemens", unsere erste Wahl.
  • Ein weiteres Fenster soll ebenfalls zentral im Küchenbereich montiert sein, ohne dass es dem augezogenen Lattenrost in die Quere kommt.
  • Zwischen Spüle und Kocher wird ein Wasserhahn in die Arbeitsplatte eingebaut. Das ist stabiler als in dem dünnen Alu der Spülen.
  • Unter dem Kocher befinden sich 3 Schubladen auf der einen Seite, auf der anderen Seite der Kompressorkühlschrank und eine weitere Schublade.
  • Unter der Spüle werden Wasserkanister, -filterung und Pumpe installiert. Der Bereich ist durch zwei Türen von innen zugänglich.
  • Auf Fahrer- und Beifahrerseite wollen wir 30 x 30 cm Stauraumfächer mit Klappen über die verfügbare Länge von 2,40 m und 3,0 m anbringen.
  • Der Stauraum unter dem Bett ist sowohl von innen als auch über die beiden gleich großen Stauraumklappen zugänglich; ebenso wie ein Teil von 40 cm Schrank auf der Fahrerseite und der Bereich unter der Spüle auf der Beifahrerseite zwecks Wasserversorgung.
  • Im Bad, welches auch als Durchgangsschleuse fungiert, gibt es keine Dusche. Wir verbauen eine Trocken-Trenn-Toilette, auch um an Wasservorrat zu sparen. Ein hochklappbares Rundwaschbecken, ein kleines Regal und ein Schränkchen sollen den Bereich komplettieren.
  • Mit einer Innenbreite von 70 cm kommen wir gut zurecht.
  • 2 GEBO Dachluken sollen viel Tageslicht herein lassen und eine gute Durchlüftung unterstützen. Die Produkte aus dem Yachtbereich sind schön flach.
  • Zwischen den Dachluken bleibt dann genug Platz um 2 Solarpanele mit jeweils 350 Wp zu installieren.
  • Eine Markise soll ihren Platz unterhalb vom Küchenfenster zwischen Heck und Eingangstür finden.

Soweit der Plan, der die Abmessungen der Kabine bestimmt. Doch vorher gibt es noch ganz andere Themen mit einem Fahrzeugbauer zu besprechen.

Montag, 6. Mai 2019

Der G90 wird abgerüstet

Hoffentlich treibt es den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Edemissen nicht die Tränen in die Augen, wenn sie zufälligerweise die Verwandlung von ihrem ehemaligen TLF 8/18 mitverfolgen.

Wir möchten uns an dieser Stelle aber bei Euch für die vortreffliche Pflege des Fahrzeugs bedanken und planen noch viele Jahre zusammen mit ihm zu reisen. Bleibt am Ball!

Was haben wir also in welcher Reihenfolge vor?

  • Entfernung vom feuerwehrtechnischen Aufbau
  • Durchsicht vom Fahrzeug in einer MAN Werkstatt
  • Modifikationen am Fahrwerk
  • Bau eines Zwischenrahmens
  • Bau eines Koffers
  • Lackierung von Fahrgestell und Koffer
  • Möbel im Koffer
  • Elektrik und Technik im Koffer

Fahrgestell


Eine mögliche Idee zur Weiterverwendung vom vorhandenen Aufbau haben wir verworfen. Es gibt aber im Netz ein paar Beispiele, wie der Aufbau aufgestockt wurde und der Charakter der Fahrzeugs beibehalten wurde. Wir haben uns dann doch für den Abbau entschieden.

Dankenswerterweise durften wir den G90 auf dem Mitarbeiterparkplatz von Silvias Arbeitgeber abstellen. Dann haben wir in Eigenarbeit, mit Hilfe der Kollegen, den Ziegler Aufbau entkernt. Das zog sich länger hin als ursprünglich geplant und war zum Teil körperlich auch sehr anstrengend. Als PKW Fahrer habe ich die LKW Massen Am Anfang doch unterschätzt.

Beispiel: Die 5 Aluminium Rolltore haben zusammen 148 kg auf die Waage gebracht.

Zwischen Vorher und Nachher liegen ein paar Monate und jede Menge tatkräftige Unterstützung:



Nachdem wir also alle möglichen Kleinteile ausgebaut hatten, ging es den größer Dingen an den Kragen. Die Welle vom Nebenantrieb zur im Heck eingebauten Feuerlöschpumpe war relativ schnell entfernt und auch die Feuerlöschpumpe selbst. Die Haspel mit der Schnellangriffseinrichtung ließ sich auch ganz gut entfernen, aber was sollten wir mit dem Schlauch anfangen?

Der Wassertank von 1.800 l Kapazität stellte dann die erste große Herausforderung dar und der Plan, diesen nach hinten herauszuziehen, ließ sich leider nicht umsetzen. Dann blieb nur die Möglichkeit das Dach entsprechend groß aufzuschneiden und den Tank nach oben aus dem Ausbau heraus zu ziehen. Solche Dimensionen waren für uns zuviel und Silvias Kollegen haben mit viel Sachverstand, Können und dem entsprechenden Gerät geholfen. Und Spaß hatten sie auch dabei. DANKE!



Um den restlichen Rahmen vom Fahrgestell zu trennen haben wir uns um die Kabel gekümmert und die entsprechenden Schraubverbindungen entfernt.

Was uns dann allerdings sehr gestört hat war die Tatsache, dass das Verteilergetriebe am Ziegler Zwischenrahmen aufgehangen war und nicht am Fahrgestell selbst. Somit mußten wir ein Stück vom Zwischenrahmen durchflexen damit die Traverse mit der VTG Halterung stehen bleibt. Hoffentlich bekommt der Rahmenbauer das Problem gelöst.


Zwei weitere Ärgernisse gehörten zu dem Druckluftkreislauf und waren für den feuerwehrtechnischen Aufbau notwendig, aber nicht für das Fahrgestell als solches. Also eine Aufgabe für die MAN Werkstatt zu einem späteren Zeitpunkt.



Nachdem alle Verbindungen zwischen Fahrgestell und Ziegler Aufbau gekappt waren, durften wir erneut auf die Kollegen zählen und ich habe meine Muskelkraft so gut es geht mit eingebracht. Ein paar hundert kg Metall haben den Weg zum Entsorger gefunden.



Wir waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden und einen großen Schritt weiter. 3 Dinge machten uns allerdings Sorgen:

  • Wie bekommen wir eine Halterung für das VTG?
  • Ist die rechteckige Wellendurchführung am Ende vom Fahrgestell einem neuen Zwischenrahmen im Weg?
  • Wie bekommen wir einen Durchgang vom Koffer in die Kabine an diesem Luftfilter vorbei?

Aber um den G90 vom Parkplatz auf die Straße zu bekommen, kümmerten wir uns erst einmal um die Kleinigkeiten wie

  • funktionierende Lichtanlage hinten
  • Kotflügel mit Halterung für die hinteren Räder

Die Kabelführung mit den Kabelfarben hatte ich vor dem Abbau der Rücklichter dokumentiert und es hat mir beim Zusammenbau des Ganzen gut geholfen. Was mich beeindruckt hat war die Tatsache, dass in den Rücklichtern für fast alle Positionen die gleichen Leuchtmittel verbaut waren. Also schnell ein 10er Pack bestellt und die Birnen erneuert.



Die Rücklichter mit Nummernschild und -beleuchtung haben dann ihren vorübergehenden Platz an einer Holzbalkenkonstruktion gefunden und die schwarzen Kunststoffkotflügel mit den zugehörigen Halterungen wurden auf die zukünftige Reifengröße abgestimmt.


Dann ging es zum MAN Truck & Bus Service nach Neuss zwecks technischer Durchsicht und Problembeseitigung.


MAN Truck & Bus Service Neuss


Die Damen und Herren vom Neusser MAN Service haben uns schwer beeindruckt und überaus freundlich empfangen. Bereits nach dem zweiten Besuch wurden wir erkannt als Diejenigen mit dem G90 "Schätzchen". Soviel Euphorie und Begeisterung für den G90 kennen wir ja von uns selbst, aber hätten bei MAN nicht direkt damit gerechnet.

Es gingen ein paar Wochen und Monate ins Land und der G90 stand warm und geschützt in der Halle. Ihm wurde ein sehr guter Zustand attestiert und die Problemzonen zurückgebaut. Auf unseren Wunsch wurde der Dieselfilter am Motor gewechselt, da wir ihn einfach nicht losbekommen haben.
Als einziges Ersatzteil mußte dem G90 eine neue Frostschutzpumpe für die Druckluftanlage spendiert werden.


Lediglich die HU konnte der TÜV nicht durchführen, da der G90 jetzt kein LKW geschlossen mehr war. Das holen wir dann nach, sobald Zwischenrahmen und Koffer auf dem Fahrzeug sind.


Wir können den MAN Service in Neuss nur empfehlen.


Sonntag, 5. Mai 2019

Solarstrom im Landy

Das Fernwehtreffen in Weeze im April hat es mal wieder gezeigt. Die Starterbatterie kann über die 3 Tage nicht alleine dafür sorgen, dass Kühlbox und Handys rund um die Uhr und die Standheizung bei Bedarf ausreichend mit Strom versorgt werden.

Deshalb gingen die Überlegungen schon länger Richtung Unterstützung von oben. Zur Wahl standen eine feste Installation auf dem Dachgepäckträger oder eine mobile Lösung. Da wir mit dem Landy doch mehr fahren als an einem Ort stehen haben wir uns für die feste Installation entschieden.

Vorteile aus unserer Sicht:

  • die Batterie wird tagsüber während der Fahrt aufgeladen
  • alles ist fest installiert und wir müssen das mobile Panel nicht zusätzlich verstauen
Auf den Dachgepäckträger passt maximal ein Solarpanel von 1,20 m Länge und nach etwas Recherche und Gesprächen auf einer Fachmesse und mit Freunden haben wir uns für ein Komplettpaket entschieden:

  • Solarmodul Monokristallin 100Wp inkl. Anschlussbox und Solarverbindungsstecker - Maße 1000 x 670 x 35mm
  • Victron Energy SmartSolar MPPT 75/10 Solarladeregler 12/24V 10A mit integrierter Bluetooth Überwachung
  • PV-Solar Buchse Steckverbindung
  • PV-Solar Stecker Steckverbindung
  • 8 Meter PV-Solarkabel 4mm² - Schwarz
  • 8 Meter PV-Solarkabel 4mm² - Rot
  • Verbindungsset Solarladeregler zur Batterie (2 Meter)

Zusätzlich haben wir

  • 4 Modulendklemmen inkl. Inbusschraube und Nutenstein

bestellt, die perfekt in die Nuten von unserem XP-EDITION Dachträger passen, als auch weiteres Werkzeug und Material (nicht alleine nur für den Landy sondern auch für den MAN):

  • VIGOR Crimpzangen-Satz V2499
  • VIGOR Gas Lötkolben-Satz V5512
  • PP Wellrohr ungeschlitzt M16 innen Ø 12mm UV- und Hitze beständig
  • Flachstiftkabelschuh 4 - 6 mm² DBV 5.5-10 | gelb | Stift 10 mm | max 48A




Eine Dachdurchführung durch das dichte Landydach kam auch nicht in Frage und nun sind aus dem Set halt ein paar Sachen übrig:

  • Dekalin DEKAsyl MS-5 Kraftkleber 290ml, weiß 
  • Haltespoiler Set 68 mm Solarmodulhalterung ABS Kunststoff, weiß
  • Solar Dachdurchführung, 2 Eingänge, weiß



Beim Thema Batterie haben wir uns für eine ganz einfache Lösung entschieden und die VARTA Blue Dynamic 595 402 080 Starterbatterie durch eine VARTA Professional Dual Purpose AGM 840 095 085 Batterie ausgetauscht. Gleiche Bauform, 1:1 Kompatibilität und keine zusätzlichen 27 kg einer Zweitbatterie mit herumschleppen. Trotzdem die Offroad Vorteile einer AGM Batterie nutzen und zusätzlich noch eine höhere Zyklenfestigkeit mit höherem Entladunsggrad gegenüber einer Nassbatterie haben. Mal sehen, wie sich unsere Idee in der Praxis bewährt.

Vor dem Einbau der Batterie haben wir diese erst einmal mit dem CTEK MXS 10 komplett aufgeladen. Nach dem Einschalten vom CTEK muss dazu lediglich der AGM Modus ausgewählt werden, damit die richtige Ladekurve ausgewählt wird. Der CONNECT EYELET M8 Schnellanschluss ist ebenfalls im Batteriefach verbaut.


Die beiden 4 mm² Solarkabel passen perfekt in das Wellrohr mit einem Innendurchmesser von 12 mm und sind somit vor mechanischen Beanspruchungen geschützt. Die Leitungsführung erfolgt aus dem Batteriekasten unter dem Fahrersitz am oberen Rand vom Fahrzeugrahmen entlang, durch den Motorraum auf der Fahrerseite nach oben und dann hinüber auf die Beifahrerseite. Dort am Schnorchel entlang zum Dachgepäckträger und das Steckerpaar trifft dort auf die Steckverbinder vom Solarpanel.





Der Solarladeregler wir nahe an der Batterie auf der Stirnseite vom Batteriefach verbaut. Somit stört keine blinkende LED und keine überflüssigen Kabel außerhalb vom Batteriefach. Das Wellrohr wird in entsprechenden Abständen mit Kabelbindern fixiert. Nach dem Anschluß an die Batterie erkennt der Solarladeregler die Bordspannung automatisch. Danach erfolgt der Anschluß vom Solarpanel, welches dabei abgedeckt ist um keinen Strom zu produzieren.



Der Solarladeregler besitzt ein eingebautes Bluetooth Modul und somit kann dieser ganz bequem per VictronConnect App vom Smartphone aus überprüft und konfiguriert werden. Nach der erstmaligen Verbindung (der PIN-Code steht übriges im Handbuch) wird direkt ein Firmwareupdate von 2 Komponenten verlangt. Damit ist auch der Landy im 21 Jahrhundert angekommen.

Über die VictronConnect App konfiguriere ich auch die AGM Batterie im Solarladeregler und kontrolliere die einwandfreie Funktion der Anlage. Ein Hagelschauer verdirbt die Stromproduktion, aber als die Sonne zum Vorschein kommt geht es so richtig los.


Auf der bevorstehende Finnlandreise wird die Tauglichkeit überprüft.

Mittwoch, 4. Juli 2018

Innenausbau 2.1

Um das Reisen im Landy in Zukunft noch angenehmer zu machen wird etwas mehr Raum benötigt. Zum Einen stört die mobile Küchenkiste im Fußbereich, zum Anderen wird durch die Rücksitzbank wertvoller Platz verschwendet.

Also fliegt in einem ersten Schritt die Rücksitzbank komplett raus. Das geht sehr fix, da beim TD4 nur 6 Schrauben zu lösen sind. Die Schrauben verschwinden mit einer Unterlegscheibe und Dichtung versehen danach wieder in ihren Löchern. Somit sollte kein Wasser an diesen Stellen eindringen.

Wegen der fehlenden Sitzbank ist es nun möglich, die Küchenkiste weiter in das Fahrzeuginnere zu schieben und damit gewinne ich etwas mehr Platz. Auch kann ich nun die beiden rechten Schrankklappen modifizieren, weil durch die fehlende Rückenlehne keine Aussparung mehr nötig ist.

Und dann geht es erneut zu Hubert von Landy-Ausbau, um meine Pläne mit ihm zu besprechen. Was soll es also werden?

  • der neu gewonnene Freiraum soll durch eine zusätzliche Bodenplatte abgedeckt und nutzbar gemacht werden
  • die mobile Küchenkiste soll weg und in der Mitte durch einen Küchenschrank ersetzt werden
  • eine flaches Schrankmodul auf der rechten Seite soll im Inneren die Luftstandheizung und oben drauf die Kompressorkühlbox aufnehmen

Ich nehme meine mobile Küchenkiste mit allem Equipment und die Standheizung mit zu Hubert und vor Ort besprechen und planen wir die Sache. Hubert hat wieder tolle Ideen, wie wir den Zugang zur Standheizung zwecks eventueller Servicearbeiten leicht gewähren können. Auch bei der Planung vom Küchenschrank hat er DEN Einfall, wie er meinen Anforderungen gerecht werden kann. Von seiner Idee zur Integration der Heizschläuche und einem Rotwein-Flaschenfach bin ich schwer begeistert.

Nachdem Hubert  Maß genommen hat, schwinge ich mich auf die Autobahn und verheize (das ist allerdings eine ganz andere Geschichte) meinen Turbolader.

Während Hubert Zeit hat seine Pläne umzusetzen, habe ich ein paar Hausaufgaben zu erledigen:
  1. die Aufnahme der Rücksitzbank ist zu entfernen
  2. der alte Teppich und der Teppichkleber sind zu entfernen (oh nein, nicht schon wieder)
  3. die Blechfalze sind mit Owatrol Öl zu behandeln
  4. etwaige rostige Schrauben sind zu ersetzen
  5. die Isolation auf dem Boden aufzubringen
  6. mir Gedanken zu den Gummifußmatten in der 2. Sitzreihe zu machen, da dort drunter gerne Wasser steht
  7. was mach ich mit den Auflagenwinkeln der Rücksitzbank? Rein oder raus?
  8. das Möbelöl von Livos bestellen
Im Moment sieht das Ganze im Landy so aus:


Dann erreichen mich die ersten Bilder aus der Werkstatt und die sehen sehr vielversprechend aus.





Da Hubert so fleißig ist muss ich mich auch sputen. Der letzte Rest vom Teppich in der 2. Sitzreihe fliegt raus. Die Reste vom doppelseitigen Klebeband entferne ich mit WD-40 und Bremsenreiniger. Rostige Stellen werden entfernt und mit Owatrol Öl behandelt. Angegammelte Schrauben werden durch neue ersetzt. Schrauben-Jansen in Neuss erweist sich mal wieder als erfahrener Lieferant.

Hubert meldet sich plötzlich mit einer sehr guten Nachricht. Der erweiterte Ausbau ist abholbereit und so mache ich mich mit Dirk auf den Weg zur Anprobe.

Mit gewohnt handwerklicher Manier setz Hubert die Bodenplatte ein und muss wegen der vorhandenen Isolierung noch ein wenig Material abfräsen. Dann werden die Löcher für die Befestigungsbolzen gebohrt. Die neuen Schränke passen sehr genau und sehen prima aus.



Nach einer knappen Stunde machen wir uns auf den Heimweg. Hubert gibt uns Schrauben und Winkel zur Befestigung der Schränke untereinander und mit der Bodenplatte mit.

Zu Hause werden die Möbel fein säuberlich zerlegt und mit dem KUNOS Möbelöl Nr. 245 (seidenglänzend) behandelt. Dirk stellt mir dafür einen Großteil seiner Garage zur Verfügung.



Die Position der Planar 2D Standheizung spiele ich mit Dirk mehrfach durch, nachdem wir seine Standheizung in den TD5 eingebaut haben. Den ursprünglichen Plan, diese in dem Schrankmodul zu installieren, verwerfen wir. Schlussendlich kommt sie auf das Bodenblech der 2. Sitzreihe. Dort ist der Zugang von unten hervorragend und der Verlauf der Abgas- und Frischluftrohre sehr schön zu realisieren. Mit einem L-Winkel aus Holz wird die Standheizung vor dem restlichen Gepäck unterhalb der Bodenplatte geschützt und der übrige Bodenbereich wird mit dem gleichen Isolationsmaterial wie im Heck ausgekleidet.


Die Anschlüsse für Frischluft, Abluft und Diesel gehen unter der Standheizung direkt durch die Aluminiumbodenplatte. Mit dem Anschluss der Batteriespannung und der Stromzuführung für die Dosierpumpe wird ebenso verfahren. Die Führung der Kabel unter dem Fahrzeug erfolgt in geschützten Bereichen, wo bereits weitere Kabel zum Batteriefach führen. Kabeltüllen von HERTH+BUS schützen und dichten die Durchführungen durch die Bleche der mit Wellrohr ummantelten Kabel.

Die Warmluft wird mittels 60 mm Warmluftrohr durch die Bodenplatte und weiter durch einen Heizungskanal in der Küchenkiste direkt zum drehbaren Ausströmer nach hinten geleitet. Das Warmluftrohr ist so flexibel, dass ich auf Winkelstücke komplett verzichten kann. Dank der super Werkstattausrüstung von Dirk sieht die Holzarbeit entsprechend professionell aus.

Das Planar Bedienelement OLED PU-27 wird hinter der C-Säule und unterhalb des Schiebefensters auf der rechten Seite festgeklebt. Der Anschluss der Fernbedienung PU-25 an Modem-Steuerleitung und Stromversorgung ist auch schnell realisiert und die Fernbedienung ermöglicht uns eine komfortable Bedienung der Standheizung aus der oberen Schlafetage. Damit die Kabel nicht klappern und scheuern werden sie mit Kabelbindern miteinander fixiert und mit einer Lage Dämmmaterial unterfüttert. Das L-Stück wir oben und unten mit Würth Dichtband gegen Verrutschen gesichert und durch den Andruck der Bodenplatte fixiert.


Die Kühlbox soll wieder an den Haltegriffen durch Spanngurte fixiert werden. Somit lässt sich der Deckel jederzeit öffnen. Alles in allem sieht das Ergebnis wirklich gelungen aus und ich bin mit Hubert's, Dirk's und meiner Arbeit sehr zufrieden.

Vorher:



Nachher:



In 2 Wochen werden der erweiterte Innenausbau und die Standheizung auf Island erprobt.

Freitag, 20. April 2018

Ein kleinerer Zündschlüssel muss her

Ich war schon immer ganz neidisch auf den kompakten Zündschlüssel vom TD5 und so habe ich mich auf die Suche begeben.

Der Britpart-Rohling CWE500390 war nicht die richtige Lösung, da der Schlüsselbart ein leicht anderes Profil aufweist. Der Schlüsselprofi Müller in Neuss hat aber sehr dicke Bücher und er findet den passenden Rohling: ein LF10P von der Firma Silca aus Velbert.

Ich lasse mir direkt 2 Stück anfertigen und beide funktionieren einwandfrei.




Sonntag, 26. März 2017

Neue Sitzmöbel

Nach über 170 Tkm sind die original TD4 Sitze nicht mehr im besten Zustand, insbesondere die Rückenlehne vom Fahrersitz hat deutlich gelitten und ist nicht mehr in Form.

Welche Möglichkeiten gibt es nun?

  • Die Firma Matzker aus Köln bietet original TD4 Sitze (Paar) mit Heizung für 595,- EUR an,
  • Die Firma GREINER bietet die Sitze TOURING und TRAVELLER jeweils in einer LR EDITION an. Dazu muss noch eine spezielle Konsole verbaut werden, da der Sitzschienenabstand schmaler als bei den original Land Rover Sitzen ist. Die Preise sind dann schnell bei > 1 K€ pro Sitz.
  • Die Firma RECARO hat den Sportster CS bei ein paar Defender Modellen bereits ab Werk verbaut und die Preise liegen bei deutlich >> 1K€ pro Sitz.
  • Die Firma exMoor Trim bietet verschiedene Möglichkeiten, die alten Sitze aufzufrischen.

Nach ein paar Tagen der Recherche bin ich bei exMoor Trim auf eine sehr interessante Alternative gestoßen. Neben der sehr preiswerten Möglichkeit, dem Fahrersitz mittels "TD4 ONLY FRONT OUTER BACK FOAM" eine neue Füllung für die Rückenlehne zu verschaffen, gibt es dort auch bereits fertig konfektionierte Sitzkissen "EXTENDED DEFENDER SEAT BASE" mit längerer Beinauflage. Der Stoff "Mondus" entspricht dem original TD4 Sitzstoff.

5 Tage nach der Bestellung kommt ein etwas sperriger Karton mit den gewünschten Artikeln. Erster Eindruck: sehr solide Handwerksarbeit.

Die Sitzkissen sind ganz einfach ausgetauscht und der Sitzkomfort hat sich enorm verbessert. Die längere Beinauflage ist ausgesprochen angenehm, die Sitzfläche ist ein klein wenig höher geworden und die Sicht aus der Frontscheibe nach oben ein wenig mehr eingeschränkt.

Nach dem Studium der exMoor Trim Videos auf YouTube gehen wir dem Fahrersitz ans Leder. Eine Dose Sprühkleber liegt bereit, die Sitze sind mit einer Ratsche und einer 10er Nuss sehr schnell ausgebaut.

Nach dem Auftrennen der Verbindungslasche vom Bezugsstoff entfernen wir vorsichtig die angeklebte Sitzheizung, was problemlos geht. Danach rollen wir den Sitzstoff vorsichtig nach oben und entfernen auf beiden Seiten jeweils 4 kleine, aber hartnäckige Metallringe. Mit denen wird der Stoff in Position gehalten. Danach sind 3 weitere Metallringe zu entfernen und der Stoff kann mühelos über die Einschubhalterungen der Kopfstütze gezogen werden.

Im Gegensatz zum Video ist das Rückenpolster an keiner Stelle im Sitzrahmen verklebt. Das macht vielleicht den Unterschied zwischen TD5 und TD4 Sitzen aus.

Nach dem Reinigen vom Sitzrahmen kommt die neue Füllung in Position und wir kleben mit dem Sprühkleber die Sitzheizung an der gleichen Position fest. Danach wird der alte Stoff zuerst wieder über die Halterungen der Kopfstütze gezogen und dann über das Polster. Anstelle der kniffligen Metallringen nehmen wir nun Kabelbinder (danke an Thomas für den Tipp) und fixieren den Stoff rutschfest am Polster.

Zum Schluss wird die Verbindungslasche der Stoffenden wieder verschlossen und der Sitz verbaut.

Fahrersitz - alt

Fahrersitz - neu

Beifahrersitz - alt

Beifahrersitz - neu

Vor dem nächsten Winter werde ich dann die Sitzheizung der alten Sitzpolster auf die neuen Sitzpolster umbauen. Die zugehörigen Öffnungen sind bereits vorhanden.

Samstag, 19. März 2016

Reserverad Träger

Um die Scharniere der Hecktür etwas zu entlasten, habe ich mit meinem Mentor Mechanicus einen Reserveradträger montiert.

Als Ausgangsbasis dient eine preiswerte Variante von Britpart, die es für ca. 160 EUR bei PADDOCK in England gibt.


Mein Mentor wäre nicht er selbst, hätte er nicht eine Verbesserungsidee. Also flugs eine neue Anbauplatte für die Hecktür entworfen. Der Rest bleibt Standard.

Um den Träger zu befestigen, müssen erst ein paar Teile abgebaut werden:
  • Reserverad
  • Innenverkleidung der Hecktür
  • alte Halterung an der Hecktür
  • graue Innenverkleidung um das rechte Heckfenster


Nun lösen wir das obere und mittlere Türscharnier um die Tür neu auszurichten. Dann wird eine Niete ausgebohrt und das Bohrloch erweitert. Eine zweite Bohrung rechts daneben für die obere Halterung folgt.

Bei der unteren Halterung wird es etwas komplizierter:
  • die untere Schraube vom unteren Türscharnier wird gegen eine ganz flache Senkkopfschraube ausgetauscht. Die Kontermutter ist nur von unten, hinter der Hecktraverse erreichbar.
  • die mitgelieferte Hülse wird in die Hecktraverse eingefädelt, was mit der vorhandenen Mischung aus Dreck und Mike Sankers Konservierung etwas problematisch ist.
  • zwei von drei Bohrungen in der Hecktraverse werden für die mitgelieferten Schrauben auf 10,5 mm aufgebohrt.

Beim Zusammenbau wird zuerst die Halteplatte an die Hecktür geklebt und geschraubt, dann die obere und dann die untere Halterung. Alle Schrauben haben noch etwas Spiel, um die finale Ausrichtung des Reserveradträgers zu ermöglichen.

Dann wird der eigentliche Haltebügel mit dem Dämpfer von links in die Halterung hinein geschoben. Da die Schraubbolzen nicht direkt passen, wird mit einem Dorn zentriert. Alternativ hilf es auch, die Hecktür leicht zu öffnen.

Dann alle Schrauben anziehen, die Hecktürverkleidung befestigen und das Reserverad auf den neuen Träger wuchten. Sieht gut aus und fühlt sich gut an. Danke Dietmar!