Dienstag, 31. Juli 2018

Landys & Friends - Abenteuer Island 2018

(10 x 110) - (5 x 110) - (1 x 130) = 4 x 110

Diese Formel werden wohl nur Insider der Materie verstehen aber soviel sei den Outsidern verraten: wir fahren mit 4 Land Rover Defendern nach Island.

Als ich das Thema Island unter unseren Freunden vor 2 Jahren auf den Tisch gebracht hatte, waren wir von maximal 10 Fahrzeugen ausgegangen. Ich musste zwischenzeitlich weiteren Interessenten Absagen erteilen und im Laufe der Monate haben leider ein paar unserer Freunde absagen müssen.

Dieser Reisebericht ist für alle die, die zu Hause bleiben (müssen), für meine Eltern und meine Schwester, meine Kinder und alle unsere Freunde, Verwandte und Bekannte, die gerne informiert werden wollen und mitlesen. Aber auch für dich, der du zufällig über diese Seite gestolpert bist.

Reisezeit


Wir haben uns für einen Reisetermin nach den NRW Schulferien entscheiden, da nicht jeder Reiseteilnehmer in den Schulferien Urlaub bekommt. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass die Fähre in der Mittelsaison deutlich preiswerter ist.


Wir fahren also am 25 August ab Hirtshals um 16:30 Uhr nach Island und am 12 September ab Seyðisfjörður um 20:00 Uhr nach Dänemark zurück. Auf Island haben wir dann 16 Tage Sommerurlaub.

Das Hochland ist frei


Jedes Jahr fragen sich die Islandreisenden, wann die Hochlandpisten wohl frei sind? Darüber gibt die isländische Webseite http://www.road.is/travel-info/condition-and-opening-of-mountain-roads/ regelmäßig Auskunft und mehrmals im Jahr wird die Karte aktualisiert.


Basierend auf den Erfahrungen der vorangegangenen Jahre werden auch ein paar potentielle Daten kommuniziert.


Denn diese "F" Straßen im Hochland sind es, die uns nach Island wie Magnete anziehen.

Wetter


Wir sind gerüstet und die Winterklamotten kommen mit. Insbesondere eine Mütze darf nicht fehlen und auch wärmende Handschuhe sind obligatorisch. Da es ja ein Sommerurlaub ist kommen natürlich auch Bikini/Badeanzug und -hose mit.

Das Wetter können wir nicht ändern aber zumindest beobachten: http://en.vedur.is/weather/forecasts/areas/

So sieht es doch schon ganz gut aus:



Karten


Die Grobplanung findet erneut auf einer gedruckten Karte aus dem Reise-Know-How Verlag statt.


Deren aktuelle Karte ist aus dem Jahr 2017.

Für die Feinplanung wird erst in Island das aktuelle Kortabók 2017-2018 gekauft. Dort sind die kleinen Hochlandpisten aufgeführt und auch die Furten verzeichnet.


Das Trackbook Island aus dem Jahr 2015 wird diesmal auch als Ratgeber mitgenommen, da es ein paar neue und noch nicht von mir befahrene Pisten enthält. Eine aktualisierte Ausgabe aus dem Jahr 2017 ist mittlerweile erschienen.

Alles zusammen habe ich in Garmin BaseCamp und Google Maps verarbeitet und wird auf den elektronischen Helferlein installiert. Im Garmin ist zusätzlich die aktuelle routingfähige Karte von GPSmap.is installiert.


Lagebericht Öræfajökull Vulkan


Unter dem Öræfajökull brodelt es seit einiger Zeit und die Behörden haben zusammen mit den Vulkanologen am 13.7.2018 eine Mitteilung zu den Szenarien und Gefahren herausgegeben:

  • Der Öræfajökull befindet sich in einer typischen Vorbereitungsphase vor einem Ausbruch, aber die zeitliche Entwicklung und das Ergebnis sind nicht bekannt.
  • Eine Zunahme der geothermischen Aktivität mit damit verbundenen Überschwemmungen und Gasfreisetzung ist ein mögliches Szenario.

Der offizielle Evakuierungsplan wird in jedem mitreisenden Fahrzeug liegen und die Gegend wird mit der entsprechenden Vorsicht passiert.

Sollte die Ringstraße 1 im Süden tatsächlich unterbrochen sein, würde die Umfahrung der Gegend einen zusätzlichen Zeitaufwand von 2 Tagen bedeuten. Das müssen wir von Anfang an einplanen.


Nützliche Links


safetravel - https://safetravel.is/de/
safetravel Straßenkonditionen und Warnungen - https://safetravel.is/conditions
Straßenzustand - http://www.road.is/
Island Karte - http://map.is/
Wetteramt - http://en.vedur.is/ mit Wettervorhersage http://en.vedur.is/weather/forecasts/areas/
112 Notfall App - https://safetravel.is/112-iceland-app

Tag 1


Endlich geht es los. Vor 18:00 Uhr sitzen wir (Dirk & Petra, Bernd & Silvia)  wohlgenährt in den Landys und fahren von Neuss Richtung Norden. Die Großbaustelle A1 ist unsere Heimat bis Ottersberg, wo wir am Otterbad auf einem kostenlosen WoMo Stellplatz übernachten.

Tag 2


In der Nacht soll es etwas geregnet haben. Davon habe ich aber Nichts mitbekommen.

Vor 7:00 sitzen wir 4 Neusser schon am Frühstückstisch und machen uns kurz darauf auf den Weg.



Über Hamburg und Flensburg führt uns der Weg weiter nach Dänemark, wo wir uns heute Abend mit unseren Freunden aus dem Schwarzwald und aus Düsseldorf treffen wollen.

Vor Hamburg sorgen zwei gesperrte Elbtunnelröhren für eine 55 minütige Verschnaufpause und etwas Zeit um das Treiben links und rechts der Autobahn zu beobachten.


Nach dem Ende vom Elbtunnel läuft der Verkehr einwandfrei und auch die A7 erweist sich als Baustellenautobahn.

Kurz vor Flensburg nehmen wir Kontakt zu Benny und Martina per WhatsApp auf und fragen ihre Position an. Sie sind tatsächlich nur ein paar Minuten vor uns und von der Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal bekommen wir auch per CB-Funk Kontakt. Wir treffen uns dann in Flensburg an der Tankstelle, wo für die Fahrt durch Dänemark der Dieseltank gefüllt wird.

Die Grenze nach Dänemark passieren wir unter "Daumen hoch" des Grenzbeamten im 3er Landy Konvoi. Es gewittert und regnet ganz ordentlich und den ersten trockenen Rastplatz nutzen wir zu einer Pause.


Irgendwann während der Weiterfahrt meldet sich Benny über Funk. Die Motorkontrolllampe ist an und die Leistung weg. Also steuern wir den nächsten Rastplatz an und sehen nach. Das Diagnosegerät zeigt Fehler P0101 an und wir reinigen zwei Sensoren und löschen die Fehlermeldung.

Der Erfolg ist nicht von langer Dauer und nach dem dritten Fehlerlöschen telefoniert Martina mit den gelben Engeln. Die empfehlen eine Bosch Werkstatt, die leider schon geschlossen hat. In einer nahen VW Werkstatt kümmert man sich allerdings um das Problem und so fahren die Neusser weiter Richtung Campingplatz.

Die VW Werkstatt erweist sich als Glücksgriff denn der Schrauber kennt wiederum einen Land Rover Schrauber, der seinen Feierabend kurzerhand beendet und zurück in die Werkstatt kommt. Der Fehler wird eingekreist und die Ursache gefunden. Benny hat das passende Ersatzteil "zufälligerweise" dabei und der Land Rover Spezi baut es ein.


Einen ganz GROSSEN Dank an

Sjelle Repair A / S - Land Rover Sjelle
Langelinie 49, 8464 Galten, Dänemark
+45 86 95 42 55
https://goo.gl/maps/pC2xd1d73YB2


für die super Unterstützung!

Am Ende ist alles gut und bis 21:00 sind mit Clemens & Maike und Benny & Martina alle Abenteurer auf dem Campingplatz von Peter und Paula eingetroffen. Wir sind komplett und ich verteile die restlichen Touraufkleber an die Neuankömmlinge.



Tag 3


Gut ausgeschlafen begrüßt uns die Sonne vor blauem Himmel und weißen Wolken. Die Nacht war sehr ruhig und keinerlei Bahn, Bus oder anderer Lärm hat uns gestört.

Im Schatten ist es etwas frisch aber der heiße Kaffee und die frischen Brötchen und Eier entschädigen bei einem leckeren Frühstück.

Die Dachzelte trocknen in der Sonne und ich helfe Benny und Clemens dabei, die Touraufkleber anzubringen. Dann rödeln wir unsere sieben Sachen zusammen, packen die Rucksäcke für die Fähre und fahren quer durch das Inland an die Westküste nach Løkke. Den Ort hatte uns Peter für einen Besuch empfohlen.


Nach einer guten Stunde am Strand und in den Gassen machen wir uns auf den Weg nach Hirtshals.

An der Tankstelle am großen Kreisverkehr in Hirtshals machen wir die Dieseltanks voll und rollen weiter Richtung Check-In.



Hier muss ich leider den Landy verlassen, da nur die Fahrerin mit dem Fahrzeug an Bord darf. Für mich steht ein Shuttlebus bereit, der die 100 m bis zum Terminal über eine Strecke von 1,5 km zurück legt.



Um kurz nach 15:00 sitze ich auf dem Sonnendeck 8 und genieße ein leckeres Dosenbier aus der Heimat.




Tag 4


Heute dümpeln wir den ganzen Tag auf See. Der Tag beginnt um 8:00 mit einem  ausgiebigen Frühstücksbuffet auf  Deck 6. Danach ist Sonnen auf  Deck 8 angesagt und ein kleines Nickerchen folgt dem Nächsten. Und so kriegen wir den Vormittag ganz gut rum.

Zur Mittagszeit vertreten wir uns etwas die Beine und dann ist wieder Sonnen angesagt. Auf einen kleiner Abstecher an die Außenbar folgt gemütliche Lethargie in den ungemütlichen Kunstoffmöbeln, unterbrochen von einem kurzen aber heftigen Regenschauer.



Bei der Müllbeutelentleerung machen wir eine tolle Entdeckung. Die Bordbesatzung reißt die frischen Müllbeutel gar nicht von der Rolle ab sondern läßt die Rolle unten dran hängen. Das erspart die Suche nach der Müllbeutelrolle.
Nach dieser Entdeckung fallen die Mitreisenden ins Suppenkoma und rekeln sich in den Möbeln.

"Land in Sicht!" - Wir passieren den Nord-östlichen Zipfel der Shetland Inseln und für die Kommunikationsfreudigen an Bord ergibt sich die kurze Gelegenheit, ihr Smartphone mit einem Provider vom Festland ohne Roaminggebühren zu verbinden. Ich möchte kurz den Blog aktualisieren doch dafür reicht die Zeit nicht.



Von Team "Bremen" erreicht mich die Nachricht von Martina's Urnenbeisetzung während unserer Islandreise. Sie wäre so gerne noch einmal mit uns nach Island gefahren doch das Schicksal hat es anders gemeint. In meinen Gedanken ist sie dabei und ich wünsche Finn, Luk und Helmut alle Kraft auf dieser Welt den Verlust zu verarbeiten.


Wir ändern den Kurs ein paar Grad nach Backbord und fahren mitten in die dunkle Unwetterfront hinein. Aus dem Schutz der Inseln heraus wird die See rauer, die Wellenberge etwas höher aber nach ein paar Seemeilen beruhigt sich das Wetter wieder und wir nehmen Kurs auf die Färöer Inseln. Die Ankunft soll Montag früh um 05:00 Uhr zu bester Schlafenszeit sein. Für 8:00 Uhr sind wir zum Landgang verabredet und wollen das Frühstück auf dem Festland einnehmen.



Tag 5


Wir haben angelegt und die Motoren sind aus. Eine wunderbare Stille verbreitet sich im Schiff. Wie abgemacht treffen wir uns um 8:00 Uhr zum Landgang.

Das Smartphone bleibt aus, da die Färöer Inseln zur Zone 2 gehören und ordentliche Kosten anfallen. Auf dem Weg zu einer Futterquelle schlendern wir durch den historischen Amtssitz am Hafen. Die Ministerien sind schöne alte Holzgebäude mit Grasdächern.



Die Cafés haben noch geschlossen aber wir finden einen Supermarkt, in dem wir uns versorgen.

Wir schlendern durch die Hafenstadt, ehe wir um 13:00 Uhr wieder an Board sein müssen. 1/3 der Strecke liegt noch vor uns und die bekommen wir bis morgen früh sicherlich auch noch gut rum.



Die Fahrt durch die Inselgruppe der Färöer ist recht imposant und die Sonne verwöhnt uns an Deck.



Der Kapitän vermeldet ruhige See und Wind aus südöstlicher Richtung schiebt den Kahn weiter nach Island.



Tag 6


So richtiges Islandwetter erwartet uns am Morgen.


Nach dem Ausschiffen werden wir für die nächsten Tage einkaufen und der Blick in die Wetterapp wird die Fahrtrichtung entscheiden.

Wir fahren wie geplant von Egilsstadir die 94 Richtung Norden nach Bakkagerdi. Auf dem Navi sieht der Ort viel größer aus als er in Wirklichkeit ist. Wir laufen über den Campingplatz und erklimmen den Elfenfelsen. Die Sonnenstrahlen verwöhnen uns und erlauben das eine oder andere Foto.



Auf dem Weg zum Cafe erspähen wir eine Trockenfischanlage und beim näheren Betrachten ist diese auch deutlich zu riechen.




Nach der Sightseeing Tour fahren wir ein paar Kilometer zurück und biegen auf die 944 und 917 ab, um bei Fossvellir die Möglichkeit zu erkunden, quer durch das Smörfjöll zu fahren. An dieser Stelle ist es allerdings nicht möglich und es geht weiter Richtung Norden.

Ab Ketilsstadir schraubt sich eine Passstraße mit 12 bzw. 15% Steigung in die Höhe und die Wolken verhindern leider einen grandiosen Ausblick.

Nach einer kleinen Ehrenrunde um eine Meeresbucht lassen wir den heutigen Tag auf dem Campingplatz von Vopnafjördur ausklingen.



Ab 21:00 Uhr soll die Sonne scheinen aber dem ist leider nicht so. Es regnet und so sind wir alle früh in den warmen Kojen verschwunden.

Tag 7


Die Nacht war früh zu Ende und die Dachzelte trocken eingepackt. Die Toastbrote werden auf dem englischen Mitbringsel erwärmt aber die Butter erweist sich bei den hiesigen Temperaturen als nicht so ganz streichwillig. Bei den kalten Klappstullen ist die Mühe ganz vergebens und die Butterstücke liegen verteilt auf dem Brot.


Abfahrt ist gegen 09:00 Uhr und es geht weiter Richtung Norden. Wir suchen die Einstiegsstelle zu einem gestrichelten Track, den ich mir zu Hause schon angesehen hatte.

Nach ein paar Kilometern werden Differentialsperre und Untersetzung nötig, um das Gelände zu bezwingen. Durch den vielen Regen sind ein paar feuchte Passagen zu bezwingen und plötzlich steckt ein Landy in der Mocke fest. Da hilft dann nur noch ein Bergeseil um den Havarierten aus dem Morast zu ziehen.



Langsam aber sicher gewinnen wir an Höhe und manövrieren uns durch recht große Murmelfelder. Ein paar felsige Treppenstufen sind auch dabei und so vergeht Stunde um Stunde für eine Strecke von 16 km.

An der "Kreuzung" im Nichts machen wir Mittagspause. Der kalte Wind lädt nicht zum langen Verweilen ein und wir haben die Möglichkeit, 25 km oder 41 km zu einer befestigten Straße zu kommen. Wir entscheiden uns für die kürzere Variante.

Wir überwinden ein Wasserrohr, welches quer über die Straße führt um einen Fluss zu bändigen. Am nächsten Fluß ist dann aber Schluss. Wir kommen mit den Landys einfach nicht die Böschung hoch.


Es geht ein paar Meter zurück und wir wenden an einer Weggabelung. Also geht es die gleiche Strecke zurück aber dann geht auf einmal nichts mehr. Ein Landy hat sich nach einer Flussquerung am Hang eingegraben und kommt aus eigenen Kräften nicht mehr frei.

Wir verfüllen die Furchen mit Felsen und Erde und nach ein paar Versuchen und mit Hilfe eines Bergeseiles am vorausfahrenden Landy bekommen wir den A/T bereiften Landy frei.

Im aufkommenden Sonnenlicht wirkt die Strecke auf der Rückfahrt ganz anders und nach geraumer Zeit sind wir wieder am Ausgangspunkt angekommen. Wir sind alle heilfroh und erleichtert, diese Strecke gemeistert zu haben.


Offroadstrecke haben wir für heute genug gehabt und fahren zügig eine gute Stunde auf der gut ausgebauten 85. Die Nacht verbringen wir auf dem Campingplatz in Ásbyrgi beim Hufeisenberg. Es regnet noch eine ganze Weile während wir nach dem Abendessen noch beisammen sitzen.

Und an dieser Stelle viele Grüße aus Island an Clemens' Papa.


Tag 8


Heute früh kommt die Standheizung zum Einsatz, bevor wir uns aus den Schlafsäcken herausschälen. Obwohl die Sonne scheint ist es draußen noch empfindlich frisch.


Ganz ordentlich hat es Clemens und Maike im Dachzelt getroffen. Das Zelt ist doch glatt vereist und Clemens bringt ein Beweisstück zum Frühstückstisch mit.


Wir alle stellen die Tische in die Sonne und genießen den sonnigen Tag. Der Ausblick auf den Hufeisenberg ist einfach nur genial.


Die Dachzelte brauchen heute etwas mehr Zeit um in der Sonne zu trocknen und um möglichst effizient die eine Tanksäule zu nutzen, fahren zwei Landys schon los, tanken und warten auf die beiden anderen Landys.

Unser erstes Ziel liegt keine halbe Stunde entfernt. Über die 862 erreichen wir den nahe  gelegen Nationalpark und eine kleine Wanderung Richtung Raudhólar steht an.





Der Ausbau der 862 schreitet immer weiter voran und in drei Jahren wird die Bustrasse dann wohl komplett bis zur Ringstraße 1 durchgehen.

Nach der Wanderung geht es weiter zum Dettifoss. Unsere geplante Fahrtroute weicht an vielen Stellen sehr weit von der tatsächlichen Straßenführung ab und die Baufahrzeuge schaffen ordentlich Mutterboden für die Straßenverbreiterung zur Seite.




Über einen kurzen Zwischenstopp im Kraftwerksgebiet Krafla geben wir unseren Atemorganen an den Solfatarenfeldern den Rest. Ganz üble Schwefeldünste kommen dort aus dem Erdboden und es blubbert an vielen Stellen im Erdboden.





Dann steuern wir zum Tagesausklang den Campingplatz an. Der bekommt aber deutliche Abzüge in der B-Note, da Fahrzeuge nicht mehr auf der Wiese stehen dürfen.





Tag 9


Heute Nacht hat es geregnet aber der Wind am frühen Morgen hat alle Zelte schon vor dem Frühstück getrocknet. Dummerweise hat er seine Richtung gedreht und nun fliegen die Frühstücksstullen vom Teller.

Unser erstes Tageshighlight ist nicht weit weg und von der 848 biegen wir nach Dimmuborgir ab. Der Parkplatz ist groß aber noch relativ leer und so begegnen uns nur sehr wenig Touristen.

Die Felsformationen sind sehr imposant und wir können ungestört ein paar Fotos machen.






Dann führt uns der gelbe Wanderweg Richtung Vulkan. Der Parkplatz ist leer und ich frage mich, warum wir nicht bis vor den Vulkan gefahren sind?


Zusammen mit Silvia, Maike und Clemens besteige ich den Vulkan. Von hier aus ist es der steilste Aufstieg aber der Zickzack Weg macht es ganz erträglich. Der Wind bläst ordentlich und oben angekommen, bietet sich ein toller Ausblick.



Der Abstieg und der Rückweg finden ohne Wind statt und unten angekommen macht der Mückensee seinem Namen alle Ehre. Elende Plagegeister!

Der Parkplatz ist nun auch rappelvoll und Busladungen von Menschen durchströmen den Park. Wir stärken uns mit einem leckeren und heißen Kakao und fahren zum nächsten Höhepunkt.

Am Godafoss wimmelt es nicht so sehr von Touristen und ein wenig Sonnenlicht verschönert die Fotos.


Es geht 14 km weiter und wir besuchen das an der 85 gelegene Automuseum. Das Museumsschild ist von der Landstraße aus gut zu erkennen und die vor dem Gebäude geparkten Fahrzeuge lassen unschwer den Charakter des Museums erkennen. Wir gesellen uns dazu.


Alle hier ausgestellten Fahrzeuge sind auf Island gefahren und werden im Sommer den Besuchern zugänglich gemacht. Zwei große Hallen und eine ausgedehnte Werkstatt zeigen die Exponate. Während der Wintermonate werden die Projekte restauriert und es ist sehr schön anzusehen, wie die Fahrzeuge danach in neuem Glanz erstrahlen. Die Zündschlüssel stecken aber es ist kein Platz zum Rausfahren da.



Einfach unglaublich, wie viele Ersatzteile in den Regalen liegen.




Auch ein uraltes Blaupunktradio sehe ich im Regal.


Mann und Frau können sich gar nicht genug satt sehen und der Ford 20M erinnert mich an den 12M von meinem Vater.



Das Außengelände ist auch sehr sehenswert aber einige Fahrzeuge haben wohl keinerlei Überlebenschance mehr.




Wir verabschieden uns und fahren weiter Richtung Dalvik. Der örtliche Campingplatz ist nicht der Brüller aber in 4,5 km Entfernung liegt ein Guesthouse mit Campingplatz. Dort ist gar nichts los, wir dürfen auf der Wiese stehen und die Sonne verwöhnt uns.


Mal sehen, wann jemand zum Kassieren vorbei kommt.

Tag 10


Es kam niemand zum Kassieren, obwohl es so an der Eingangstür angeschlagen war. Also habe ich die ebenfalls angeschlagene Telefonnummer angerufen. Mein Gegenüber klang etwas verschlafen und wollte auch nicht wirklich zum Campingplatz kommen. Er meinte: "Wenn keiner vor Ort ist, müsst ihr auch nichts bezahlen."


Ich habe mich herzlich bedankt und 30 Minuten später sind wir Richtung Siglufjördur unterwegs. Hätte ich am Telefon erwähnen sollen, dass wir 8 Personen sind?


Siglufjördur ist nicht nur für sein Heringsmuseum bekannt. Der ganze Ort diente als Filmkulisse für den mehrteiligen, isländischen TV-Krimi "Trapped - Gefangen in Island".

Heute ist der 1. September und für das Museum gelten neue Öffnungszeiten und wir sind 3 Stunden zu früh. Wir schlendern also durch den Ort, vorbei an Hotel, Campingplatz, Hafen, Polizeiwache (auch aus dem Krimi) zum Fischereihafen.








Wir verlassen die Nordküste Islands und machen uns bereit für den Einstieg in das Hochland. Dem Verpflegungs- und Tankstopp in Varmahlid folgt eine kurze Strecke auf der 752, bevor wir kurz nach Hóll auf eine Piste nach Südwesten abbiegen. Es geht zuerst sehr malerisch an einem Fußlauf entlang und dann hinauf auf eine felsige Ebene. Der blaue Himmel wetteifert mit den dunklen Regenwolken und ein Regenbogen folgt auf den Nächsten.


An einer Wegkreuzung biegen wir nach links ab und folgen der kürzeren Strecke. Neben ein paar "Hochgeschwindigkeitspassagen" locken auch ein paar Flussdurchquerungen, ehe wir vor unserem heutigen Ziel auf die F35 stoßen. Diese Piste ist erneut in einem miserablen Zustand, wie ich ihn bereits 2011 genießen durfte.

Bei heftigem Sturm, Regen und gelegentlich auch Schneetreiben erreichen wir den Campingplatz Hveravellir.



Tag 11


Martina hat heute Geburtstag und es gibt ein Ständchen, trotz der Temperaturen von 2,7° C. Der Sturm hat sich gelegt und die Sonne scheint. Die Nebelschwaden der nahen Quellen ziehen über Land und es sieht etwas gespenstisch aus.


Für heute habe ich uns eine gestrichelte Linie parallel zur F35 herausgesucht aber eben über diese F35 müssen wir leider erst ein paar Kilometer anreisen. Ein Schlagloch folgt auf das Andere aber dann ist es endlich geschafft und wir biegen nach links auf die F347 ab. Beim Kerlingarfjöll Mountain Resort beginnt unsere 4x4 Strecke.


Die traumhafte Strecke führt uns durch das Hinterland von Island. Über Felsen und Lavafelder, durch schwarze Sandpassagen und Furten, vorbei an knallig grünen Mosen und Flechten und etwas Neuschnee der vergangenen Nacht. Bergauf und bergab.











Nach 8 Stunden und 130 km erreichen wir wieder asphaltierten Belag unter den Reifen und fahren fast geräuschlos noch ein gutes Stündchen bis zum Geysir Campingplatz.



Tag 12


Die Höhepunkte des heutigen Tages: Strokkur/Geysir, Gullfoss und Haifoss.

Mann und Frau sind gut beraten, dem Strokkur zeitig die Aufwartung zu machen um ein Bild ohne Heerscharen von Touristen machen zu können. Ab 10:00 ergießen sich ganze Busladungen von Menschen und belagern auch die Zebrastreifen und ein Durchkommen ist fast unmöglich.

Wir sind zeitig auf und genießen den Strokkur in Ruhe.



Auch die Anzahl der Camper scheint mir in den letzten 3 Jahren exponentiell gestiegen zu sein. So viele Dacia Duster / Suzuki Jimny  mit Dachzelt, VW T5/6 Allrad und Mini-Vans habe ich noch nicht gesehen. Diese hinterlassen ihre Spuren in den aufgeweichten Böden der Campingplätze.

Aber auch der Parkplatz am Gullfoss ist gewachsen und ein großes Gebäude mit Shop und Restaurant ist bzw. wird errichtet. Durch die Nähe der Ringstraße ist mächtig was los. Für meinen Geschmack zu viel.




Wir entfliehen dem Trubel und machen uns auf den Weg zum Haifoss. Schon alleine die von uns ausgewählte Strecke hindert viele Leihwagen daran, sich den dritthöchsten Wasserfall Islands anzusehen. 122 Meter stürzt das Wasser von der Felskante in die Schlucht.

Auf dem Weg sind ein paar Flüsse zu durchqueren und eine gewisse Erfahrung hat sich in unserer Reisegruppe verbreitet.



Über reguläre Straßen fahren wir Hvolsvöllur als Tank- und Verpflegungsstopp an, bevor wir uns auf dem Campingplatz Hamragarder für die Nacht einrichten.



Tag 13


Die Nacht war es mitunter ganz schön stürmisch und heute früh regnet es. Es soll auch nicht wirklich viel besser werden und so ändern wir unseren Plan und sehen uns etwas im Süden um.

Vom Campingplatz ist der Seljalandsfoss in wenigen Minuten zu Fuß zu erreichen. Der Gljúfrabúi am Campingplatz direkt ist mittlerweile gesperrt.



Das Skogar Museum ist unser nächster Anlaufpunkt und bietet außen und innen viel Ansehnliches. Insbesondere die Technikabteilung zu Telefonie und Funk auf Island finde ich sehr interessant. Shop und Cafe bieten die üblichen Kleinigkeiten an.




Ganz am Horizont über dem Meer wird es heller und wir fahren weiter Richtung Vik. Das DC-3 Flugzeugwrack kann auch nicht mehr mit dem eigenen Fahrzeug angefahren werden. Es ist ein großer Parkplatz direkt an der Ringstraße 1 errichtet worden und es geht nur noch zu Fuß weiter.

Da das Wetter nun wirklich besser wird lohnt der Abstecher zum Vogelfelsen Dyrhólaey. Der Weg dorthin ist als 4x4 Piste deklariert und ausgeschildert aber diverse Leihwagen finden trotzdem den Weg nach oben. Auch schert sich nicht mehr jeder Tourist um Absperrungen und muss unbedingt für ein Selfie auf der Natur herumtrampeln oder inszeniert sich am Abgrund.



Am Ende der 215 kehren wir auf dem Parkplatz direkt um. Zu viele Menschen wollen den schwarzen Sandstrand sehen. Ob der wohl Glück bringt?

Einen Blick auf den Gletcher Sólheimajökull genießen wir aus sicherer Entfernung. Die 221 wurde dazu busmäßig ausgebaut und ein großer Parkplatz nimmt hunderte von Fahrzeugen auf.




Der Skogafoss liegt auf der Rückfahrt nicht mehr in den Wolken und wir halten kurz.



Auf der Suche nach einem gescheiten Campingplatz landen wir schließlich in Hvolsvöllur.

Tag 14


Was für eine beschissene Nacht! Ein Dauercamper konnte in mehreren Anläufen nicht dazu bewogen werden, die Lautstärke seiner Musik auf ein schlaftaugliches Mass zu reduzieren. Ein Nachtgast hat alle Stromkabel gekappt aber ohne Wirkung und so haben wir um 01:00 die Markise eingerollt und den Landy außerhalb der Dezibel Zone geparkt.

Mit Sonnenschein und Bodenfrost sind wir dann früh raus aus den Federn um die Fähre nach Heimaey zu bekommen. Das Einpacken von Dachzelten und Markisen war wegen der Eisbildung etwas problematisch aber um 09:45 fahren alle Friends mit der Fähre. Die Landys bleiben zurück.



Die Überfahrt dauert nur 35 Minuten und wir genießen den Sonnenschein und die überwältigende Einfahrt in den Hafen von Heimaey.




Der Lavaausbruch von 1973 ist meine erste Erinnerungen an Island und nun stehe ich vor der erkalteten Lava und dem erloschenen Schlund.

Die verschütteten Häuser sind unter einer 18 Meter dicken Lavaschicht begraben.


Um das ganze Ausmaß und die Dramatik zu begreifen, erklimmen Maike, Clemens, Silvia und ich den zweiten Vulkan auf dieser Reise.



Einfach unglaublich diese Mengen an Lava und wie knapp diese vor dem so lebenswichtigen Hafen gestoppt werden konnte.

Anhand in der Stadt aufgestellter Schautafeln kann der Besucher sich ein Bild davon machen, wie tief Häuser und ganze Straßenzüge in der Asche gesteckt haben.


Voll der Eindrücke und satt von einem leckeren Mittagessen verlassen wir Heimaey um 16:30.



Übernachtet wird in Klaustur, da es von dort bis zu unserem nächsten Ziel nur 125 km sind.

Tag 15


Die Nacht war schön ruhig, nachdem sich alle kleinen Mini-Camper auf dem Platz eingefunden hatten. Es ist ein sehr skurriles Bild, wenn aufgedonnerte Modepüppchen aus den Campern steigen und über den Platz flanieren. Das passt so gar nicht in das Camper Bild.

Zum Frühstück haben wir heute wieder eine lange Tafel gebildet und die Eier brutzeln in gleich mehreren Pfannen. Wir lassen uns beim Frühstück viel Zeit und planen heute Abend erneut hier zu stehen



Am Ortsausgang gibt es zwei Tankstellen und da die Tanks fast leer sind wird wieder voll getankt. Dann rollen wir die Ringstraße 1 in Konvoi nach Osten für gut 100 Minuten. Die Landschaft wechselt oft ihr Aussehen. Oft sehr grün, noch öfter braun, schwarz und grau. Die Lava- und Ascheformationen sind sehr vielfältig und nehmen zum Teil riesige Ausmaße an.

Die Anzahl der einspurigen Brücken nimmt deutlich zu. Ebenso die Anzahl der Straßen- und Brückenbauarbeiten. Auf der Fahrerseite kommen dann auch endlich die Ausläufer der Gletcher in Sicht und wir erreichen Jökulsárlón.




In der Lagune treiben die vom Gletcher abgebrochenen Eisstücke wie kleine Eisberge. Manche von ihnen finden den Weg ins Meer.

Auf der Rückfahrt halten wir an einer kleineren Lagune, ca. 10 km km westlich von hier.

In Klaustur gehen wir im Supermarkt einkaufen, ehe wir wieder auf unseren Plätzen auf dem Campingplatz stehen.

Ein paar von uns gehen ins nahe Schwimmbad, wo auch ein Pool mit 36-40°C heißem Wasser lockt.

Nach dem Abendessen fallen wir erschöpft in die Falle.


Tag 16


Und wieder einmal war die Wettervorhersage für die Katz. Es nieselt und regnet am Morgen aber zum Glück hatten wir die Markise und Seitenwand gestern Abend schon trocken eingepackt.


Also klappen wir den Lattenrost hoch und bereiten das Frühstück im Landy. Mit dem erweiterten Ausbau von Landy-Ausbau.de hat jetzt jedes Ding seinen Platz und 2 Personen können ganz gemütlich sitzen.

Erneut führt uns der erste Weg zur Tankstelle denn wir wollen mit vollen Tanks ins isländische Hochland. Da es Benny nicht so gut geht verzichte ich auf einen etwas extremeren Einstieg und wir fahren relativ gemütlich über die 208/F208 (5 to Beschränkung auf der Brücke nach dem Abzweig von der Ringstraße 1) nach Landmannalaugar.


Es sind nicht so viele Leihwagen unterwegs wie ich befürchtet habe und wir kommen gut voran. Im zwischenzeitlich aufkommenden Nebel auf dem schwarzen Untergrund kommt das Gefühl von schwarz/weiss Fernsehen auf. Im zweiten Abschnitt der F208 sind dann doch diverse Flüsschen zu durchfahren. Die Rangerin traut uns dies mehr zu als den SUVs.


Nach den zwei letzten Fuhrten kommen wir in Landmannalaugar an. Nur ganz wenige Zelte stehen auf dem Boden und das sonst so typische Bild mit all den bunten Punkten kommt nicht auf.


Trotz starkem Wind und etwas Regen gehen wir nach der Mittagspausenstärkung ein paar Meter. Nur ganz selten schaffen es ein paar Sonnenstrahlen durch die Wolken und unterstreichen das farbenfrohe Naturschauspiel.


Dann geht es über die F208 weiter, bis wir die 26/F26 erreichen: die Sprengisandúr. Die Wellblechpiste ist erneut in einem Landyuntauglichen Zustand und wir und die Fahrzeuge werden ordentlich durchgeschüttelt.


Dirk bekommt das gar nicht gut und am Ziel angekommen legt er sich gleich etwas hin. Benny und Martina nehmen auch ein Matratzenlager, was dem Gesundheitszustand von Benny geschuldet ist.


Nach dem Abendessen und Spülen im Landy verwöhnt uns die Natur noch mit einem wunderbaren Lichtspiel.


Tag 17


Um kurz nach 10 geht es los und wir wollen zur Askja. Vorher habe ich mich mit der Rangerin über die möglichen Strecken und deren Zustand unterhalten. Wir nehmen die südliche Variante der F910 aber wollen vor den Schwemmsandgebieten wieder nördlich abbiegen.

Nach 5 letzten Kilometern auf der F26 biegen wir nach einer Flussquerung nach rechts auf die F910 ab.

Nach den ersten 27 km biegen wir dann auf den südlichen Streckenverlauf der F910. Stunde um Stunde vergehen aber wir kommen nicht wirklich voran. Die Rangerin sprach von 6-7 Stunden Fahrzeit bis zur Askja. Mal sehen.


Es gibt extrem felsige und steile Passagen und Differentialsperre und Untersetzung werden ständig gefordert. Die Ausblicke sind einzigartig und der Vatnajökull Gletscher thront mächtig auf den Bergen rechts von uns.



Dann erreichen wir doch endlich den lehmigen Untergrund und das Fahren wird zum reinsten Vergnügen. An einer Gabelung biegen wir nach links und nach ein paar weiteren Kilometern stehen wir erneut vor einer schmalen und felsigen Passage. Wir sehen die Holzmarkierungen aber können kaum glauben, dass das der richtige Weg da vor uns ist.

Silvia geht zu Fuß voraus und gibt nach ein paar Minuten per Telefon Entwarnung. Die Kletterpassage ist nur wenige 100 Meter lang und machbar. Danach folgt fast ausschließlich graue und schwarze Sandpiste bis wir wieder auf die Hauptstrecke der F910 treffen. Weitere 10 km ist der Straßenverlauf extrem kurvenreich durch den schwarzen Sand, ehe sich die lange gerade Strecke anschließt.



Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir den Campingplatz an der Dreki Hütte und beschließen die Nacht hier zu verbringen. Es klart auf und die Rangerin meint, dass morgen gute Sicht sein könnte.



Tag 18


Was für ein toller Morgen an der Askja! Blauer Himmel, Sonnenschein und kein Wind. Ideale Bedingungen um die Caldera und die "Hölle" zu sehen.




Da Sonntag ist geht jedes Team seinen eignen Bedürfnissen nach und wir verabreden uns um 11:30 zur Weiterfahrt.

Silvia und ich machen uns als Erste auf den Weg zum Parkplatz. Die Straße führt durch grandiose Lava Landschaft und die Morgensonne tut ihr Übriges dazu bei, diesen Eindruck noch einmal zu verstärken.

Wir sind nicht das erste Fahrzeug am Parkplatz. Andere Wanderer haben sich bereits auf die insgesamt 6 km Strecke gemacht.



Der Weg zur "Hölle" ist gut gekennzeichnet und am Horizont markiert ein kleiner Hügel das Ziel der Wanderung. Jeder Schritt klingt so, als ob unter uns ein großer Hohlraum ist.




Wir gehen den kleinen Hügel herauf und sehen auf einen großen See. Wir gehen noch ein Stück weiter und sehen die "Hölle":




Viti, ein kreisrunder, milchiger See mit einer Temperatur zwischen 24 und 28 Grad. Dieser ist bei dem letzten Ausbruch entstanden.

Auf dem Rückweg treffen wir auf Clemens, Maike, Benny und Martina, die sich diesen Ausblick auch nicht entgehen lassen wollen.
Pünktlich um 11:30 verlassen wir die Dreki Hütte und machen uns über die F88 Richtung Norden und verlassen das Hochland. Die 90 km bis zum nächsten Asphalt werden wohl wieder 3 Stunden Zeit beanspruchen.







Wieder auf der Ringstraße 1 angekommen schwenken wir für 30 km nach Westen. Es ist augenscheinlich Herbst geworden. Der spärliche Hochlandbewuchs hat eine deutliche Farbveränderung von grün Richtung dunkelgelb erfahren. Waren wir denn so lange im Hochland unterwegs?

Am Myvatn gehen wir einkaufen, ehe wir einen Campingplatz aufsuchen bei dem wir auch auf dem Rasen stehen dürfen.




Tag 19


Vorsicht vor den Lücken zwischen den Fahrzeugen. Ist diese breiter als 2,50 zwängt sich abends/nachts noch ein Camper rein. Die Weissware scheint sich eh am Sardinendosencamping zu orientieren, so nah stehen die immer beisammen.

Wir tingeln heute ganz gemütlich um den Myvatn ohne viel Strecke zu machen. Unser Ziel ist gerade einmal 90 km entfernt. Aber zuerst fahren wir zur Tankstelle, kippen den nun nicht mehr benötigten Diesel aus den Reservekanistern in die Tanks, machen die Tanks voll, kaufen noch etwas Brot und los geht es.







Der Campingplatz liegt nur 8 km von der Ringstraße entfernt und wir erreichen ihn am frühen Nachmittag.



Im warmen Restaurant lassen wir den Abend gemeinsam bei Bier und Whiskey ausklingen.

Tag 20


Zum letzten Mal in diesem Urlaub nehmen wir heute Schotterpisten unter die Räder. Nicht ganz so extrem wie die Tage aber doch ganz schön.



Am Ende der asphaltierten 910 liegt Islands größtes Bauwerk, welches die Grundlage für den Strom für das Aluminiumwerk liefert. Die Wanne ist voll und läuft über.






Wir drehen eine allerletzte Runde durch die Berge, ...




... kehren am Laugarfell ein und genießen die Hot Pots und die warme Stube am Abend. Die Dose Bier und das Glas Rotwein gibt es für jeweils 8 € aber dafür sind  die warmen Pools im Übernachtungspreis inbegriffen.



Neben uns ist noch eine Toyota Truppe aus der Schweiz am Laugarfell und mit Schweizer Präzision wird ein Allradler mit Hubdach ausgerichtet: vorne rechts auf einen Felsen, hinten links Luft abgelassen.

Tag 21

Die Sonne kitzelt durch das Hubdach und ein wahnsinnig toller Morgen empfängt uns. Der starke Wind in der Nacht hat die Markise getrocknet und wird nach dem Frühstück trocken eingerollt.

Wir lassen uns Zeit und genießen die Sonne.



Auch die Dachzelte und Planen werden trocken eingepackt und gegen 11:00 machen wir uns auf den Weg nach Egilsstadir. Dort versorgen wir uns noch mit den leckeren Keksen und etwas Wasser für den Heimweg.

Jeder tingelt durch den Ort und versucht das Beste aus dem Nachmittag zu machen. Wir gönnen uns auch ein Softeis und können uns gar nicht für ein Topping entscheiden.



Die Strasse nach Seyðisfjörður liegt ab der Passhöhe in dichtem Nebel und mit Kriechgeschwindigkeit geht es runter in den Fjord. Vor dem Einchecken sehen wir uns noch etwas um.





Ab 17:00 geht es los und der Mann mit dem Messstab misst die Höhe von fragwürdigen Fahrzeugen nach.









Pünktlich um 20:00 Ortszeit legen wir ab.

An dieser Stelle gehen "Viele Grüße aus Island" an den fleißigen Blogleser Gerd im Schwarzwald.

Tag 22


Nach einer mehr oder weniger ruhigen Nacht auf See und einem sonnigen Vormittag sind wir um 15:00 erneut für einen Stopp auf den Färöer Inseln angekommen.











Ich melde mich dann am Samstag wieder, wenn wir in Dänemark angekommen sind.

Tag 23


Keine besonderen Vorkommnisse auf See.




Tag 24


Eine Stunde vor dem Zielhafen haben wir schon Funkverbindung zum Festland. Das Auschecken vom Car Deck 4 wird sich um 30 Minuten verzögern und somit müssen wir uns gar nicht beeilen.



Es stehen heute und morgen noch über 900 km auf asphaltierten Straßen an hoffentlich geht alles ohne Stau über die Bühne.

...

Unglaublich aber wahr: wir haben Dänemark, die A7, Elbtunnel und A1 ohne Stau bewältigt und nach einem leckeren Abendessen in der Moorhexe einen Stellplatz auf dem Campingpark Stürberg gefunden. Benny und Martina haben sich ausgeklingt und fahren weiter die A7 Richtung Heimat. Clemens und Maike fahren bis nach Hause durch. Beim Abendessen sind dann die beiden Neusser Landys von Helmut aus Bremen entdeckt worden. Die Landy-Welt ist doch irgendwie klein.

Tag 25


Es sind alles zu Hause angekommen. Jetzt darf ich die richtigen Bilder sichten und den Blog nach und nach aktualisieren. Es bleibt also spannend also schaut öfters mal wieder rein.

Wir (Benny, Bernd, Clemens, Dirk, Martina, Maike, Petra, Silvia) sagen "Danke" und wenn Ihr Fragen habt, meldet Euch bei mir/uns.