Montag, 3. Februar 2020

In das Land des fernen Sonnenuntergangs

Nach 2 Jahren mehr oder weniger intensiver Bauzeit ist dies unsere erste Reise mit unserem VW-MAN G90. Da in Deutschland Winter ist, haben wir uns ein Reiseziel mit einem wärmeren Klima ausgewählt. Nicht direkt vor der Haustür aber immerhin doch über ca. 2.600 km mautfreie Straßen erreichbar. Auf der Strecke wollen wir in Luxemburg und dann erst wieder in Irun, Spanien tanken.

Reiseführer und Landkarten sind mit an Bord aber wir haben diese Reise nicht im Detail ausgearbeitet. Es ist halt ein Unterschied zwischen Urlaub und Reisen und dieses Mal reisen wir. Auf geht es nach Marokko, in das Land des fernen Sonnenuntergangs.





Vorbereitung


Alle gelesenen und gesehenen Reiseberichte hier aufzuführen, würde wohl etwas zu viel sein und so beschränke ich mich auf die wesentlichen Druckwerke.

Die Marokko Landkarten sind von Michelin (Nr. 742) und dem Reise Know-How Verlag.

Reise- und Campingführer sind von Edith Kohlbach und Stefan Loose.



Tag 1


Das vergangene Wochenende haben wir die vorbereitete Elektrik in Betrieb genommen und auch die Wasserver- und Entsorgung.




Bei der Standheizung gab es noch ein Problem, welches wir heute Vormittag trotz Rücksprache mit dem Tankhersteller nicht lösen konnten.


Zum Glück können wir auf Herrn Gottschaldt von unserem Fahrzeugbauer GLORIA Bierewirtz zurückgreifen und er hat das Problem sehr schnell in den Griff bekommen. Große Klasse und 1000 Dank!

Zum Abschied treffen wir noch unsere Freunde Henny, Dirk und Petra und verbringen die erste Nacht im Rheinland.



Tag 2


Das erste Frühstück im MAN genießen wir mit Blick in die Natur.




Die Nacht war sehr ruhig und gefroren haben wir auch nicht. Standheizung und Sonne sind sehr wohltuend und nach einem schnellen Einkauf der vergessenen Dinge geht es über die Autobahn bei Aachen nach Belgien.

In Belgien müssen LKW über 3,5 t eine Maut bezahlen. Ausgenommen davon sind Busse und Wohnmobile. Die belgische Autobahnpolizei hat sich wohl direkt hinter der Grenze vergewissert, dass wir ein Wohnmobil sind und zog an uns vorbei.

Die Ardennen begrüßen uns mit Schneefall und Hagel und kurz vor dem geplanten Tankstopp in Luxemburg stehen wir 30 Minuten im Stau.


4 Schneeräumer fahren an uns vorbei und gemächlich setzt sich die rechte LKW Spur in Bewegung. Der Scheitelpunkt der Strecke liegt auf 673 m und dort schneit es ganz ordentlich.

Der Liter Diesel kostet in Luxemburg 1,129 €/L (+/- 1 Cent) und so ist die Markenfrage eher eine philosophische Angelegenheit.

Mit vollem Tank zurück auf Kurs genießen wir ein paar Berliner aus dem Rheinland und stimmen uns auf unser Reiseziel mit marokkanischem Minztee ein.

In Frankreich angekommen kreuzen wir öfters den Fluß La Meuse, der weite Teile seines Umlandes unter Wasser gesetzt hat. So manch ein französisches Landschlösschen wird urplötzlich zu einem Wasserschloss.

Gegen 17:00 kümmern wir uns um den Stellplatz für die Nacht, denn wir wollen nicht im Dunkeln fahren. In Poix-Terron finden wir einen schönen Parkplatz direkt neben einem Kinderspielplatz und die vorbeifahrende Gendarmerie hat nichts dagegen, dass wir die Nacht hier verbringen.




Hoffentlich ist ein Bäcker in der Nähe, wo wir morgen früh frische Croissants bekommen.



Tag 3


Es ist ein Bäcker in der Nähe und bei der frühen Abfahrt sehen wir ein paar Franzosen, die ihre 2 Baguettes für den Tag nach Hause tragen. Ohne den Einsatz einer  Plastik- oder Jutetüte werden die Baguettes nur in Papier eingewickelt oder ganz blank nach Hause getragen.

Wir haben letzte Nacht von Christian den Tipp bekommen, doch der Champagner Stadt Épernay einen Besuch abzustatten. Also passieren wir, ohne die Kathedrale neu zu streichen, Reims und wagen uns mit dem MAN in die Innenstadt von Épernay. Es gibt sehr viele Straßen, die für Fahrzeuge über 3,5 t gesperrt sind aber es gelingt uns doch, den Parkplatz am Hauptbahnhof zu erreichen. Die geringe Parkgebühr begleiche ich nach Eingabe des Nummernschildes per NFC Technologie mit der Kreditkarte.

Bei einem Stadtrundgang nehmen wir ein paar landestypische Impressionen mit. Und bei dem gerammelt vollen Bäcker holen wir uns die frischen Croissants.











Die Seine überqueren wir bei Pont-sur-Seine, gestärkt von einem kleinen Mittagssnack.

In südwestlicher Richtung tingeln wir über Landstraßen durch die Champagne und an großen,  landwirtschaftlich genutzten Flächen vorbei.

Für die Nacht steuern wir einen kleinen Parkplatz in Blancafort an. Zwischen einem Kanal und den Gärten der Anwohner gelegen scheint er ideal für einen ruhigen Schlaf zu sein.







Tag 4


Die Nacht war extrem ruhig und wir haben saugut geschlafen. Am Morgen bringt die Standheizung den Wohnkoffer auf Temperatur. Die Scheiben vom Fahrerhaus enteisen bleibt allerdings Handarbeit.

Die Sonne verwöhnt uns schon früh und noch vor dem Frühstück muss ich ein paar Fotos machen.





Über fast leere Landstraßen schlängeln wir uns Richtung Südwesten und die Solarzellen pumpen ordentlich Strom in die Batterien. Bald sitzen wir im T-Shirt im Fahrerhaus, da die Sonne die ganze Zeit von vorne scheint.

Kurz nach Mittag verlassen wir unsere Route und kaufen ein paar Lebensmittel in einem Supermarkt ein. Dort finde ich auch wieder die leckeren Schmierkäsetaler von Roquefort Société. Für Alex und Holger muss ich unbedingt wieder welche mitbringen, waren wir doch vor vielen Jahren zusammen in der Käserei und haben den Käse für uns "entdeckt".

Da wir unsere Tankuhr und den Verbrauch noch nicht richtig interpretieren können, tanken wir zur Sicherheit ein paar Liter Diesel. Damit kommen wir sicher bis hinter die Spanische Grenze, wo eine bereits im Navi abgespeicherte Tankstelle den Diesel zu 1,119 €/L anbietet. Beim Supermarkt durften wir 1,359 €/L blechen.

Bevor sich die Sonne verabschiedet, steuern wir nördlich von Bordeaux einen kleinen und ruhigen Stellplatz an einem Teich an. Die Sonne geht über den Weinbergen unter und wir geben uns (fast) ganz den französischen Gaumenfreuden hin.






Tag 5


Einer sehr ruhigen Nacht folgt schon früh am Vormittag der Berufsverkehr auf der Südwestumfahrung um Bordeaux. Obwohl viele Fahrzeuge in die Stadt abbiegen, ist es vor, auf und nach der Brücke Pont François Mitterrand über die Garonne extrem voll. Erst als wir die A63 erreichen, fließt der Verkehr wieder. Die Verladetechnik eines Claas' Schleppers sieht schon sehr gewagt aus:


Bei Saugnact-et-Muret kündet sich die Mautstation an und wir verlassen die Autobahn. Für einen PKW würde das Teilstück bis Bayonne 11,20 € an Maut kosten, für uns als LKW 40 €. Das Geld stecken wir dann lieber in Form von Diesel in den Tank.

Etwas überrascht sind wir, als uns das Garmin bei Pissos wieder zurück zur Autobahn führt. Laut ADAC Routenplaner mit Mautübersicht wäre das Autobahnstück kostenpflichtig. Wir überprüfen das mit Google Maps und auch Tante Google führt uns zur Autobahn zurück.

Und tatsächlich ist das nun folgende A63 Teilstück bis Castets mautfrei und wir werden über Dax, Bayonne und Biarritz Richtung spanische Grenze geführt.

Die Küstenstraße hat ganz ordentliche Gefälle und Steigungen und der MAN nimmt plötzlich widerwillig Gas an. Anscheinend ist nicht mehr genug Diesel am Tankgeber vorhanden und wir suchen schleunigst eine Tankstelle auf.

Dabei biege ich 10 m zu früh ab und wir landen auf der mautpflichtigen Autobahn in Gegenrichtung. Nächste Ausfahrt Biarritz aber so lange warten wir nicht und tanken ein paar Liter an der direkt folgenden Autobahntankstelle. Mit einem sichtlich besserem Gefühl zahlen wir die 2,70 € Maut, fahren erneut die Küstenstraße Richtung Spanien und grüßen freundlich die gleichen Bauarbeiter in der Straßenbaustelle.

In Spanien angekommen wird der Dieseltank komplett gefüllt und wir suchen uns einen Übernachtungsort in gut 100 km Entfernung. Durch das Baskenland führt das Straßennetz sehr verworren Richtung Süden und auf der N1 geraten wir in einen fetten Stau. Etwas ungewohnt ist der Anblick von Radfahrern, die auf dem Standstreifen an uns vorbeifahren.

Als die N1 dann in die A1 übergeht, quälen wir uns im dritten Gang eine Serpentinenstrecke, zusammen mit anderen LKWs, hoch. Unsere 150 PS verlieren den Wettkampf gegen die 500 PS Trucks aber wir kommen an.

Nördlich von Vitoria-Gasteiz erreichen wir unseren Übernachtungsplatz an einem See doch noch im Hellen.



Tag 6


Keine besonderen Vorkommnisse auf der E5 Richtung Süden. Es gibt ganz ordentliche Steigungen und Gefälle, ein paar Tunnel und jede Menge Bauruinen und zerfallene Gebäude entlang der Straße. Ich denke, der Autobahnbau hat viel Leben auf der davor existierenden Landstraße zerstört. Von vielen Restaurants und Tankstellen stehen nur noch die Gerippe. Entlang der Autobahn sind neue Tankstellen und Restaurants entstanden und diese sind zum Teil sehr gut besucht.

Für das Geschäft mit Wein und Oliven sind riesige Parkplätze angelegt worden. Im Moment wirken sie eher wie verwaiste Autokinos, da keine Erntesaison ist.

Gegen Mittag passieren wir Madrid und danach wird die Strecke sehr monoton.

Zum Glück werden die Tage länger und wir können jeden Tag ein paar Minuten länger fahren. Wir verlassen die E5 und die Straße schlängelt sich durch Olivenplantagen. Am Horizont tut sich eine kleine Stadt mit einer Burg auf. Die Anfahrt durch den Ort ist ja mal gar nichts für LKWs und wir drehen bei passender Gelegenheit um. Wir fahren den Ort aus einer anderen Richtung an und stellen uns für die Nacht auf einen öffentlichen Parkplatz am Fuße der Burg. Die Gendamerie hat nichts dagegen und dreht nach Begutachtung wieder ab.









Tag 7

Wir sind mit den ersten Sonnenstrahlen unterwegs zur Burg, die den Berbern im Kampf gegen die Christen als Unterkunft gedient hat.




Auf das Umland hat man einen tollen Ausblick, wären da nicht die ganzen Feuer von frisch abgeschnittenen Ästen der Olivenbäume.




Wir machen uns auf nach Granda, erneut vorbei an über 100 km Olivenplantagen am Wegesrand. Die Sonne scheint ins Fahrerhaus und die Berge verlangen schon mal nach dem 3. Gang, damit wir wenigstens mit 40 km/h diese emporklimmen.



Zum ersten mal auf unserer Reise stehen wir auf einem Campingplatz, der auch noch ein alter Bekannter aus 2014 ist.

Wie auch vor gut 5 Jahren haben wir einen tollen Blick auf die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada.



Wir erledigen etwas feste und rollende Hausarbeit und genießen den Sonntag. Nach dem Duschen machen wir einen Abstecher in die gegenüberliegende Plantage, wo Augen und Nase in den Bann der Mandelblüte gezogen werden. Einfach nur schön.





Den Abend lassen wir im Restaurant mit landestypischen Speisen und Getränken ausklingen.



Tag 8

Heute steht die Alhambra auf dem Programm. Vom Campingplatz aus gibt es prinzipiell zwei Strecken, die zum Ziel führen. Ich möchte die kürzere Strecke fahren und so biegen wir vom Campingplatz nach links auf die Straße ab. Am Ortseingang steht ein Verbotsschild für LKW schwerer als 8 t und länger als 12 m und wir machen uns keinen Kopf. Zumindest nicht für 1 Minute, aber dann kehren wir doch um. Die Straßen werden sehr schmal und mit den parkenden Fahrzeugen sieht es gar nicht gut für uns aus.

Also nehmen wir die längere Route über die Autobahn und sind alsbald auf dem Stück mit 7 % Gefälle, was gestern noch die Steigung auf der Gegenseite war.

In Granada wechseln wir die Autobahn für ein paar wenige Kilometer und folgen dann der Beschilderung zur Alhambra. Es gibt einen Parkplatz für Wohnmobile und dort stellen wir unseren MAN ab.

Zu Fuß geht es dann an den fast leeren PKW Parkplätzen und den Orangenbäumen vorbei zum Haupteingang. Dort müssen wir unseren Personalausweis vorzeigen, aber nur eine Person darf die Tickets holen. Die Runde durch den Palast haben wir für 12:30 gebucht.

Da ich vor 5 Jahren schon einmal hier war, habe ich schon eine Menge Fotos und so werde ich nicht alles erneut fotografieren. Hier also eine kleine Auswahl.

















Nach so viel Kultur dürfen wir uns wieder den profanen Dingen zuwenden und nach ein paar Kilometern erreichen wir den MAN Stützpunkt in Santa Fe. Leider haben die kein Frostschutzmittel für unsere Druckluftbremse auf Lager und wir fahren unverrichteter Dinge weiter. Also heißt es den Tank beobachten und zu Hause nachsehen, warum er so plötzlich leer war.

In Malaga fahren wir einen Carrefour zum Großeinkauf an, was im nachmittäglichen Berufsverkehr und der ungewohnten Straßenführung gar nicht so leicht ist. Bis auf klare Brühe finden wir alles und verstauen die Dinge im fahrzeugeigenen "Keller".

Dann müssen wir uns etwas sputen, droht doch die Dunkelheit uns die Sicht zu nehmen. Mit dem allerletzten Licht finden wir einen Stellplatz für die Nacht, die nicht kälter als 13 Grad werden soll.

Nach Algeciras und Marokko ist es nun nicht mehr weit, aber das schreibe ich morgen nieder.



Tag 9


Die vergangene Nacht haben wir nicht ganz so gut geschlafen, da sich zwei Hunde aus der Nachbarschaft ein Bell-Battle geliefert haben. Irdenwann sind sie dann schlafen gegangen und wir konnten auch die Augen zu machen.


Im Sonnenschein frühstücken wir (noch) drinnen, da die Morgentemperaturen erfrischend sind. Dann rollen wir die Küste entlang nach Algeciras.

Bei wem Anderen als Carlos holen wir unser Fährticket? Wir parken auf dem WoMo Parkplatz nebenan, wo wir andere ExMo Fahrer treffen. Auch ein G90 9.150 mit langem Radstand ist dort, der schon über 400 Tkm auf dem Tacho hat. Die beiden waren in Marokko und wollen die Tage nach Russland weiter. Gute Fahrt!



Der Andrang bei Carlos ist nicht groß und nach einer Wartezeit bedient uns Carlos' Tochter. Der ganze Buchungsvorgang dauert keine 10 Minuten und wir sind auf der 14:00 Fähre eingecheckt. Es bleiben uns knapp 2 Stunden Zeit. Da wir den Grosseinkauf gestern erledigt haben, sind wir schnell aus dem Carrefour raus. Mit den wenigen Dingen bekommen wir eine extra Behandlung und werden persönlich von einem Mitarbeiter zum Self-Checkout geleitet, er übernimmt das Scannen und gibt uns sogar das Wechselgeld zurück. Toller Service?

Wenige Minuten später passieren wir die Hafeneinfahrt und folgen dem roten Schild "Tanger". Ein Verfahren ist unmöglich. Es herrscht kein Andrang, alles funktioniert reibungslos und sehr zügig. So stehen wir sehr schnell in der Wartereihe. Vor uns ist eine 4er Gruppe mit Motorrädern aus Polen. Ich suche das Gespräch und erfahre, dass es heute ihr erster Tag ist und sie den 40ten Geburtstag eines Kumpels feiern und in 7 Tagen knapp über 2.000 km fahren wollen. Die Route ist auf dem T-Shirt des Geburtstagskindes verewigt. Die Moppeds sind per LKW nach Algeciras gekommen, 2 Kumpel mit dem Auto, 2 Kumpel mit dem Flieger. Ein 750 ccm Honda Scooter mit Automatik ist dabei.


Zuerst werden die LKW verladen. Sie fahren rückwärts über die Rampe an Bord. Danach sind alle anderen Fahrzeuge dran und es geht ein Deck höher über eine separate Rampe. Wir dürfen unseren LKW rückwärts neben 2 Kühllastern parken. Er sieht etwas verloren zwischen den großen Brüdern aus.



An Deck geben wir die schon während der Wartezeit ausgefüllten Unterlagen ab: a) Coronavirus Fragebogen an das Schiffspersonal in der Cafeteria b) Reisepass und Zollerklärung an den Polizisten, der unsere Reisepässe stempelt.

Dann genießen wir die 90 Minuten Überfahrt auf dem Sonnendeck und es zieht erst der Felsen von Gibraltar und dann die Küste von Marokko an uns vorbei.




Auch in Tanger-Med ist nichts los. Direkt nach der Rampe kontrolliert ein Polizist die Pässe: alles OK. Wir fahren nach links und folgen den Schildern EXIT. Alle weiteren Kontrollkräfte winken uns durch und nach der Auffahrt am Hafenende müssen wir nur noch die letzte Polizeihürde überwinden. Wir werden in eine Reihe gewunken, keiner kümmert sich um uns und ganz unbekümmert fahren wir weiter. Das das Folgen haben wird, wissen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Keine 100 m weiter fordert uns ein PKW mit einem offiziellen Organ an Bord auf, wieder zurück zu fahren. Immer weiter geht es zurück in den Hafen hinein bis zu der Stelle, wo jetzt ganz augenscheinlich die Polizei jedes Fahrzeug peinlich genau kontrolliert.

Ja Werner, an dieser Stelle kommt das kleine Stückchen Papier zum Tragen, mit dem wir unser Fahrzeug zur Ausreise wieder mitnehmen dürfen. Ein höherer Polizeibeamter nimmt die Fahrzeugapiere und den Reisepass von Silvia mit und verschwindet zwischen seinen Kollegen. Uns schwant Böses.

Hinter uns wird ein Mercedes gefilzt und die Beamten öffnen einen Karton. Der Drogenhund spricht nicht an, aber es kommen immer mehr Beamte, die den Inhalt sichten und prüfen. Auch werden viele Telefonate geführt. Was da versucht wird einzuführen, bleibt uns verborgen.

Von uns wollte man lediglich wissen, ob wir Waffen oder Drogen dabei haben. Wir haben es verneint und das schien es erst einmal gewesen zu sein. Nun harren wir der Dinge die da kommen und wir richten uns auf eine lange Wartezeit ein.

Da sehe ich jemanden winken, eile zu ihm herbei und er übergibt mir Fahrzeugschein, Reisepass und das kleine Stückchen Papier, damit der MAN mit uns zusammen Marokko wieder verlassen kann. Puh, dass ging ja noch einmal gut. Ich entschuldige mich erneut für den Fehler und gehe freudestrahlend zu Silvia zurück. Wir schließen den Koffer und verstauen die Leiter, als ein weiterer Uniformierter in akzentfreiem Deutsch auch noch einmal die Papiere sehen möchte. Wenn es weiter nichts ist.

An einem Geldautomaten im Hafen ziehe ich mit der EC Karte 2.000 DH, damit wir liquide sind. Das Navi führt uns zielsicher über die Maut-Autobahn (71 DH) nach Asilah, wo wir gerade noch vor Sonnenuntergang auf einem Campingplatz ankommen. Dieser ist nicht mit westlichen Standards zu vergleichen, aber wir sind froh angekommen zu sein. Strom brauchen wir ebenso wenig wie den Zugang zu den Sanitärgebäuden. Wir haben ja alles dabei und sind sehr froh darüber. Morgen wollen wir die Stadt, den Strand und die Umgebung zu Fuß erkunden und uns mit den Gewohnheiten vor Ort vertraut machen.

Der Muezzin ruft mehrmals zum Gebet, es gibt Nudel mit Pesto und den Rotwein von Carlos. Salute?



Tag 10


Es war sehr stürmisch die Nacht und vom nahen Atlantik war das Rauschen der Brandung gut zu hören. Auf dem Campingplatz selbst war es sehr ruhig und wir haben sehr gut geschlafen.

Nach den Frühstück machen wir uns zu Fuß in den Ort auf. Es sind nur ein paar Minuten zu dem Ladengeschäft von Maroc Telecom, wo wir für unseren LTE Router eine Datenkarte erstehen wollen. Der eine Mitarbeiter spricht so viel Englisch wie ich Französisch aber kennt sich sehr gut mit dem Android Betriebssystem aus. Er aktiviert die SIM Karte in einem alten Telefon und setzt die Karte dann in den Router ein. Nach ein wenig hin und her tauschen funktioniert die Karte im Router und hat sich mit dem G4 Netz verbunden. Per Wifi Netzwerk sind wir nun in der Lage mit dem Smartphone zu arbeiten. Einfach perfekt.

Dann geht es weiter zur Attijari wafabank, wo wir Geld tauschen. Das geht nur mit der Vorlage vom Reisepass. Den Geldautomaten probieren wir nicht aus, doch er soll auch EC Karten aus Deutschland akzeptieren.

Durch eine von Orangenbäumen flankierten Straße führt der Weg zur Medina. Eine alte Stadtmauer umgibt den Bereich und durch ein Stadttor gelangen wir in das Innere. Am Palast angekommen verquatsche ich mich mit einem netten, älteren Herrn, dessen Vater 25 Jahre für eine Transportfirma gearbeitet hat und u.a. Melonen nach Deutschland exportiert hat. Seine Deutschkentnisse sind wirklich gut.


Wir schlendern am Palast vorbei und erreichen die Verkaufsstände der Künstler und Händler. In einer Seitengasse riecht es ganz lecker nach frisch gebackenem Brot und wir können nicht widerstehen. Zwei größere Brote wechseln den Besitzer und unser Mittag- und Abendessen ist zusammen mit den Kühlschrankinhalten gesichert.







Gegenüber vom Tour Al Qamra trinken wir eine leckeren, sehr süßen Minztee. Dann verlassen wir die Medina durch ein anderes Tor und gehen Richtung Hafen. Jedes Restaurant am Straßenrand wittert potentielle Kunden in uns, aber weit vor Mittag ist für uns noch keine Essenszeit.


Für den Rückweg zum Campingplatz wählen wir die breite Strandpromenade aus, die schon bessere Zeiten gesehen hat. Sowohl im angrenzenden Hafen als auch auf der anderen Straßenseite herrscht rege Bautätigkeit.

Zusammen mit einem erfrischenden Salat essen wir das erste Brot und machen dann im MAN etwas klar Schiff. Der Router bekommt ein Firmwareupdate verpaßt, die Fotos werden bearbeitet und in kleinerer Auflösung als JPEGs abgespeichert.

Am Nachmittag kommt ein Händler auf den Platz und bietet Gebäck an. Gerade richtig zum Kaffee.



Der Platz ist nicht ganz so voll wie gestern Abend und wir suchen uns eine andere Ecke aus, wo wir und die Solarzellen etwas mehr Sonne tanken können. Wir lesen ein paar Seiten im Marokko Führer, studieren die Landkarte und besprechen die Strecke für morgen. Mal sehen, was die Straßen so hergeben.



Tag 11


Der heutige Tag verspricht keine Sonne und so planen wir eine Fahretappe. Zuerst geht es über die N1 Richtung Süden nach Larache. Kurz vorher bei Lixus soll es ein archäologisches Highlight geben, welches sich uns aber nicht erschließt und wir weiter fahren.

Entlang der N1 gibt es jede Menge Verkaufsstände, wo Tongefäße und Blumen angeboten werden. In jedem Ort den wir durchfahren scheint heute Markt zu sein und auf den Straßen ist ordentlich was los und nicht immer Platz für alle Verkehrsteilnehmer (LKW, PKW, Radfahrer, Moppedfahrer, Fußgänger, Esel, Eselkarren, Handkarren, Kinderwagen, ...) gleichzeitig. Aber alle arrangieren sich und es geht sehr gesittet ohne Gehupe ab. An einer Total Tankstelle lassen wir uns den Dieseltank für ca. 90 Cent/L füllen und können mit Kreditkarte bezahlen. Am Ortsausgang bieten die lokalen Bauern Obst und Gemüse am Straßenrand an. Die Erdbeeren sehen grandios aus und wir können nicht widerstehen. Sie schmecken sehr lecker und unsere 2 kg finden nicht den Weg nach Europa.

In jedem Ort gibt es eine Polizeikontrolle, an der wir immer freundlich durchgewunken werden.

Ksar-el-Kebir empfängt uns mit einer breiten, doppelspurigen Chaussee, an der neben den Palmen auch goldverzierte Laternen stehen. Im Ort ist mächtig was los und wir haben den Eindruck, das Leben spielt sich komplett auf der Straße ab. Im Ort biegen wir nach links auf die R410 ab, denn wir wollen nach Chefchaouen. Dort soll morgen prächtiges Wetter sein.

Der Weg dorthin ist allerdings etwas holprig und erinnert mehr an eine Voralpenlandschaft als an Marokko. Saftige Wiesen sind eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft. Die Straße führt weit oberhalb an der Flanke eines Stausees vorbei und von einem künstlich aufgeschütteten Plateau genießen wir eine tolle Aussicht.




Bald wird der Straßenzustand schlimmer und die Durchschnittsgeschwindigkeit sinkt rapide. Wir müssen vielen Schlaglöchern ausweichen. So einsam die Gegend auch scheint, tummeln sich doch viele Leute in den Dörfern, die wir durchfahren. Das Thema Müllentsorgung spielt hier fast keine Rolle, so viel Abfall und Plastik liegt in den Gassen der Dörfer.

Der Straßenzustand bessert sich erst, als wir auf das Gebiet von Chefchaoun kommen. Den Campingplatz fahren wir von Norden kommend an und es geht steil nach oben hinauf. Ein Paar aus Amerika, unterwegs mit einem Sprinter, interessiert sich für unseren MAN. Zu Hause haben die beiden noch einen Unimog.

Die Erdbeeren reichen für uns und die Nachbarn aus Wien, die schon 2 Monate im Land unterwegs sind. Nach dem Abendessen ist es schon dunkel und wir lassen den Abend im LKW ausklingen.



Tag 12


Als die Sonne über den Berg scheint, gehen wir zu Fuß nach Chefchaouen. Es sind nur ca. 15 Minuten bis zu einem der Stadttore, dem Bab El Mahrouk.



Und dann betreten wir sie, die blaue Stadt. Mal mit mehr, mal mit weniger blauer Farbe sind die Häuser gestrichen. An manchen Stellen wird blaue Farbe aufgebracht, damit das Haus im neuen Glanz erstrahlt.




Die Gassen sind schmal, zum Teil sehr schmal. Es geht über unzählige Stufen hinunter zum Place Outa El Hamam mit seinen Cafes und Restaurants, der großen Moschee und der Kasbah. Ein paar Touristenführer sind in den Gassen schon unterwegs, die wir an der nächsten Weggabelung aber schon wieder verloren haben. Wir orientieren uns an der Sonne und mittels einerbOffline Map auf dem Smartphone.

Halten sich die Verkäufer in den Häuserschluchten noch sehr zurück, sieht es unten auf dem Platz mit seinen Restaurants schon ganz anders aus.



Wir umkreisen die Mauer der Kasbah einmal komplett, ehe wir den Eintritt in diese Oase der Ruhe begleichen. Bemerkenswerterweise müssen die Marokkaner nur 1/6 des Eintrittpreises bezahlen, als die Touristen.




Vom Portugiesischen Turm haben wir einen tollen Panoramablick auf Chefchaouen, welches von der Vormittagssonne angestrahlt wird. Bei dem Licht sind fast alle Fotos überbelichtet und ich darf im Nachgang ordentlich korrigieren.







Auf dem Rückweg kaufen wir etwas Gemüse und Brot für ein leichtes Mittagessen, welches wir uns nach dem anstrengenden Anstieg zum Campingplatz hoch auch verdient haben.

Den Nachmittag verbringen wir bei interessanten Gesprächen mit den Nachbarn auf dem Campingplatz und kümmern uns um einen Mechaniker, der sich mal eine kleine Problematik ansehen soll. Nach dem Freitagsgebet kommt er vorbei, hört sich den Motor an und verspricht, morgen vormittag gegen 10:30 wieder hier zu sein. Es bleibt spannend.



Tag 13


Um 5 vor 10 am Morgen ist der Mechaniker Hamed auf dem Campingplatz. Wir haben alles verstaut und sind abfahrbereit. Es geht Richtung Norden ins Tal hinunter, wir drehen am Kreisverkehr und direkt bei der ersten Steigung zeigt sich das Problem.

Der MAN stottert und nimmt kein Gas mehr an. Mehr als 1.700 U/min sind nicht drin und im 2. Gang bergauf sind wir ein schönes Hindernis für den nachfolgenden Verkehr.

Im Ort biegen wir rechts ab zu der Werkstatt von Hamed. Es stehen zwar ein paar PKW in der Werkstatt, aber grundsätzlich scheinen die Fahrzeuge auf der Straße repariert zu werden. So auch unser MAN, der sowieso nicht in die Werkstatt paßt.

Wir kippen das Führerhaus und Hamed nimmt sich mit seinen Gesellen der Filter an. Aus dem Kraftstofffilter kommt eine rötliche Brühe, die wir auch schon aus dem Filter der Vorförderpumpe geholt haben. 

Wir pumpen Diesel mit der Vorförderpumpe und der Pumpe vom Vorfilter und neben Diesel scheint auch Wasser im Tank zu sein.

Mit einem Gesellen gehe ich kurz in die Stadt zu einem KFZ Teilehändler, der uns einen "passenden" Kraftstofffilter gibt. Mit neuem Kraftstofffilter geht es erneut auf Probefahrt. Dieser scheint nicht genügend Durchfluss zu haben und der MAN stockt noch mehr als vorher. Also zurück zur Werkstatt und wieder das Führerhaus kippen.

Der Filter der Vorförderpumpe ist immer noch sauber und nun wird der Vorfilter abgeschraubt. Dieser ist auch voll mit roter Brühe. Da es am Boden der Tankentnahme auch noch ein Sieb gibt, wird der Tank abgebaut und vorher der Diesel in Plastikkanister abgelassen. Doch dieses Sieb ist sauber.

Der Tank innen drin ist allerdings in keinem guten Zustand und von der Innenfläche der Oberseite können wir sehr viel von dem roten Schmier abkratzen. Es sieht nach einer Rost/Wasser/Dieselmischung aus und so können wir nicht weiter fahren.



Da stehen wir nun auf der Straße in Chefchaouen und kommen weder vor noch zurück. Hamed telefoniert ein wenig herum und erkundigt sich nach einem passenden Tank aus Aluminium oder Edelstahl. Es scheint auch etwas Passendes zu geben, aber nicht hier, sondern in Tanger. Dort werde ich am Montag dann mit einem Mitarbeiter von Hamed um 8:00 hinfahren.

Wir räumen unsere Sachen vom Gehweg, der Geselle von Hamed bringt Werkzeug, Diesel und sonstige Sachen zurück in die Werkstatt. Wir maches das Beste aus der Situation und gehen in der Stadt etwas essen. In einem kleinen Restaurant mit 26 Sitzplätzen und Blick über die Dächer bestellen wir uns jeder eine Tajine und einen Minztee (ordentlich gesüßt).



Uns schmeckt es gut, und gestärkt schlendern wir noch etwas durch die blauen Gassen. Als die Sonne untergeht wird es direkt merklich kühler und wir beschließen den Abend in den eigenen vier Wänden.






In der Werkstatt wird immer noch gearbeitet und das sieht nach einer vollen 6 Tage Woche für Hamed und seine Mitarbeiter aus.

Am Sonntag können wir dann erneut die Gegend erkunden und sind schon ganz gespannt auf den Montag. Es kommt keine Langeweile auf.



Tag 14


Heute ist Sonntag und es gibt hart gekochte Eier zum Frühstück, unsere 3.000 km Eier. Besser jetzt als abgelaufen und 6.000 km auf der Schale.

Der Frühnebel hängt zäh im Tal und kommt und geht mit der höher aufsteigenden Sonne. Gegen 10:00 scheint das Wetter stabil zu bleiben und wir wollen zum Wasserfall Ras El Ma.

Der Weg durch die Medina dauert ca. 25 Minuten. Durch die Menge an in- und ausländischen Besuchern sind wir in den engen Gassen aber deutlich länger unterwegs. Wir haben das Gefühl, jeden Tag neue Gassen zu entdecken.

Ab dem Tor Bab El Onsa haben unzählige Straßenverkäufer ihre Mitbringsel auf der Mauer aufgebaut und wolllen diese an Frau und Mann bringen. Ich bin mir sicher, dass so manch ein Souvenir den Weg zurück in sein Ursprungsland findet.


Der Wasserfall ist wenig spektakulär aber trotzdem ist hier viel los. Auf den kleinen Brücken versuchen die Frauen den Männern Überhänge über den Kopf zu ziehen und zusammen mit einem Strohhut zu verkaufen. Orangen werden an mehreren Ständen ausgepreßt und als leckerer Orangensaft zum Verzehr angeboten. Die Orangen werden in Wasserbottichen kühl gehalten.




Links und rechts vom Bach gibt es überdachte Waschplätze, die immer noch genutzt werden. Die Teppiche sind zu groß für die Waschplätze und landen direkt im durchfließenden Nass. Auf den Steinen werden sie in der Sonne getrocknet.


Erneut haben wir einen grandiosen Ausblick auf Chefchaouen. Gegen Mittag wollen wir ein anderes Restaurant ausprobieren und der Weg durch die Medina führt wieder durch unbekannte Gassen.



Das Restaurant befindet sich in einer Seitengasse des zentralen Platzes Outa El Hamam. Über schmale Stiegen geht es hoch in die 2. Etage und schon sitzen wir in der ersten Reihe mit Blick auf eben diesen Platz mit der Kasbah.


Nach einem Salat als Vorspeise gibt es erneut Tajine und nach der Hauptspeise kennen wir ganz genau den Unterschied zwischen Tajine Chicken Lemon und Tajine Vegetarian:

Die Tajine Vegetarian hat auch Gemüse 🤭

Das Dessert setzt sich aus Gebäck und Minztee zusammen. In einer Teetasse ist mehr Zucker enthalten als wir im MAN mitführen.

Nach dem ausführlichen Essen statten wir dem zentralen Markt einen Besuch ab. Geschützt vor der Sonne finden wir lebende Hühner, Frischfleisch und Fisch. Gemüse und Obst werden auf einer anderen Ebene gehandelt. Aber nicht nur hier, sondern überall in den Gassen, gibt es kleine Läden für den täglichen Bedarf.

Sichtlich ermattet treten wir den Heimweg an und genießen ein schattiges Plätzchen im MAN. Den Nachmittag vertreiben wir uns mit lesen und Vorbereitungen für die Shoppingtour nach Tanger. Mal sehen, was der Tankhändler für uns parat hat.







Tag 15


Wir hatten heute früh 08:00 abgemacht aber Hamed und Fahrer sind bereits um 10 nach 7 vor Ort und klopfen. Dank der Nachbarschaft sind wir schon lange auf, haben gefrühstückt und ich bin (fast) abfahrbereit: "10 minutes, please".

In einem Suzuki Microvan geht es los. Aus Japan sind mir diese Fahrzeuge sehr bekannt, aber in Deutschland werden sie nicht verkauft.  Die zweite Reihe geizt etwas mit dem Raumangebot, aber diagonal ist ausreichen Platz. Meine Freude währt nicht lange, nehmen wir doch noch einen vierten Passagier mit.

Wir kennen den Feuerwehrmann schon von der Werkstatt. Wie sich unterwegs herausstellt bringt er ein Getriebe, welches im Kofferaum rumpelt, zur Überholung und ist deshalb auch nicht die ganze Strecke mit an Bord.

Über die N2 fahren wir nach Norden und nach knapp 2 Stunden erreichen wir Tanger. Wir überqueren die Gleise der Eisenbahn bei Tanger Morora und bleiben rechts auf der Hauptstraße. Nach wenigen hundert Metern  erreichen wir unser Ziel auf der rechten Seite. Hinter einer Lagertür tut sich ein Gebrauchtteile Händler für LKW's auf und auf der ersten Blick wimmelt es im Ergeschoss von Getrieben. Hamed sagt, dass ein gebrauchtes Getriebe mehr Wert sei, als der Suzuki seines Fahrers.

Zusammen mit einem Lagermitarbeiter gehen wir in die erste Etage. Die Spannung steigt und in einer Ecke sind die gebrauchten LKW Tanks aus Aluminium aufgestellt. Mir schwant nichts Gutes, von dem was ich so auf den ersten Blick sehe. Die Tanks sind alle viel zu groß. Wir haben ja selbst auch lange nach einem passenden Tank gesucht.

Der Lagermitarbeiter klettert über die Tanks und vermutet einen passenden Tank weiter hinten. Leider Fehlanzeige. Hier kommen wir nicht weiter. Sollten die 2 Stunden Fahrt umsonst gewesen sein? Wie kommen wir ohne Tank aus Chefchaouen weg?

Hamed geht zur Nachbartür, hinter der ein PKW Händler seine Teile hortet. Lenkräder und ganze Lenkgetriebe hängen von der Decke, Türen und Motorhauben stehen dicht an dicht, unzählige Rücklichter liegen in den Regalen. Am Ende des Gebäudes tut sich ein "Garten" auf und hinten an der Mauer lehnt ein Kunststofftank, der zumindest von den Maßen paßt. Er stammt aus einem Iveco Lieferwagen und sieht so ähnlich aus, wie die 100 L Überführungstanks aus Kunststoff. Nur das er doch etwas kleiner ist.

Aus zwei passenden Tankentnahmen wird eine ganz brauchbare Garnitur gebastelt, der Fahrer macht den Drucktest und es ist das brauchbarste, was sich heute hier und jetzt auftreiben läßt. Ich habe nicht viel Verhandlungsspielraum, da wir ja auf eine Lösung angewiesen sind, aber etwas läßt der Händler mit sich handeln.

Ruckzuck ist der Tank im Suzuki verstaut und es geht ein kleines Stück weiter nach Tanger hinein. Wir brauchen ja auch noch neue Kraftstofffilter. Wir finden den Teilehändler recht schnell, machen einen U-Turn und Hamed und ich nehmen die alten Filter als Referenz mit hinein.

Wir haben Glück und sowohl Kraftstofffilter als auch Vorfilter sind da. Der Computer zeigt die gleichen Referenznummern, die ich schon rausgesucht hatte. Die Freude meinerseits ist groß, erkenne ich doch einen großen Schritt in die richtige Richtung.

Dann machen wir uns auf den Heimweg. Am Rand von Tanger trinken wir einen Kaffee und es geht die gleiche Strecke zurück. Nach knapp 2 Stunden sind wir zurück in Chefchaouen.

An der Werkstatt angekommen wird der Tank mit Hochdruck gereinigt. Da er nicht lang genug für die Tankaufnahmen ist, wird eine Unterkonstruktion aus Holz gebaut. Der nur wenige Meter weiter arbeitende Schreiner sägt uns passende Bretter zurecht und gibt uns noch eine handvoll Nägel mit.


Wir haben zum Glück noch ein paar Spanngurte als Reserve dabei, mit denen wir Konstruktion und Tank fixieren.
Hamed baut die neuen Filter ein, verbindet alle Schläuche und das Kraftstoffsystem wird entlüftet. Dann kommt der spannende Augenblick: "Bernd, please start your engine."


Der MAN startet direkt, der Motor läuft rund. Hamed bringt seinen kleinen Sohn nach Hause, bevor wir zu dritt zur gemeinsamen Probefahrt aufbrechen.

Es geht ein kleines Stück durch den Ort und steil ins Tal hinab, ehe wir drehen. Der MAN macht bergauf keinerlei Mucken und der Motor dreht einwandfrei. Die Reparatur war erfolgreich. Hamed rät uns trotzdem, zurück in Deutschland ein Mittelchen zur Spülung der Einspritzanlage zu Verwenden.

Vom alten Tank nehmen wir die Tankentnahme und den abschließbaren Tankdeckel mit und klettern sichtlich erleichtert die steile Straße zum Campingplatz hoch. Wir stellen uns unter die Bäume in den Schatten und genießen eine kalte Dusche.


Mit dem geringen Tankvolumen planen wir nun eine andere Strecke durch Marokko. Unsere Reichweite beträgt nur noch 300 km.



Tag 16


Unser Ziel für heute ist Feś. Um die alte Königsstadt zu erreichen, muss allerdings der Tank gut gefüllt sein. Wir fahren vom Campingplatz in den Ort runter, wo zwei Tankstellen direkt nebeneinander liegen. Die Einfahrt ist nicht gerade für LKWs gemacht, doch mit der freundlichen Einweisung vom Tankwart funktioniert es mit der Zufahrt zur Zapfsäule.

Der neue Tank macht auch Freude. Volltanken ist viel billiger als mit dem alten Tank. Etwas Positives wollen wir der ganzen Situation doch abgewinnen. Dann klemmen wir uns einen Zettel mit Kilometerangabe ins Armaturenbrett, wann wir wieder tanken wollen/müssen.

Wir verlassen Chefchaouen in südlicher Richtung und stoßen bei Derdara auf die N 13. Am dortigen Kreisverkehr ist auch eine schöne große Tankstelle, die noch nicht in meiner Straßenkarte vorhanden ist. Preislich liegt die Tankestelle gleichauf mit denen in der Stadt.

Auf der N 13 fahren wir ca. 60 km in Richtung Ouazzane und folgen dann der R 408 durch das Inland. Auf der Michelin Karte ist ein Teilstück gepunktet, was für "gefährlichen Strecke" steht. Wir können ein Befahren der landschaftlich schönen Strecke auch nur bei Tageslicht empfehlen, sind doch einige Teile vom Asphaltband in Längsrichtung aufgeworfen und bilden üble Kanten und Rinnen.


Die Landschaft ringsherum ist wunderbar grün, die Felder bewirtschaftet und im bäuerlichen Leben und Transport stellt der Esel das Hauptverkehrsmittel Nr. 1 dar.
Traktoren bekommen wir nicht zu Gesicht, aber kleine Jungs, die per Smartphone auf dem Esel den Weg finden. Oder findet der Esel den Weg doch von ganz alleine?

In den wenigen Ortsdurchfahrten herrscht für uns das übliche Chaos auf den Straßen. Wofür waren die Fußgängerwege noch einmal gut?

Wie auch schon die Tage vorher ist die Polizei mit ihren Kontrollen sehr präsent. Touristen dürfen aber immer passieren. Die Leute auf dem Land sind sehr freundlich und wir winken uns gegenseitig zu. So manch ein Auto- oder LKW-Fahrer ist von unserem Erscheinungsbild sichtlich angetan und hupt und zeigt den Daumen nach oben.

Wir wechseln auf die R 501, die direkt nach Feś führt. Alte Wasserversorgungsrinnen säumen die Felder und die Anzahl der in Plastik gekleideten Feldfrüchte nimmt zu. Im Gegensatz dazu, nimmt das Asphaltband ab und nur noch in der Mitte der Fahrbahn gibt es eine durchgehende Decke.

Was uns etwas irritiert ist das Salutieren einiger Männer, wenn wir vorbei fahren. Gerade das wollten wir mit unserer Farbauswahl vermeiden und keineswegs wie ein Militärfahrzeug aussehen.

In Feś angekommen, fahren wir auf einer 3-spurigen Straße an der alten Stadtmauer entlang. Das Navi schlägt uns eine andere Richtung vor, aber als LKW dürfen wir die Stadtmauer nicht passieren. So suchen wir uns in Ruhe eine neue Route zu einem anderen Supermarkt, in dem wir unsere Vorräte auffüllen.

Auf dem Weg zum Campingplatz säumen Flaggen, Soldaten und Polizisten so im 100 m Abstand beidseitig die Ausfallstraße. Es scheint ein Offizieller in der Stadt zu sein oder wird erwartet. Auf der Gegenfahrbahn sehen wir auch bald eine Polizeieskorte, gefolgt von einer Art Airstream Camper. Wer wohl darin sitzen mag?

Der Weg zum Campingplatz ist etwas steinig und mit Glasscherben durchsetzt. Es sieht so aus, als ob niemand durch dieses Neubaugebiet fahren soll. Auch finden wir an den angegebenen Koordinaten keinen Campingplatz, aber ein paar hundert Meter weiter. Leider ist der Campingplatz (immer noch) geschlossen doch wird uns abgeboten, kostenlos und bewacht auf der Straße stehen zu bleiben. Das Angebot nehmen wir an und schon bald stehen 4 Wohnmobile am Straßenrand. Wir sind schlecht vorbereitet, denn nach ein wenig Recherche wissen wir, dass der Campingplatz seit März 2019 Probleme hat und geschlossen ist. Ob das wohl etwas mit dem angrenzenden Neubaugebiet und den potentiellen Hauskäufern zu tun hat? Wir hoffen auf jeden Fall auf eine angenehme und ruhige Nacht ohne Hundegebell.

Anmerkung: Bis jetzt habe ich nicht über den Müll oder Dreck entlang unserer Strecke geschrieben aber heute ist uns der Müll extrem aufgefallen. Enorme Mengen von Plastikabfällen säumen die Straßen, alte Autoreifen liegen im Fluß und vor Feś wurde jede Menge Schutt einfach an den Straßenrand gekippt. Ein nicht nur unschöner Anblick. Es läßt Zweifel am grundsätzlichen Naturverständnis der Menschen aufkommen.



Tag 17


Als wir frühstücken, fährt ein roter alter Mercedes 220 D (W123) vor. Der Fahrer kommt auch zu uns und stellt sich auf deutsch als jemand vom Touristenbüro vor. Er bietet uns eine Stadtführung auf deutsch mit Taxi Service von und bis zum Campingplatz an. Der Preis ist OK, da diese für die Stadtführung festgelegt sind. Und wir wollen ja eh in die Stadt und hätten an der Rezeption nach einem Taxi gefragt.

Wir haben noch etwas Zeit und erkunden die Gegend. Ein weiteres Neubaugebiet befindet sich in unmittelbarer Nähe, wo auch eine neue Moschee gebaut wird.





Extrem überpünktlich kommt der Tourguide mit Taxi vorgefahren. Wie so viele Taxis in Fès ist es rot und ein Dacia Sandero. Diese werden in Tanger produziert und sind bestimmt noch preiswerter als in Deutschland.

Wir erfahren auch, dass der König in Fès für 7-10 Tage erwartet wird und deswegen so viel Flaggenschmuck und Uniformierte die Straßen säumen. Er kommt mit dem Auto und nicht mit dem Flieger und deswegen wird auch eine Menge Müll in der ersten Reihe beseitigt.

Zuerst machen wir einen Fotostop auf einer Umgehungsstraße mit Blick auf Fès. Dann geht es auf Schleichwegen in die Stadt hinein. Am blauen Tor werden wir inmitten einer asiatischen Reisegruppe aus dem Taxi gelassen und sind bestimmt auf mehreren Fotos abgelichtet.




Und dann geht es auch schon los durch die engen, zum Teil überdachten Gassen. Alle Waren die hier zum Kauf ausgestellt oder aufgehangen sind, verschwinden jeden Abend hinter Schloss und Riegel und werden am nächsten Morgen wieder hervor geholt.



Da alle Häuser über einen eigenen Wasseranschluss verfügen, verschwinden immer mehr der so typischen Brunnen aus den Stadtvierteln. Einen schönen und funktionsfähigen Brunnen sehen wir aber doch noch.


Gekocht wird übrigens mit Gas, welches in Gasflaschen gekauft werden muss. 4 € kostet eine volle Flasche im Pfandsystem. Die Stadt bezuschußt jede Flasche mit 8 €. Das Geld wird an anderer Stelle über Abgaben und Gebühren wieder reingeholt.

Einzelne Bereiche der Altstadt sind in unterschiedliche Gewerke aufgeteilt. Lebensmittel, Lederwaren, Gerber, Kleider, Stoffe und Tücher, Holzbearbeitung, Metallbearbeitung, Kupfer und Messing und bestimmt noch sehr viel mehr.





Der Ofen vom Bäcker erhitzt auch das Wasser für das rückwärtig angrenzende Bad und zeugt vom Einfallsreichtum schon im Mittelalter. Es wird versucht das Handwerk so zu pflegen, wie es schon seit Urzeiten war. Da Fès von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen wurde, wollen die Bewohner ihre Tradition auch weiter pflegen.

Unser Tourguide kennt eine Menge Leute in den Gassen und stellt uns den einen oder anderen Laden vor. Zum Glück nicht ganz so aufdringlich und für viele Dinge haben wir eine Erklärung parat, warum dies oder jenes nicht das Richtige für uns ist.



Wir bekommen einen Einblick in einen Hamam, klettern in die oberste Etage einer Lederwarenmanufaktur. Vor dem Ausblick auf die Gerberei reicht man uns einen Minzzweig, der die üblen Gerüche wegfiltern soll. Bei 20 Grad Außentemperatur sind die Gerüche gar nicht so schlimm. Wem eine Lederjacke gefällt aber nicht bezahlen kann, der darf eine Woche in der Gerberei arbeiten.




Der nächste Stop ist bei einer Weberei. Interessant ist, das ein Faden aus der Aloe Vera Pflanze gewonnen wird. Baumwolle wird aber auch versponnen. Mehr als 5 Stunden pro Tag soll Mann/Frau wohl nicht am Webstuhl arbeiten.

Ein paar interessante Gebäude bleiben uns als Christen verschlossen, so auch das Mausoleum des Stadtgründers. Fès hat seinen Namen übrigens vom gleichnamigen Fluss, an dem die Gerbereien angesiedelt sind und bedeutet "Hacke". Am Fluß wurde nämlich eine Hacke gefunden und was liegt da näher, als den Fluß nach dem Fundstück zu benennen.




Nach der Stadtführung bringt uns das Taxi wieder zurück zum Campingplatz. Unser Tourguide verabschiedet sich unterwegs, aber dafür wird ein weiterer Passagier aufgenommen. So ein geteiltes Taxi ist eine prima Idee.


Wir sind ein wenig geschafft von den ganzen Eindrücken und Erzählungen und lassen den Abend gemütlich ausklingen. Morgen wollen wir weiter Richtung Süden in die Berge hinein.



Tag 18


Es geht weiter Richtung Süden. Dem Sicherheitsdienst vom Campingplatz geben wir ein kleines Trinkgeld und entschwinden aus Fès über die N 8. Wir schlängeln uns etwas in die Höhe und erreichen zügig Ifrane, die Schweiz Marokkos. Die Häuser und Hütten sehen aus wie in den Alpen, die Straßen sind sauber und gepflegt doch den Bäumen fehlt noch etwas Blattwerk.

Ein paar Kilometer nach Ifrane genießen wir einen fantastischen Ausblick über die grünen Hügel. Die Fossilienverkäufer lassen uns unbehelligt, wohl weil wir hinter den Hütten zum Aussichtspunkt gehen. Als wir wieder beim MAN sind überprüfe ich die Gurte vom Tank und ziehe diese etwas fester. Wir wechseln auch eine Schlauchschelle am Vorfilter, da aus der Dieselleitung zur Vorförderpumpe etwas Diesel tropft. Die Reparatur ist schnell erledigt und alle Leitungen sind wieder dicht.




Bei Azrou wechseln wir von der N 8 auf die N13 und es geht durch die Zedernwälder. In den Wäldern leben auch Berberaffen. Die Strecke ist landschaftlich sehr schön und auch bei Motorradfahren beliebt. Eine Gruppe BMW Fahrer aus Spanien ist auf der selben Strecke wie wir unterwegs.

Wir sehen den ersten Schnee und erreichen eine Höhe von über 2.000 Metern. Der MAN bläßt schwarzen Rauch aus dem Auspuff.



Das Erscheinungsbild der kleinen Städte hat sich verändert. Es ist deutlich sauberer, die Bürgersteige sind sehr breit und werden benutzt. Die Straßen sind fast alle neu geteert. In den Ortszentren wird auf Holzkohle gegrillt und Rauchschwaden stehen in den Straßen. Der Metzger ist gleich nebenan und die Wege sind kurz.


In Midelt fassen wir Sprit nach und laufen so keine Gefahr, ohne Diesel liegen zu bleiben. Die Vegetation hat nachgelassen und Täler und Felsen tun sich auf. Vor dem Georges du Ziz sind wir dann kurz irritiert, da der nun kommende Tunnel laut der Beschilderumg eine Höhenbegrenzung von 3,50 m hat. Das wäre für uns etwas zu wenig. In der Landkarte steht 4 m und so fahren wir vorsichtig weiter. Hinter einer Linkskurve lauert das Tunnelportal auf uns und es sieht deutlich höher als 3,5 m aus. Wir halten uns in der Mitte der Fahrbahn und vom Ausgang winkt uns schon der Militärposten aufmunternd zu.






Nördlich von Ar-Rachidia liegt ein großer Stausee. Unser Navi möchte uns an der Staumauer vorbei führen und quasi von hinten herum wieder in den Ort. Eine funkelnagelneue Straße führt aber geradeaus und mitten durch den Ort. Den Weg nehmen wir. Den Straßenschildern nach zu urteilen ist Ar-Rachidia eine Universitätsstadt. Und alles sieht sehr gepflegt aus. Kein Vergleich zu der Gegend nördlich von Fès.

Unser Übernachtungsplatz ist heute an der Auberge Tinit. Solange es noch hell ist, korrigiere ich den Sitz der Solarpanele auf dem Dach. Das linke Panel hat sich etwas in die Fahrzeugmitte verschoben. Das muß ich weiter beobachten und eventuell die Panele anders fixieren.

Beim Abendessen lernen wir die Inhaberin Irmgard aus Südtirol kennen, ihren Mann kennen wir schon vom Parkplatz draußen.



Tag 19



Wir stehen am Morgen schon an der richtigen Straße N 10. Bevor es in die Berge geht, sind es noch knapp 60 km bis zur nächsten Stadt und der Dieselvorrat reicht dicke. Andernfalls hätten wir direkt gegenüber unseres Schlafplatzes tanken können. Zumindest entsorgen wir unseren Müll an einer am Straßenrand aufgestellten Mülltonne, die wir sehr oft an Ausfallstraßen und Parkplätzen anfinden.

Nach dem Ortsausgang ist die Gegend sehr öde. Sind am Anfang noch ein paar Dattelplantagen zu finden, ist ein Großteil der Strecke einfach nur felsig und brach liegende Gegend. Rechts von uns tun sich die Berghänge vom Hohen Atlas auf und in der Nähe der größeren Städte stehen immer 2-3 Sendemasten. Das G4 Mobilfunknetz ist wirklich sehr gut.


Wir erreichen Goulmima über eine steile Rampe und fahren zur Ortsmitte, wo wir eine Tankstelle ansteuern. Goulmima ist augenscheinlich eine Radfahrerstadt. So viele Menschen, die auf Fahrrädern unterwegs sind, haben wir in Marokko bisher nicht gesehen. Der Asphalt ist neu und die Hauptstraße topfeben; genau richtig zum Radfahren.


Nach dem Tanken wenden wir uns nach Norden und fahren über schmale und holprige Wege aus der Stadt hinaus. Nach dem Ortsausgang fahre ich auf eine Stellfläche, da der MAN im 2. Gang nicht richtig zieht. Wir klappen das Führerhaus und Silvia entdeckt direkt einen klitschnassen und tropfenden Schlauch. Entweder hat sich die Schlauchschelle gelöst, war nicht richtig angezogen oder einfach nicht passend. Wir entscheiden auf "nicht passend" und montieren eine neue Schlauchschelle. Dann entlüften wir die Leitung noch über die Schraube am Kraftstofffilter und mittels der Handpumpen.

Und weiter geht die Fahrt, auch im 2. Gang und auch bergauf. Auf unserer heutigen Etappe umrunden wir gegen den Uhrzeigersinn den Berg Âit Morrhad. Es geht vorbei an einer fruchtbaren Oase, die Straße führt auf ein Hochplateau und wir bewegen uns 2.000 Meter über Meeresspiegel. Die Dorfdurchfahrten sind ein wenig wie Spießrutenlauf, säumen doch sehr viel bettelnde Kinder der Straßenrand oder kommen gar aus den Häusern gerannt.




Anhalten und Fotos ohne Belästigung zu machen ist nicht drin. Schade eigentlich. An einer Engstelle treffen wir ein Paar aus Heilbronn, die mit einem Steyr unterwegs sind. Der ist auch gerade erst vor der Reise fertig geworden.




Nachem wir die Grüngürtel mit den saftigen Feldern passiert haben, wird die Gegend etwas eintönig. Wir passieren Âit-Hani und nähern uns der Todra Schlucht. Leider steht die Sonne schon sehr tief und die Felsen liegen alle im Schatten.



Die Souvenirverkäufer bieten ihre Tücher an, viele andere Verkaufsstände sind aber leer. Zur Hochsaison muß hier richtig was los sein. Jetzt sind nur ein paar Wanderer und Kletterer unterwegs.





Kurz nach der Todra Schlucht haben wir den Campingplatz erreicht und freuen uns auf eine warme Dusche. Die Waschmaschine benutzen wir auch. Mal sehen, wie lange wir hier bleiben.



Tag 20


Zur Feier des heutigen Samstags machen wir Urlaub vom Reisen und gönnen uns etwas Ruhe.

Silvia backt einen Kuchen,


die Wäsche trocknet in der Sonne


und ich kleide mich in Fallschirmseide und baumel so vor dem MAN hin und her:


Am Nachmittag führen wir ein nettes Gespräch mit einer WoMo Besatzung aus Garmisch, ich checke den Ölstand und fülle etwas nach. Am Abend sind wir mit meinen Eltern per Skype verabredet und lassen sie an unserer Reise teilnehmen. An dieser Stelle "Liebe Grüße" nach Meerbusch.



Tag 21


Wir sind nach dem Frühstück früh unterwegs und fahren ein paar Kilometer nach Westen auf der N 10 entlang. In Boumalne-Dadès füllen wir den Tank und biegen Richtung Norden zur Dadès-Schlucht ab. Es sind 33 km bis zur Engstelle mit dem überhängenden Felsen. Wir wollen unseren Aufbau nicht riskieren und planen keine Durchfahrt.

Das Tal ist sehr fruchtbar, touristisch mit Restaurants, Unterkünften und Campingmöglichkeiten erschlossen. Von der Straße gibt es tolle Ausblicke ins Tal und die umliegende Bergwelt. Vorbei geht es an einer Felsformation, die "Affenfinger" genannt wird.




Vor der Schlucht folgt das fahrerische Highlight des Tages. Die Straße windet sich, eng an die Felswand geschmiegt, in engen Serpentinen nach oben. Kurz vor dem Hotel gibt es eine Parkmöglichkeit mit einem fantastischen Ausblick auf die Strecke.





Nach dem Hotel fahren wir durch zwei Baustellen, in denen die Schäden von Felsabgängen repariert werden. Die Straße ist breit genug für LKWs.

Vor der Dadès Schlucht parken wir den MAN an einem Restaurant und besichtigen die Schlucht zu Fuß. Es ist nicht viel los und die Ruhe tut gut. Wir kehren in das Restaurant ein und genießen leckeren Minztee mit Zucker. Der Wind bläßt über die Terasse und durch die Schlucht. In der Sonne läßt es sich gut aushalten.





Wir fahren die gleiche Strecke zurück und legen ein paar Fotostops ein. Wieder auf der N 10 angekommen, folgen wir der Straße der Kasbahs Richtung Westen. Das Hochplateau liegt auf ca. 1.500 Höhenmetern und die Sonne brennt ins Führerhaus. Außerhalb der Städte liegt das Land brach. An nur ganz wenigen Stellen werden die Flächen landwirtschaftlich genutzt. Die Fahrt auf den Landstraßen ist anstrengend, gibt es doch keine Randstreifen aber tiefe Gräben unmittelbar am Fahrbahnrand. Ein Fahrfehler und es ist aus mit Mensch und Material.





Bei Skoura beenden wir den heutigen Fahrtag auf einem Campingplatz, der in einer Palmeria angelegt ist. Wir halten einen Plausch mit unseren englischen Nachbarn, die von üblen Überschwemmungen aus dem Lake Distric berichten. Zu Hause im Rheinland sind wohl jede Menge Karnevalsumzüge wegen Sturm abgesagt und regnen soll es auch ganz gut.



Tag 22


Die Sonne geht durch das Heckfenster auf, genauso wie es uns die englischen Nachbarn  gesagt hatten. Die sind ebenso früh unterwegs wie ein Großteil der anderen Camper. Wir folgen auch nur wenig später und auf der Route der Kasbahs geht es weiter nach Ouarzazate. Bei dem örtlichen Carrefour soll es Bier und Wein geben. So ist es auch.

Wir folgen dem Ratschlag unserer Wiener Nachbarn aus Chefchaouen und kaufen marokkanischen Wein. Bezahlt wird an einer eigenen Kasse im alkoholischen Bereich. Mit den bezahlten Weinflaschen fahren wir den Einkaufswagen zur normalen Kasse und bezahlen den Rest. Hinter den Kassen steht ein Aufpasser, der die korrekte Arbeit der Kassiererinnen überwacht. Das ist mir jetzt schon in mehreren Märkten aufgefallen.

Wir füllen den Tank, bevor wir uns auf die N 9 begeben und das Drâa Tal erkunden. Die ersten 50 km geht es erneut durch eine Einöde, aber auf einer gut ausgebauten Straße. Das ändert sich schlagartig hinter Ãit-Saouh, wo die Straße über den 1.660 Meter hohen Paß neu gebaut wird. Der Blick nach links aus dem Fenster erinnert ein wenig an die Straße des Todes in Bolivien und so schaue ich stur auf den Weg vor mir.



Nach der Paßhöhe halten wir an einer der Parkbuchten und genießen den Ausblick auf die Erdgeschichte. Im mehreren Lagen liegen die Felsschichten übereinander und es erinnert ein wenig an erkaltete Lava.


Der Blick nach Agdz verwöhnt unsere Augen wieder mit grün. Da die Sonne erneut durch die Frontscheibe sticht und wir des Fahrens müde sind, lassen wir uns 2 km nördlich von Agdz auf einem, an einem Palmengarten gelegenen, Campingplatz nieder. Der Platz hat schon bessere Tage gesehen und vielleicht wäre der Campingplatz im Ort doch besser gewesen. Egal, wir stehen direkt an dem Palmengarten und erholen uns in dieser ruhigen Oase. Bis zum Sonnenuntergang sind Vögel und Tauben unterwegs und nach Einbruch der Dunkelheit musizieren die Grillen.






Tag 23


Um 04:38 ertönt der Ruf des Muezzin zum ersten mal, eine knappe Stunde später das zweite mal. Der Lautsprecher ist in unmittelbarer Nähe und die Campinggäste werden gut beschallt.

Das Sanitärgebäude ist den Namen nicht wert und auch die Versorgungsstation entspricht keinem guten marokkanischem Standard. Es müsste etwas Geld in die Hand genommen werden um den Platz auf Vordermann zu bringen. Ebenso den Pool.


Vor der Abreise schauen wir uns noch etwas den Garten und die angrenzende Kasbah an. Dann geht es ins Drâa Tal.








Dort wo kein Wasser und keine Palmen sind, ist es öde und trocken. Die Schönheit der Gegend erschließt sich entlang des Flusses, den Palmengärten und Kasbahs.





Auf dem Weg zu einem Fotostop ist plötzlich der Bremsdruck weg und die Bremsen sind zu. Es geht weder vor noch zurück. Wir haben eine Vermutung woran es liegt und kippen das Führerhaus. Und richtig, erneut ist der Versorgungsschlauch zur Ansteuerung der Differentiale und der Untersetzung abgeflogen und die Druckluft entweicht aus den Kesseln. Wir bekommen den VOSS 240 Anschluß nicht vernünftig fixiert und klemmen die Druckluft mit einem Kabelbinder ab. So können wir wenigstens weiter fahren, aber nicht in die Wüste.

In Zagora werden wir von einem Jungen auf dem Fahrrad in Deutsch angesprochen: "Mein Boss (Vater) hat eine MAN Werkstatt" und er möchte uns zumindest eine Visitenkarte überreichen. Wir hatten uns zwar vorgenommen keinem "Schlepper" zu folgen, aber da die Werkstatt eh auf unserem Weg liegt, folgen wir dem Radler.

Wir landen zwar nicht bei einer MAN Werkstatt, aber wohl bei DER Adresse in Zagora für Service und Reparaturen aller Art: Garage Sahara Zagora


Es ist schon ein wenig beeindruckend, in diesen heiligen Hallen zu stehen. Mit einer Visitenkarte und einem Aufkleber ausgestattet verlassen wir Zagora.

Südlich des Ortes steigt die Militärpräsenz und wir passieren eine Kaserne. Diese dient sicherlich der Absicherung der algerischen Grenze, die nun nicht mehr weit ist.

In Tagounite ist die letzte Tankmöglichkeit und es wäre sehr fahrlässig, diese nicht zu nutzen. Danach sind es nur noch wenige Kilometer bis zu unserem heutigen Ziel vor Mhamid: der neue und wunderschöne Campingplatz von Phil. Einfach ein Traum.



Beim Abendessen (Kamelkotelett) erzählt uns Phil, dass er in Marokko geboren ist und als 4x4 Guide gearbeitet hat. Ein Campingplatz ist schon immer sein Traum gewesen und seit September 2019 ist der Platz nun für Touristen geöffnet







Tag 24


Als wir das Führerhaus am Vormittag kippen ist es schon mächtig warm. Wir legen eine Decke auf den kalten Motor und machen es uns für die Reparatur der Zuleitung bequem.

Zuerst fädeln wir einen Spanngurt um die Ventile und versuchen die Zuleitung so fest zu bekommen.


Die Aktion ist nur zum Teil von Erfolg gekrönt und der Ventilsitz kann nun vom VOSS Verbinder gelöst werden. Dichtring und Eingang sind verformt und mit einer Lage Isolierband bekommen wir den Anschluß einigermaßen dicht.

Mit einem Kabelbinder wird der aktuelle Zustand fixiert. Der Druckkessel erreicht 8 bar und morgen werden wir das Ganze testen.


Zu Fuß sind wir in den nahen Ort gegangen. Es gibt Restaurants, 4x4 Veranstalter, Unterkünfte, kleine Geschäfte und eine Geländewagen Werkstatt.









Im OMNIA Backofen backt Silvia ein Roggenbrot und ich vertrödel die 30 Grad Hitze im Schatten den Palmen.



Tag 25


Um 07:00 klingelt der Wecker, denn wir haben eine Stunde später eine Verabredung, eine virtuelle Verabredung. Meine Mutter begeht heute einen runden Geburtstag und ihr Lieblingssohn (ich bin der einzige Sohn) möchte doch zum Jubeltag gratulieren. Mein Papa meldet sich rechtzeitig per Skype und so singen Silvia  und ich ein Liedchen. Die anderen Campingsplatzgäste sind danach bestimmt wach.

Wir leeren den Abwasserkanister und den Kanister der TTT, bunkern 30 L Brauchwasser in unserem Außentank und fahren nach Mhamid. Am Ortseingang halten wir uns halb rechts Richtung Wüste. Sprit kann man hier schon noch bekommen, aber nicht an einer Tankstelle sondern vom Fass.

Als wir das Asphaltband verlassen, überprüfen wir die Funktion der  Untersetzung, der Längs- und Quersperre. Die entsprechenden Lampen im Armaturenbrett leuchten und es funktioniert alles einwandfrei. Dann lassen wir etwas Luft aus den Reifen, so wie Phil es uns angeraten hat.

Nach dem letzten Camp westlich von Mhamid beginnt die Sandpiste und der Übergang von fest nach fließend kommt unmittelbar mit einem kleinen Hügel. Dahinter ist feinster Wüstensand und das Fahrgefühl ist merklich anders. Der MAN sucht sich durch sein Gewicht eine eigene Spur und wir könnten nun für Stunden der Piste bis nach Foum-Zguid folgen, wenn wir gewollt hätten. Etwas im Sand spielen reicht uns und da kein anderer LKW mit uns die Strecke bestreitet, kehren wir um.



Das Wenden auf der Piste ist gar nicht so einfach, aber doch machbar. An einem Sandhügel überholt uns ein Toyota Hilux, der am nächsten Hügel doch Probleme hat und erst einmal nicht weiter kommt. Mit dem zweiten Anlauf hat er kein Problem mehr und wir sind gewarnt. Ich lege die Sperren ein und der MAN wühlt sich über den Sandhügel. Man merkt schon, dass der Antriebsstrang arbeitet.

Wieder auf festem Grund erhöhen wir den Luftdruck auf allen Reifen, allerdings lassen wir den Luftdruck auf der Vorderachse niedriger als vorher. Das bringt einen besseren Fahrkomfort.


In Zagora angekommen will uns ein Mopedfahrer erneut zur Werkstatt lotsen. Wir winken dankend ab. Es scheint eine Art Sport zu sein, die Allrad Touristen zu einem Abschmierservice zu bewegen. Ist wohl nicht sehr viel los im Moment.

Die neue Asphaltstraße N 12 / RN 17 führt uns bis nach Foum-Zguid. Es sind extrem wenige Fahrzeuge unterwegs und auf der Strecke gibt es auch keine einzige Tankstelle.




In Foum-Zguid steuern wir den Campingplatz in einer Palmenoase an. Die Begrüßung ist sehr herzlich, die Stellplätze unter den Palmen bieten etwas Schatten. Die Duschen sind heiß und das Abendessen wird uns zum Fahrzeug gebracht. Um es kurz zu machen: das ist die allerbeste Tajine Hähnchen Zitrone, die wir bisher in Marokko gegessen haben. Einfach großartig lecker.




Am Abend sind die Temperaturen so angenehm, dass wir draußen sitzen und den Grillen zuhören.




Tag 26


Rachid kommt am Morgen mit frischem Brot vorbei. Verhungern kann man auf seinem Campingplatz eher nicht. Auch der MAN darf nicht verdursten und wir lassen den Tank am Ortseingang füllen.



Über die N 12 geht es im schnellen Galopp bis nach Tata. Von dort aus wollen wir nach Tafraoute. Das Garmin schlägt eine Strecke vor, die es auf unserer Landkarte gar nicht gibt. Auch die ursprünglich geplante R 109 ist der RN 7 gewichen. An dem vom Garmin vorgeschlagenen Abzweig überprüfen wir die Distanz zum Ziel und die Restreichweite von unserem Tank. Das wird knapp. Deshalb fahren wir auf der RN 7 weiter bis Igherm. Dort soll eine Shell Tankstelle sein.


Die Straße mit dem neuen und schwarzen Teerbelag wirkt fremd in dieser Bergwelt, wo fast keine Fahrzeuge unterwegs sind. Zum Teil fehlt noch die Fahrbahnmarkierung und es wird an 2-3 neuen Brücken gebaut. Die Straße ist sehr schön zu fahren, nur Touristen sehen wir keine.

In Igherm gibt es wirklich die bitter nötige Tankstelle und schon bald ist der Tank randvoll. Über die R 106 geht die Fahrt durch eine abwechslungsreiche Gegend mit vielen blühenden Mandelbäumen. Die Warnungen vor Straßenschäden nimmt man besser ernst, gibt es doch ein paar ordentliche Lücken im Asphalt. Der Blick auf die wechselnden Bergansichten ist grandios, die kurvenreiche Straße erfordert aber höchste Aufmerksamkeit.



Die letzten Kilometer nach Tafraoute ist die Straße in der Michelin Karte eine Kategorie besser als die Vorherige, aber in der Realität sieht das Bild ganz anders aus. Asphalt existiert für eine Fahrzeugbreite in der Mitte, am Rand ist staubige Naturpiste.

Im Ort gibt es für Camper die Möglichkeit am Straßenrand zu stehen. Wir entscheiden uns für einen freien Stellplatz bei den Blauen Steinen ein paar Kilometer außerhalb der Stadt. Der Weg zum Stellplatz ist sehr staubig. Es haben aber auch ganz normale Wohnmobile den Weg gefunden. Im rötlichen Abendlicht wird die eine Seite der Steine angestrahlt, mit der Morgensonne die andere Seite. Es sieht sehr interessant aus.










Tag 27


Nachdem das Bass wummern die Nacht dann doch mal verstummt war, haben wir gut geschlafen und werden mit dem Sonnenaufgang wach. Die Blauen Steine wirken in der Morgensonne ganz anders als im rötlichen Abendlicht.



Unsere Abfahrt ist unspektakular. Wir müssen nur auf die ganzen Glasscherben aufpassen, die in der Gegend verstreut oder angehäuft um eine Feuerstelle liegen. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn ein jeder seinen Müll entsorgt und nicht überall in der Gegend verteilt.

Wir folgen einem anderen Weg von den Blauen Berg zurück zu einer Straße. Uns kommt eine große Gruppe von Motorradfahrern entgegen. BMW GS und große vollverkleidete Maschinen werden gefahren. Die Sozia ist meißtens mit Filmen per Smartphone oder Action Cam beschäftigt. Als Lumpensammler folgt ein PKW mit Trailer, auf dem Ersatzreifen liegen. Es scheint eine organisierte Tour zu sein.

Am Ende der knapp 4 km staubigen Piste erreichen wir die R 104 und fahren diese in westlicher Richtung bis Tiznit. Für die knapp 100 km benötigen wir mehrere Stunden und legen ein paar Fotostops ein. Aber nur dort, wo es nicht steil den Hang hinunter geht.





Gut 80 km der Strecke sind ein landschaftliches Highlight durch die Bergwelt des Anti Atlas. Fahrerisch ist die Straße sehr anspruchsvoll. Leitplanken oder eine andere Art Schutz ist oft Fehlanzeige. Das scheint den typisch marokkanischen Auto-/LKW-Fahrer nicht zu stören; ihm sind die Telefongespräche wichtiger als die Konzentration auf die Strecke.






Ein weiteres Highlight ist der Col du Kerdous sowie eine Hochebene von 1.500 m über dem Meeresspiegel. Die letzten Kilometer vor Tiznit hingegen sind langweilig und öde. Am Ortseingang empfängt uns wieder einer dieser rot-weißen Fußgängerüberwege, die wir mit dem MAN nur in Schrittgeschwindigkeit passieren können. Im Ort werden wir nach geraumer Zeit erneut mit Ampeln konfrontiert und müssen höllich aufpassen, dass wir diese auch mitbekommen. Wir sind Ampeln nicht mehr gewöhnt.

Bevor wir uns auf die gut ausgebaute N 1 Richtung Norden aufmachen, wird der Tank aufgefüllt. Mit 9,13 DH/L ist der Diesel sehr günstig. Die N 1 führt nach Agadir, aber so weit und in eine Großstadt wollen wir heute nicht. Unser Ziel liegt im Nationalpark Sous Massa und wir quartieren uns auf einem Campingplatz am Atlanktik ein.


Nach uns kommt ein deutsches Rentnerpaar aus Geilenkirchen mit einem Ford Ranger "Charly" und einer selbst konstruierten Kabine mit Hubdach und seitlich ausklappbarem Bett. Wir kommen ins Gespräch und schauen uns die Kabine an. Die sieht sehr interessant aus.

Leider gibt es heute keinen schönen Sonnenuntergang aber was nicht ist, kann ja noch werden.



Tag 28


Heute ist autofreier Sonntag in Marokko. Nicht überall, aber bei unseren Nachbarn aus Geilenkirchen und uns. Es ist also Zeit, um ausgiebig reinschiff zu machen. Nachdem wir im Innenraum fertig sind, geben wir uns dem sonntäglichen Müßiggang hin und genießen die Sonne mit der erfrischenden Meeresbriese. 2 Etagen weiter unten geht kein Wind und wir sind ganz froh, weiter oben auf dem Campingplatz zu stehen.


Ein Spaziergang am Strand steht auch an. Die Einheimischen spielen Fußball und ein paar Fischer haben ihre Angelruten aufgestellt. Wir drehen eine Runde durch den Ort, der aus ein paar Häusern und Sandwegen besteht. Die beiden potentiellen Restaurants in Campingplatznähe sind geschlossen und auch sonst scheint der Bär gerade woanders zu steppen.






Ein kleiner Lichtblick scheint eine Backstube zu sein, in deren Auslage Kuchen und Plätzchen liegen. Wir sind 5 Sekunden zu spät am Tresen und der Mofa-Fahrer vor uns kauft das komplette Kuchensortiment auf. Als wir an der Reihe sind klingelt hinter dem Vorhang in der Backstube das Telefon und die Bächereifachverkäuferin setzt ihre Priorität. Und das sind nicht wir. Ein paar Plätzchen nehmen wir mit und zahlen 80 Cent dafür. Sehr süß und sehr trocken sind die Plätzchen, aber auch irgendwie fettig. Zumindest zeigt die Papiertüte ein paar dunkle Flecken.



Zurück am MAN widmen wir uns den Solarpanelen und waschen den Wüstensand ab. Die Batterien sind zwar übervoll aber trotzdem kann ein freier Zugang der Sonnenstrahlen zu den Solarzellen sicher nicht schaden.

Vor dem Abendessen planen wir die Route für die nächsten beiden Tage und suchen nach potentiellen Übernachtungsplätzen. In Google Maps und Park4Nights hinterlasse ich Bewertungen und Fotos und zwar auf Deutsch, so wie es Rachid gewünscht hat.

Hemmungslos nutzen wir das Vorhandensein einer warmen Dusche und beim Abendessen begleitet uns der Sonnenuntergang im Meer.





Tag 29


So richtig doll ist der Campingplatz ja wirklich nicht. Eins der ganz wenigen Highlights ist allerdings der Supermarche am Eingang. Es gibt frisches Baguette und Schoko-Croissants zum Frühstück.


Unsere Geilenkirchener Nachbarn reisen vor uns ab in den Süden. Wir wenden uns nach Norden und wollen in Ait-Melloul in einem Carrefour einkaufen. Welch eine Enttäuschung vor Ort. Außer einem Stahlgerippe ist noch keine Spur von einem Supermarkt. Dann eben nicht.

Also wieder ein paar Kreisverkehre Richtung Süden und dann auf einer 4-spurigen Schnellstraße in östlicher Richtung nach Taroudant.

Es geht vorbei an Gewächsfolien, unter denen u.a. Bananen reifen. Orangen und Zitronen dürfen unter freiem Himmel wachsen.


In Taroudant suchen wir einen Stellplatz direkt an der Stadtmauer auf. So können wir zu Fuß die Stadt erkunden. Ein spätes Mittagessen nehmen wir in einem Restaurant am zentralen Platz ein. Im wunderschönen Garten vom Palais Salam genießen wir den Tee am Pool. Beim Obst- und Gemüsehändler versorgen wir uns mit dem Nötigsten und wollen morgen früh zeitig in die Berge aufbrechen.











Tag 30


Wo so viele Franzosen Urlaub machen, gibt es bestimmt auch frisches Baguette. Und genau so ist es. Durch das Bab Lkhmis hindurch und keine 50 m auf der rechten Seite finde ich einen Bäcker und Konditor. Er hat richtige Eingangstüren und sogar mit Türklinke. Die Auslage am frühen Morgen scheint nur dekorativer Art zu sein. Das frische Brot und Baguette holt er aus der Backstube.

Nach dem Frühstück sind wir schnell reisefertig, begleichen die Stellplatzgebühr und geben dem Wächter ein Trinkgeld. Über die N10 entschwinden wir aus der Ebene und wollen Richtung Asni.

Die Ebene ist sehr fruchtbar. Es gibt viele Obstplantagen und verarbeitende Betriebe sowie die gut ausgebaute N10. Wir kommen den Bergen schnell näher und sie entsteigen allmählich dem Dunst der Ebene. Als wir auf die  R 203 / RN 7 abbiegen, ist unser Highlight des Tages ausgeschildert: Marrakech über den Pass Tizi-n-Test. 2.100 Höhenmeter stehen uns bevor und wir haben uns vorher bei Reisenden versichert, dass der Felsüberhang vor dem Pass mit unserer Aufbauhöhe von 3,64 m machbar ist.


Am Anfang haben die Straßenbaumeister ganze Arbeit geleistet und eine neue, breite und angenehm zu fahrende RN 7 geschaffen. Die Geschichten von einer extrem schmalen Fahrbahn scheinen der Vergangenheit anzuhören. Doch da haben wir uns zu früh gefreut. Der Straßenneubau hört schnell auf und wir fahren auf einer älteren Straße. Auch nicht so schlimm, wie wir gelesen haben. Bis, ja bis 7 km vor der Passhöhe. Da holt uns die Realität ein und wir winden uns auf einer schmalen Piste weiter nach oben. Mal rechts, mal links der Piste geht es ohne Absturzsicherung fast senkrecht nach unten.






Meine Knie werden weich und die Hände feucht. Aus der LKW Sicht sieht es viel dramatischer aus als durch die Windschutzscheibe vom Landy. Und Mann/Frau sieht aus der hohen Position auch einfach viel mehr (Abgrund).






Kurz vor der Passhöhe halten wir zur Mittagszeit am Hotel Zur Schönen Aussicht. Und die Aussicht auf die umliegenden Berge und das Tal sind auch grandios. Hier oben ist der Himmel auch wieder blau, haben wir die Dunstglocke bei 1.000 Höhenmetern unter uns zurück gelassen.








Schwarzer Kaffee mit Zucker und sehr leckere, selbstgebackene Kekse versüßen uns das Erlebte. Voller Zuversicht nehmen wir den letzten Kilometer bis zur Passhöhe auf uns. Hier oben besteht eine Campingmöglichkeit, doch wir rollen weiter Richtung Norden.




Die von uns gewählte Tageszeit und Fahrtrichtung sind ideal, um die Schönheit der Berge mit der Sonne im Rücken zu erleben. Auch auf der nördlichen Passseite wird an der Straße gearbeitet. Es vergeht Stunde um Stunde, ohne das wir merklich vorwärts kommen.




Unterwegs treffen wir einen großen MAN Bruder mit französischem Kennzeichen und Deutsch sprechender Besatzung. Auch ein Pickup mit Kabine aus Hessen begegnet uns.

Ja und dann ist da noch der Linienbus, der die Strecke 1x täglich befährt. Weiter unten im Tal haben wir ein Schild mit 19 t Gewichtsbeschränkung gesehen. Da muss der Bus sicherlich ein Leichtbau-Bus sein. Der Fahrer kennt bestimmt auch jede Kurve und wann und wo ihm ein Fahrzeug entgegen kommt. Er entschwindet sehr schnell hinter dem Horizont.


Unser Ziel für heute ist ein 4x4 Campingplatz, den uns unser Navi auf einem etwas verschlungenen Hinterhofweg anfahren läßt. Das Verwöhnprogramm besteht aus einer Dusche und einem gedeckten Tisch im Restaurant.



Tag 31


Mein Püppi hat etwas Zeit am Pool verbracht, während ich dem Schatten verpflichtet war.


Da die Befestigung der Solarpanele immer noch nicht befriedigend war, habe ich mir die Konstruktion der Halteklammern und K2 AddOns genauer angesehen. Die Klemmmutter ist zwar fest angezogen, aber nicht an der Halteschiene sondern an dem Kunststoff AddOn. Somit können sich die Solarpanele auf den Pisten Marokkos schon mal aus der Halterung lösen.


Statt der 40 mm langen Schrauben habe ich dann heute 45 mm lange Schrauben verbaut und es macht einen viel besseren und festeren Eindruck. Mal sehen, wie es morgen Abend dann aussieht.




Tag 32


Der Tag südlich von Marrakech verspricht wieder heiß zu werden. So verabschieden wir uns schon früh bei Bettina aus Garmisch, die alleine mit ihrem Mercedes 911 unterwegs ist und ein Buch zu Ende schreiben muss.

Wir verlassen das 4x4 Camp in nördlicher Richtung und dann Richtung Westen am Kanal entlang. Das Navi will uns zwar wieder kreuz und quer durch den Vorort schicken, aber wir sind informiert und bleiben stur. Das versteht dann auch das Navi und schwenkt auf unseren Kurs ein.

Es sind 14 km bis zum Carrefour bei Marrakech, wo wir unseren Proviant auffüllen wollen. Die eigentliche Zufahrtstraße ist gesperrt, aber es finden sich dann doch Hinweisschilder. Dummerweise stehen wir dann vor der Einfahrt zu einer Tiefgarage. Ein Aufpasser zeigt uns einen Weg um den Block. Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein bewachter Parkplatz, auf dem auch Camper einen Platz finden.

Der Carrefour ist im 1. Untergeschoss und hat ein riesiges Angebot. Gewürze sind in Holzbottichen ausgestellt und werden abgewogen. Da unsere Bier- und Weinvorräte zu Ende sind, begeben wir uns auch in die Sonderverkaufsabteilung für alkoholische Getränke. So finden marokkanischer Wein und Bier den Weg in unseren Einkaufswagen, den wir nach der Kasse über die Straße zu unserem MAN schieben.


Der Parkplatzwächter nimmt den leeren Einkaufswagen entgegen und gegen einen kleinen Obulus dürfen wir den Parkplatz verlassen.

Der Weg Richtung Norden führt durch Marrakech. Da die Gegend bis Casablanca nicht viel zu bieten hat, unterstützen wir den Autobahnausbau und nehmen die mautpflichtige Strecke. Am Ende zahlen wir ca. 10 € für die ganze Strecke, was nicht zu viel ist.

Vor Casablanca biegen wir Richtung Rabat ab und sind etwas entsetzt über die Wohnsitution entlang der Autobahn. Trotz der regen Bautätigkeit gibt es jede Menge Unterkünfte, die am untersten Ende der Wohnlichkeitsscala stehen.

In Mohammedia nehmen wir die Ausfahrt und stehen Minuten später auf dem Campingplatz. Endlich mal wieder Gras als Stellfläche tut Augen und Füßen gut. Im Café vorne an der Straße trinken wir vor dem Abendessen einen leckeren Kaffee. Eine kleine belgisch/französische Reisegruppe mit Toyotas triff ein und wir verständigen uns mit einem europäischen Sprachenmix.




Um 19:00 Uhr Ortszeit ist es draußen schon dunkel und wir sitzen bei Rotwein und Bier im MAN.



Tag 33


Gestern Abend wurden wir Zeugen eines sehr seltenes Wetterereignisses. Als wir schon im Bett lagen, klopfte es so ca. 28 Mal an unseren MAN: es waren tatsächlich Regentropfen.

Heute früh hatten wir eine nette "Unterhaltung" mit einem französischen Reisepaar. Mit einem Toyota Hilux und einer Kabine sind die beiden unterwegs auf der Westroute durch Afrika bis ganz in den Süden und dann über Äthiopien zurück. Die Mongolei und die STAN Länder haben die beiden schon gesehen, ebenso Alaska bis Südamerika. Sie fahren mit 100 L Wasser an Board für sich selbst und 30 L für den Hund. Eindrücke, die einem keiner mehr nehmen kann.

Die ersten Kilometer fahren wir auf der zum Teil frisch geteerten N1 aber vor Rabat wird es dann doch zu voll auf der Straße und ich schwenke auf die Autobahn Richtung Tanger ein.

Rechts und links der Autobahn werden großen Mengen an Bananenstauden in Gewächshäusern gehalten und überhaupt ist die ganze Gegend wieder viel grüner. Die Raststätten Richtung Norden werden gerade erneuert und so gibt es leider keinen leckeren Kaffee.


Unser Tagesziel ist ein Campingplatz an der Lagune bei Moulay-Bousselham. Es gefällt uns so gut, dass wir das Wochenende hier verbringen wollen. Restaurants und der Ort grenzen unmittelbar an den Campingplatz an, so dass wir bestimmt etwas erleben können. Die Wettervorhersage ist sehr gut und bei 20 Grad ist es in der Sonne deutlich erträglicher als noch vor wenigen Tagen.





Tag 34


Der Morgen ist kühl und feucht, stehen wir doch nur wenige Meter entfernt von der Lagune. Da warten wir mit dem Frühstück solange, bis die Sonne über den Bergen steht und die Sonnenstrahlen unser rollendes Appartement erwärmen.

Zahlreiche Wohnmobile warten nicht so lange und verlassen den Campingplatz schon früh am Morgen. So auch unsere Nachbarn aus Grevenbroich, die am Anfang ihrer Reise durch Marokko stehen.

In Anbetracht der bevorstehenden kühleren Temperaturen auf dem Europäischen Festland haben wir am Vormittag die Standheizung an den Tank angeschlossen. Gleich und gleich gesellt sich gern und neben dem provisorischen Tank haben wir nun auch einen provisorischen Standheizungsanschluss.

Danach verquatsche ich mich mit den hinter uns stehenden Reisenden aus Berlin, die mit einem Nissan Pickup und einer Kabine unterwegs sind. Sie haben schon viel von der Welt gesehen, den Pickup über 5 Jahre in Südamerika stehen gehabt und dort über 3-5 Monate Urlaub pro Jahr verbracht. Sie haben Länder wie Syrien, Jordanien, Mongolei und China mit dem eigenen Fahrzeug bereist und das sind immer ganz spannende Erzählungen für mich.


Zur Mittagszeit gibt es einen erfrischenden Salat mit Brot und nach der angemessenen Erholungsphase gehen wir in den nahen Ort. Den Anbietern der Lagunenbootsfahrt erklären wir, dass wir bereits letztes Jahr einen Ausflug gemacht haben, worauf einer der Bootsführer meint: " Yes, I remember you." Wir sollten beide zur Schauspielschule gehen.


Im Ort ist mächtig was los und die Parkplatzwächter in ihren orangen Westen haben gut zu tun. Armen Menschen sind mitten unter der Bevölkerung und leben in Karton-/Schilfhütten hinter der Mauer. Herrenlose Hunde nagen an einem riesigen Knochen, Schafe knabbern an den Stufen zur Moschee. Fußball wird im Fernseh übertragen und so manch ein Café ist gut gefüllt. Hinter den Stufen zum Strandcafé bröckelt die Fassade und der Müll gewinnt die Oberhand.







In einem Café nahe des Campingplatzes genießen wir einen dieser leckeren, schwarzen Kaffees. Dazu wird immer eine kleine Plastikflasche mit Wasser gereicht. Auf der Quittung steht die PIN Nummer für das WiFi Netzwerk, welches die allermeisten Gäste auch nutzen.

Wieder auf dem Campingplatz angekommen, besuchen wir den Toyota HZJ Fahrer mit Kabine, von dem wir uns seine Wasserfilteranlage erklären lassen. Er kommt komplett ohne gekauftes Trinkwasser aus und das seit vielen, vielen Jahren. In seiner Wasserleitung sitzt ein Fühler, der einen sehr genauen Füllstand vom Frischwassertank in der Kabine anzeigt.


Einem Pärchen aus Berlin haben wir heute Nachmittag den Arsch gerettet, besser gesagt den Po ihres wenige Monate alten Sohnes. Die Feuchttücher waren ausgegangen und wir haben von unserem Vorrat gerne etwas abgegeben.

Draußen wird es frisch, als die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Wir schließen die Eingangstür von innen und genießen ein warmes Abendessen.



Tag 35


Die Berliner B-US Fahrer verlassen schon früh den Platz. Draußen ist es recht frisch und feucht, drinnen verwöhnt uns die Standheizung mit wohliger Wärme. Zum Frühstück gibt es karnevalistischen, marokkanischen Toast.


Auf dem Tagesprogramm steht nicht viel. Wir entspannen in der Sonne, quatschen viel mit den Weltreisenden, schlendern über den weitläufigen, aber zu großen Teilen brach liegenden Campingplatz und bestellen eine Tajine für 19:00 Uhr im Restaurant. Beim Uhrenvergleich mit dem Wirt stellen wir dann fest, dass wir jetzt fast 4 Wochen in der falschen Zeitzone gelebt haben. Schlecht bekommen ist es uns nicht.




Der Wind von See ist heute sehr frisch und wir verstauen unsere Stühle bereits vor Sonnenuntergang. Zum Abendessen schlüpfen wir auch wieder in die langen Hosen und feste Schuhe.

Im Restaurant gibt es keinen Alkohol. Das Feierabendbier und den Feierabendwein nehmen wir dann nach dem Essen im MAN zu uns.



Tag 36


Mit neuer Zeitzone im Gepäck brechen wir früh nach Tanger Med auf. Wir nehmen die mautpflichtige Autobahn und 25 km vor Tanger Med, in Höhe des Renault/Dacia Werkes, lassen wir noch einmal den Dieseltank auffüllen. Auf der Autobahn kommt uns ein Unimog entgegen, den wir als Ubelix.de identifizieren. Die Bestätigung kommt kurz später per Email.






Ohne besondere Vorkommnisse erreichen wir den Hafen von Tanger Med und werden reingelassen. Die 11:00 Fähre ist schon zu, die 14:00 Fähre fällt aus und so dürfen wir auf die 17:00 Fähre warten. Im Restaurant bei den Ticketschaltern gibt es ein kleines Mittagessen, danach tauschen wir den Gutschein gegen ein Ticket ein und um 15:00 machen wir uns auf zum Spießroutenlauf.

Dummerweise fällt einem Beamten das unkorrekte Nummernschild auf unserem Ticket auf und wir dürfen das am Ticketschalter korrigieren lassen. Eine 4 km Extrarunde ist die Belohnung. Beim 2. Anlauf ist dann alles OK und auch die Polizei hat keine weiteren Einwände. Pässe und Papiere sind OK.


Die Wohnmobile stehen separat in einer Wartereihe und werden mit einem Fahrzeug der Hafenautorität zur mobilen Röntgenanlage eskortiert. Jedes Fahrzeug wird durchleuchtet. Hoffentlich hat sich bei uns nichts eingeschlichen.



Nach dem kurzen Röntgenvorgang dürfen wir passieren und fahren zum Parking 4. In Schlangenlinie stehen wir mit allen anderen Fahrzeugen und warten auf die Fähre und die Abfahrt.







21:00 Ankunft in Algeciras. Mal sehen, wann wir aus dem Hafen raus sind.




Tag 37


Die Überfahrt von Tanger-Med nach Algeciras war sehr kurzweilig, dank unserer Gespräckspartner. Kennzeichen und Wohnort #1: Kreis Heinsberg, Wohnort #2: Frankreich. Unterwegs mit einem Iveco 90-16 DoKa und Koffer. Der Iveco verliert Gas und wir konnten mit einem Campinggaz Kocher aushelfen.


Nach dem Frühstück füllen wir unsere Vorräte im Carrefour auf und verlassen den WoMo und Overlander Stellplatz erst nach Mittag. Fast alle Weissware ist schon weg. Wir verabschieden uns bei den Heinsberger Franzosen und sehen uns wohl schon in Weeze wieder.


Unsere Strecke führt westlich durch Spanien und unsere erste Anlaufstelle ist Sevilla. Wir parken auf der 3-spurigen Straße direkt vor dem Park de María Luisa und schlendern mit dem Fotoapparat durch diese grüne Oase, die Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt. Wunderschöne Gebäude sind in dem Park angesiedelt. Das Thermometer zeigt 31 Grad an.











Wir wollen vor der Stadt übernachten und schon nach wenigen Kilometern auf der Autobahn finden wir einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz in einem kleinen Ort. Wie schon in Sevilla, liegt auch hier der Duft der Orangenblüten in der Luft. Die Vögel zwitschern in den Bäumen und nach dem Sonnenuntergang wird die Temperatur erträglich. Die Nacht soll es nicht kälter als 12 Grad werden und die Standheizung bleibt morgen früh bestimmt aus.






Tag 38


Die Standheizung ist ausgeblieben. Die Nacht war sehr ruhig und nach dem Frühstück verlassen wir den Ort, überqueren die Autobahn und steuern auf der gegenüberliegenden Seite die Tankstelle an. Der Dieseltank wird randvoll gemacht und der Luftdruck in den Reifen wird auch etwas nach oben korrigiert. Wir erwarten keine schlechten Wege mehr und mit dem normalen Straßenluftdruck halten wir Verschleiß und Belastung in Grenzen.

Für heute kennen wir nur die A66, der wir von Sevilla über Melérida, Cáceres und Plasencia bis nach Montejo folgen. Die Landschaft ist teilweise hügelig, dann gebirgig und in jedem Fall deutlich interessanter als die A1/A4 auf der Hinfahrt. Das wir die Sonne die ganze Zeit im Rücken stehen haben ist auch sehr angenehm und hält die Temperatur im Führerhaus niedrig. Einen Teil der Strecke bin ich mit Werner, Gaby und Pelle vor 5 Jahren gefahren. An der Eisenbahn Neubaustrecke, die zum Teil parallel zur Autobahn läuft, wird immer noch gebaut.


Die Weiden sind saftig grün und die Rinder scheinen ein schönes Leben zu führen. Nicht so die Schweine in den uns überholenden LKWs. Die treten wohl ihre letzte Reise an.  Viele Schatten spendende Bäume stehen auf den Weiden, die großen Wasserlöcher sind gefüllt.



Die Mittagspause verbinden wir mit einem Tankstop. Es wird wohl auf dem Rückweg noch ein paar mal vorkommen, dass wir an einem Tag 2x tanken. Es muss ja irgendwie voran gehen. Die Nachrichten aus der Heimat sind etwas beunruhigend. Reicht unser Klopapier zu Hause? Müssen wir in Frankreich Hamsterkäufe tätigen? Werden wir an der Grenze reingelassen?

Am Nachmittag erreichen wir bei Montejo einen Stausee, an dem es mehrere Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Auf dem Parkplatz an der kleinen Straße versperrt ein Drahtzaun die Sicht. Auf der anderen Seeseite sieht es viel besser aus und über eine schmale Straße fahren wir auf der Staumauer hinüber.


Zum Abendessen braten wir uns leckere Burger und genießen dazu eine Dose Bier und ein Glas Rotwein. Es ziehen Wolken auf. Trotzdem soll der morgige Tag sonnig bleiben.






Tag 39


Ein toller Sonnenaufgang ist unsere Belohnung für das frühe Aufstehen. Der Stellplatz am Stausee ist wirklich lohnenswert und die Nähe zur Autobahnabfahrt sehr vorteilhaft für Durchreisende wie uns.



Die Temperaturen sind gefallen, aber die Standheizung läuft nur ein paar Minuten um wohlige Wärme zum Frühstück zu verbreiten.

Die heutige Strecke wird eine reine Autobahnetappe und wir wollen bis zum Atlantik fahren. Über die A66 fahren wir nur bis Salamanca, von dort auf der A62 bis Burgos und dann über die A1 bis Victoria-Gasteiz. Die Straßen sind deutlich weniger frequentiert als in Deutschland. Es gibt viele Tankstellen entlang der Autobahn, aber nur wenige Parkplätze.

An einem Wohnmobilstellplatz neben der Autobahn entleeren wir unsere vollen Kanister und den Müll.

Im Baskenland angekommen ändert sich die Landschaft abrupt. Es sieht gar nicht typisch Spanisch aus, sondern eher wie in den Alpen oder im Vorgebirge. Die Landstraße schlängelt sich durch die Berge Richtung Bilbao und auf einer 6%igen Gefällstrecke fahren wir 8 km lang ins Tal hinab. Vor Bilbao biegen wir nach Norden ab und erreichen unser Tagesziel: Bakio.

An einem Parkplatz im Ort ist auf einer kleinen Anhöhe ein Wohnmobilstellplatz eingerichtet worden. Es sind weniger als eine handvoll WoMos vor Ort. Von unserem Stellplatz aus sehen und hören wir die tosenden Wellen.

Nach dem frühen Abendessen gehen wir noch in den Ort und an die Strandpromenade. Die Bettenburgen sind leer und die Rolläden sind runter gelassen. Ein Pfad führt bis vor in die Brandung und von einem schützenden Felsen aus können wir uns das Spektaktel ansehen und anhören.




Uns erreicht gerade die Nachricht, dass die Grenze zwischen Marokko und Frankreich dicht ist bzw. dicht gemacht wird. Das war knapp.



Tag 40


Der regenfeuchte, unterhalb vom Wohnmobilstellplatz gelegene "Rundkurs" animiert die ortsansässigen und potentiellen Rallyepiloten zu ein paar Trainingseinheiten. Dreher auf der Fahrbahn, eine wegfliegende Radkappe und ein sich aus der Verankerung lösender Frontscheinwerfer sind unsere Beobachtungen. Einen Sieger konnten wir nicht ausmachen.

Vorbei an der immer noch tosenden Brandung fahren wir 4 km bis zu dem absoluten Highlight in der Umgebung. Eine kleine Insel, die nur über einen Damm mit einer schmalen Steinbrücke verbunden ist. Auf über 200 Stufen führt der schmale Steinpfad bis hinauf zu der Kapelle San Juan,  wo die Ankommenden die Glocke bedienen dürfen. Der baskische Name der Insel: Gaztelugatxe.

Gutes Schuhwerk wird empfohlen, ist der steinige Weg alles andere als eben. Vom Parkplatz aus folgen wir den Wegweisern und an einem Restaurant vorbei passieren wir das geschlossene Kassenhäuschen. Es geht steil nach unten Richtung Meer. Die Sonne scheint nicht, was der ganzen Szenerie etwas mystisches gibt. Hier könnten auch Fantasyfilme gedreht worden sein. Das dumpfe Grollen der Brandung unterstützt diesen Eindruck.

Wir passieren die schmale Steinbrücke und machen uns an den Aufstieg. Stufe um Stufe geht es zur Kapelle hinauf. Fotostops geben uns die Gelegenheit, etwas zu verschnaufen. Der rückwärtige Blick lohnt wieder und wieder. Jede Perspektive ist neu und interessant.

Oben angekommen, genießen wir den Blick entlang der schroffen Felsküste. Das Grollen der Wellen ist bis hier oben zu hören. Die weiße Gischt bedeckt die der Küste vorgelagerten Felsen.

Der Abstieg ist weniger spektakulär, entzaubern ein paar Sonnenstrahlen doch die Mystik des Ortes. Der Aufstieg auf der Festlandseite bringt uns ins Schwitzen und wir entledigen uns unserer Jacken. Das Restaurant mit dem Öffnungsschild 10:30 lockt uns zu einem Kaffee und einem kleinen, baskischen Snack. Auf einer Scheibe Baguette ist eine Art Omletteecke (wie eine Kuchenstück) bestehend aus Käse, Kartoffel und Schinken gespickt. Echt lecker.

Auf dem Parkplatz ist es voll geworden und wir entschwinden erst auf einer schmalen Küstenstraße, dann auf der Autobahn dem Baskenland. Vor der Grenze zu Frankreich füllen wir noch einmal den Tank mit preiswerterem, spanischen Diesel.

An der Grenze bestaunen die französischen Polizisten unseren MAN, winken uns zu und wir winken im Vorbeifahren freundlich zurück. Und schon sind wir drin in Frankreich. Dann folgt eine längere Autobahnetappe, bis wir bei Arcachon unser Ziel am späten Nachmittag erreicht haben. Die Campingplätze an der Dune du Pilat haben alle geschlossen. Uns bleibt nichts anderes übrig, als uns einen möglichst ruhigen Stellplatz für die Nacht zu suchen.

Im nahen Ort finden wir solch einen vermeitlichen Ort, schnuppern kurz Atlantikluft im Sonnenuntergang und gehen im nahen Restaurant essen. Die Preise sind mit denen in Marokko nicht vergleichbar, aber lecker war es trotzdem. 

Nur mit der Nachtruhe wird es nichts. Die Jugend ist mit ihren Autos unterwegs und um 02:30 wird es uns dann doch zu laut. Wir schwingen uns in ein paar Klamotten, klettern durch den Durchstieg ins Führerhaus und steuern den Parkplatz eines nahen Intermarchs an. Dort verbringen wir die restliche Nacht ruhig.



Tag 41


Am Morgen sehen wir erst, wo wir geparkt haben. Es gibt nicht nur den Intermarche und die zugehörige Tankstelle, sondern auch einen Friseur, eine Reinigung, ein Restaurant und ein Tabakgeschäft. Wir stehen taktisch günstig am Rand und fallen fast nicht auf. Außer dem älteren Radfahrer, der nachfragt, ob das ein Camper ist. Mein "oui" läßt seinen Daumen nach oben zeigen.

Nach dem Einkaufen steuern wir die Tankstelle an und 1,26 €/L Diesel ist ein ganz guter Kurs in Frankreich. Den anschließenden Weg zur Dune du Pilat kennen wir schon. Der Parkplatz ist groß, leer und teuer. Es sind nur wenige Geschäfte am Fuße der Düne geöffnet. Saison sieht anders aus und nur eine überschaubare Menge an Menschen pilgert zur Düne. Die ehemals vorhandenen Stufen sind allesamt weggeräumt und uns bleibt nur der extrem steile Aufstieg durch den Sand. Fotos geben den steilen Anstieg nicht annähernd wieder. Fotowetter ist heute auch nicht und nach einem kurzen Aufenthalt suchen wir uns eine gute Spur nach unten.


Der Sand ist extrem weich und gibt einige Zentimeter unter jedem Fußtritt nach. So manch ein Sandkorn findet seinen Weg in die Schuhe und Socken. Unten angekommen, lüften wir Socken und Schuhe und entsanden so gut es geht. Der Rückweg zum MAN ist asphaltiert und läßt sich ohne Probleme zurücklegen.

Wir verlassen das Becken von Arcachon, fahren an Bordeaux vorbei und folgen dann der N 141 Richtung Limoges. Wir sind nicht die einzigen Urlauber, die diese mautfreie Strecke wählen. Und LKW Fahrer gibt es auch immer reichlich auf den mautfreien Straßen.

Bei St-Junien steuern wir einen Parkplatz an einem See an. Die Zufahrt ist mit Sperrbalken abgeriegelt und in dem zentralen Gebäude am Parkplatz soll heute Abend eine Feier stattfinden. Da fahren wir dann lieber noch einmal 10 Minuten weiter bis zu einem Wanderparkplatz auf der anderen Stadtseite.

Dort scheint es sehr ruhig zu sein und der MAN genießt erneut die Bewunderung von 2 Franzosen, die gerade vom Angeln oder Jagen zurück gekommen sind.


Mit der einbrechenden Dunkelheit öffnen wir eine Flasche Rotwein und läuten den Samstag Abend ein.



Tag 42


Der neue Stellplatz mit Schotter animiert die angehenden französischen WRC Fahrer und wir bekommen 2x Besuch. Am Abend ist ja noch OK, aber in der Nacht um 02:00 Pirouetten drehen ist dann nicht mehr ganz so spaßig. Zum Glück verläuft der Rest der Nacht ruhig.

Die Sonne verwöhnt uns zum Frühstück und die Standheizung wird unterstützend tätig. Es kommen Wanderer, Läufer, Radfahrer und Angler vorbei. Wir schnappen uns die Kamera und gehen ein paar Meter hinunter zum Fluß. Dort steht die Ruine einer Mühle aus dem 18. Jahrhundert. Eine Fischtreppe ist angelegt, aber die Angler fischen in tieferen Flußbereichen.

Auf dem Weg durch den Ort wird der Dieseltank erneut gefüllt. Die Supermarkttankstellen haben mittlerweile  alle 24 Stunden mit Kartenzahlung geöffnet. Die Menüführung unterstützt Deutsch und die Bezahlung per EC Karte ist kein Problem.

Der nächste Stop ist in Oradour-sur-Glane. Hier hat die Waffen-SS im 2. Weltkrieg ein Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung verübt und 642 Dorfbewohner getötet. Die Ruinen stehen heute noch als Mahnmal. Ein Besuch ist leider nicht möglich, da wegen der Corona-Virus Prävention die Anlage komplett geschlossen ist. Über die Mauer hinweg können wir uns trotzdem ein Bild von dieser schrecklichen Greueltat machen.


Für heute stehen noch etliche Kilometer auf dem Plan und wir suchen uns einen schönen Campingplatz in Montargis aus. Unterwegs ruft mein Vater an und sagt uns, dass auch Deutschland die Grenzen dicht machen will. Ab Montag 08:00 soll es dann soweit sein.

Von Freunden bekommen wir mehr und mehr Nachrichten zur Grenzschließung. Als Deutsche werden wir sicherlich reingelassen, aber eine 14-tägige Quarantäne ist nicht gerade das, was wir uns nach 6 Wochen in der MAN Einraumwohnung vorstellen. Eine überhastete Rückfahrt über die französischen Landstraßen kommt nicht in Frage und deshalb ändern wir unseren Plan. Für den MAN wird es die längste Warmlaufphase in 27 Jahren und 22.000 Kilometern. Wir greifen etwas tiefer in die Tasche und fahren über die Mautautobahn bis zu einem kleinen Grenzübergang von Frankreich nach Deutschland an der Mosel. Die Wegelagerer an der Autobahn nutzen ihre Stellung aus und verlangen für den Liter Diesel doch glatt 1,649 €. Uns ist das in dem Moment egal und der Tank zum Glück klein.

Kurz vor Mitternacht passieren wir die Grenze und finden einen Parkplatz an der Mosel. Nur eine Wagenlänge trennt uns vom Wasser und nach diesem anstrengenden Tag schlafen wir tief und fest bis zum nächsten Morgen.



Tag 43




Wir haben super ruhig an diesem schönen Platz an der Mosel geschlafen. Nach dem Frühstück fahren wir auf der deutschen Moselseite Richtung Trier. An allen Grenzübergängen von Luxemburg nach Deutschland stehen Polizeibeamte und überprüfen jeden, der die Grenze passieren will. Obwohl der Sprit in Luxemburg günstiger als in Deutschland ist, wagen wir die Überfahrt erst gar nicht und finden bei der Ankunft in Trier ganz interessante Dieselpreise vor.

Wir denken an das leibliche Wohl und statten unserem Weingut in Longuich einen Besuch ab. Dort werden wir direkt wiedererkannt und 2 Kisten Weisswein wechseln den Besitzer. Unsere Euroboxen im "Keller" sind nun etwas leerer und stellen genug Staukapazität zur Verfügung.

Durch die Eifel geht es gemütlich Richtung Rheinland, was die Trucker hinter uns nicht immer erfreut. Wir besorgen Kuchen und besuchen meine Eltern, die wir jetzt 7 Wochen nicht gesehen haben.

Am Nachmittag haben wir nicht wirklich Lust, die Reise zu Hause zu beenden. So fahren wir erst einen Truck Wash an, in dem der MAN eine Handwäsche bekommt. Wir erkennen ihn fast nicht wieder.




Von einer Wanderung her erinnern wir uns an einen WoMo Stellplatz. Dort wollen wir den Abend und die Nacht verbringen, um dann morgen in aller Ruhe die Reise zu Hause zu beenden.