Dienstag, 22. Juli 2014

An Rhein, Mosel & in der Eifel

Tag 1 - Anreise über den Drachenfels zum Laacher See

Der Regen hat endlich aufgehört und die Anreise zur Mosel kann beginnen. Da für heute noch ein paar Niederschläge entlang der Mosel erwartet werden, ist eine Anreise entlang des Rheins geplant. Zwischenstopps auf der Drachenburg und am Drachenfels, die Brücke von Remagen bzw. was noch übrig ist bevor das Tagesziel am Laacher See erreicht ist. Dort geht mittlerweile ein angenehmer Wind und vertreibt den Dunst.










Tag 2 - Von Laacher See nach Longuich, dem Startpunkt der Radtour bis Mühlheim

Heute früh sind wir an die Mosel gefahren, haben den Landy geparkt und kurz vor Mittag dann mit den Fahrrädern 43 km entlang der Mosel. Auf dem Rad war es bei hochsommerlichem Temperaturen und leichtem Gegenwind gut auszuhalten. Das Hotel zur Post in Mühlheim ist unsere Schlaf- und Versorgungsstation für die Nacht.







Tag 3 - Von Mühlheim bis Bullay

Nach einem ausgiebigen Frühstück gingen wir die Tagesetappe an.  Vorbei an Bernkastel-Kues überquerten wir die Mosel bei Zeltingen um nicht neben der B53 radeln zu müssen. Bei Trarbach zurück auf die andere Seite und entlang der prächtigen Villen von Traben. Mittagspause auf einer schönen Sonnenterrasse in Reil bei Flammkuchen und alkoholfreiem Weizen und dann wieder auf der anderen Moselseite durch Zell hindurch nach Bullay. In einem historischen Gebäude wird nach 54 km heute übernachtet. Die Ankunft erfolgte gerade rechtzeitig vor dem Gewitter.












Nachtrag:
Die Unterkunft aus dem 16. Jahrhundert ist einfach genial und von der Art, dass man sie für sich geheim behält oder nur den allerbesten Freunden verrät.

Tag 4 - Von Bullay nach Müden

Der Morgen begann mit einer kleinen Fahrradreparatur. Die Schaltung hatte sich gestern kurz vor dem Tagesziel auf nur einen Gang festgelegt. Mit ganz wenig Werkzeug aber dem nötigen Fingerspitzengefühl war die Reparatur schnell erledigt und so ließen wir Bullay hinter uns. Über die 2 Ebenen-Brücke ging es nach Alf und dann entlang der B49. Gegen Mittag erreichten wir Cochem und gönnten uns ein leckeres Eis. Von Cochem nach Treis führte uns die unbefestigte Strecke durch ein Naturschutzgebiet, ganz abseits vom Verkehrslärm. Da der Himmel sich sehr verdunkelte und auch das Popometer nach einer Pause rief, legten wir nach 48 km unser Ziel in Müden auf einem Weingut fest.








Empfehlung: Cafe im Halfenhaus, Moselstr. 1, 56254 Münden
Leckere Kuchen und eine tolle, bunt gewürfelte Inneneinrichtung


Tag 5 - Von Müden nach Koblenz und zurück nach Longuich mit der Bahn

Beim Winzerfrühstück haben wir heute etwas über die Schimmelbekämpfung der Rebstöcke erfahren. Alle 12-14 Tage muss bei der aktuellen schwülen Witterung gegen den Schimmel vorgegangen werden. Mit dem Hubschrauber, dem Schmalspurschlepper oder aber auch zu Fuß.
Bei Hochnebel ging es dann auf die letzte Etappe. Die Winzerin hat uns einen Weg empfohlen, der uns abseits der Straße ans Ziel führte. Etliche Dörfer waren bereits mit den Vorbereitungen der lokalen Weinfeste beschäftigt und zahlreiche Weinköniginnen der vergangenen Jahre wohnen in dieser Gegend.
Hinter der Bahnlinie führte der Radweg direkt an den extrem steilen Weinbergen entlang. Unglaublich, was die Bewirtschaftung dieser steilen Hanglagen für einen Aufwand bedeutet!
Immer näher kamen wir Koblenz und rollten schließlich am Deutschen Eck aus, dem Ziel der Radtour. Von dort ging es dann durch die Stadt zum Bahnhof und mit der Regionalbahn in 90 Minuten zum Ausgangspunkt unserer Reise zurück.




Der Landy stand unversehrt auf dem Parkplatz und anstelle von Parkgebühren haben wir ein paar Flaschen Wein erstanden (Dank an Eck für diesen Hinweis). Den Abend lassen wir am Pulvermaar mit Pesto Chili von Sacla' und halbtrockenem Riesling vom Longuicher Herrenberg ausklingen. Jetzt ruft nur noch die Dusche und dann das wohlvertraute Schlafgefühl in unserem Dachzelt.

Bis dahin war es ein toller Urlaub und wirklich empfehlenswert.

Tage R (Regen)

Leider war uns kein Jahrhundertsommer in der Vulkaneifel vergönnt. Nach mehreren Tagen mit viel Regen hat es die letzte Nacht extrem geschüttet. Wir haben uns dann zur Weiterreise vom Pulvermaar nach Monschau entschieden. Die zwischenzeitlich eingenisteten Bewohner wie Spinnen, Schneider, Grashüpfer, Ohrenkneifer etc. mussten allerdings vor Ort bleiben. Der NABU hatte keine Freigabe zur Umsiedlung erteilt.






Zumindest ein Highlight hat Gillenfeld allerdings zu bieten: Das Eifeler Scheunencafé: eine super Atmosphäre, sehr freundliches Personal und DEN Flammkuchen Rustikal. 1+!




Hier in Monschau stehen wir direkt am Rand einer Wiese mit unverbaubarem Blick in die Natur. Eine super schöne Rasenfläche rundet den Stellplatz ab. Wie auch in der Vulkaneifel sind wir von unseren holländischen Nachbarn umzingelt. Die nehmen wohl gerade alle von den NRWlern im eigenen Lande reiß aus.






Tage S (Sonne)

Strahlend blauer Himmel, die Sonne ist unerbittlich. Die Nacht war etwas frisch, was wieder einmal am mobilen Thermometer abzulesen war (Duschzeug = dünn flüssig: größer 20°C, Duschzeug = zähflüssig: kleiner 20°C).

Da wir bereits gestern Nachmittag in der Monschauer Senfmühle unsere Vorräte aufgefüllt haben, werden wir diese heute Abend direkt verwenden. Ich als Meister der Kochkunst und Herr über Pfannen und Töpfe habe mir gerade ein Rezept für "Bandnudeln mit Honig - Senf - Sauce und Räucherlachs" ergoogelt. Tante ALDI, Onkel LIDL und Verwandte in Laufdistanz machen dies möglich.

Anmerkung: Auch hier nervt der Schrottsammler mit seiner überaus eintönigen und schnäppernden Melodei.

Beobachtung: Der Camperbauch, auch Wampe genannt, wird unabhängig von der Nationalität mit Stolz getragen - von der holden Weiblichkeit eher ertragen (daher auch der Name, sonst sietragen).

Manchmal mit knallhart kalkulierten Stoffresten schonungs- und schamlos bedeckt, zur passenden Gelegenheit auch mal in seiner ganzen und natürlichen Pracht zur Schau gestellt. Vorzugsweise wird dazu in einer 3/4 Hose mit Badelatschen flaniert.

Die Wampe tritt in freier Wildbahn auch gerne in Rudeln auf aber die Weibchen können offensichtlich wenig gefallen daran finden. Eine Augenkrebs-Variante ist dabei das Tragen von viel zu engen Joggern.

Eine weitere Vorkommensform ist das Wampensonnen. Dabei wird in einen bequemen Stuhl so abgehangen, dass der Hosenbund in seinem gänzlichen Umfang nicht mehr als solches auszumachen ist.

Zurück zum Urlaub. Die ehemalige Eisenbahntrasse der Vennbahn ist nun ein Radfahrweg und geht von Aachen bis nach Luxemburg auf 135 km Länge. Die geringen Steigungen erlauben also gemächliches Radeln. Wir haben einen Abstecher rund um das Imgenbroicher Venn unternommen. Natur pur! Dem Wanderer und Waldarbeiter erschließen sich noch ganz andere Wald- und Moorgebiete. Insbesondere die Ausflüge auf den schmalen Holzstegen ins Hochmoor sind ein Erlebnis; gerade bei Schnee im Winter, wenn man den Steg nicht trifft und bis zum Knie im Moor versinkt (eigene Erfahrung).



Imgenbroich bietet eine moderne Infrastruktur und so lockt ein Eiscafe am Nachmittag zum Verweilen. Zurück auf dem Campingplatz wird der Pool beschlagnahmt und nach drei kräftigen Zügen ist das westliche Ufer erreicht. Menschenleer halten wir es so gerade aus.


Und zum guten Schluss, habe ich den Zelt zusammenbau und das Beladen mit den Fahrrädern noch im Zeitraffer festgehalten.


Kommentare:

  1. Mal wieder ein echter Leckerbissen, dein Bericht!

    Aber sag mal, gabs die Wampe nur in der maskulinen Erscheinungsform? Oder bist Du zu sehr Gentleman als dass Du über die feminine Variante auch nur ein Wort verliren würdest?

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  2. Auf dieser Tour hat meine ganz besondere Aufmerksamkeit der maskulinen Erscheinungsform gegolten. Die feminine Variante "wie Mett in der Ecke" konnte ich Anfang Juni in Cornwall studieren.

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  3. toller Bericht, auch wenn du kulinarisch auf ner anderen Welle reitest... :-)

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