Der englische Patient ...
... wurde heute erfolgreich behandelt. Nachdem wir gemeinsam schon die Bremsflüssigkeit gewechselt und mich Dirk dabei auf ein paar Tropfen Flüssigkeit unter dem Motor aufmerksam gemacht hatte, folgt heute nun der Austausch des undichten AGR-Kühlers. Dieser liegt beim TD4 Motor zwischen Motor und Spritzwand und zum einfacheren Ein- und Ausbau haben wir die ECU losgeschraubt. Es ist nicht wirklich viel Platz vorhanden, aber zu zweit funktioniert es dann doch ganz gut.
Mit dem ganzen auslaufenden Kühlwasser ist es schon eine kleine Sauerei und ein doch etwas größerer Kampf beim Einbau der Dichtung zum AGR-Ventil hin.
Am Ende der Aktion waren wir beide zufrieden und das Zugfahrzeug für den Motorradanhänger ist fit.
Bis nächsten Samstag 🙋🏻♂️
Aufsitzen
Dirk trifft früh am Samstagmorgen mit Landy, Anhänger und seiner Transalp ein. Nach dem gemeinsamen Frühstück spannen wir den Anhänger um und verladen beide Motorräder. Das Gespann sieht gut aus und wir kommen doch erst etwas später als gedacht los.
Tankstopp und Fahrerwechsel
Die Sonne brennt die ganze Zeit durch die Frontscheibe und gefühlt ist es im Landy wärmer als draußen. Über die Autobahn erreichen wir die Eifel und fahren weiter über Landstraßen nach Luxemburg.
Nach der langen Winterpause möchte ich unbedingt bei ARAL den ULTIMATE Diesel tanken, welcher hier in Luxemburg für 1,524 € / L erschwinglich ist.
Stellplatz für die Nacht
Jetzt hat es auf den letzten Kilometern doch noch zu regnen angefangen.
Auf dem Weg zu einem Wohnmobilstellplatz sind wir sehr kurz vor dem Ziel an diesem kostenlosen Stellplatz am Waldrand vorbeigekommen. Ein weiterer Camper steht schon hier.
Dann richten wir uns mal ein und hoffen auf eine ruhige Nacht und einen regendichten Landy.
Artisan Boulanger & Baguette
Mit der Nachtruhe war es heute Morgen um 06:00 aus. Im angrenzenden Garten war eine Veranstaltung und die ersten Fahrzeuge rückten an, um die Stände aufzubauen.
Dummerweise hat eigentlich keiner die Einfahrt auf den ersten Blick gefunden und so sind die Autos ein wenig hin und her an unserem Parkplatz vorbei gefahren.
Der Regen hat in der Nacht aufgehört, Katzenwäsche und einpacken war im trocknen möglich.
Um 07:00 waren wir unterwegs, weiter Richtung Süden.
Die Bäcker waren früh auf den Beinen.
Leckere Croissant, zwei Café Creme für je 1,10 €. Ein guter Start in den Tag.
Tankstop und Fahrerwechsel
Der Diesel ist an den Markentankstellen gut 10 Cent teurer als am Supermarkt. Entlang unserer Strecke sind aber genug Supermarkttankstellen.
Dirk hat wieder das Lenkrad übernommen.
Mittagspause
Wir sind auf der mautfreien A75 und fahren jetzt erst einmal etwas über 200 Kilometer bis nach Millau.
Viaduct de Millau
Die Brücke von Millau könnten wir auf einer Landstraße umfahren, was uns allerdings etwas Zeit kosten würde. Wir entscheiden uns für die 20 € Mautgebühr und überqueren zügig den Fluss Tarn, weit unten im Tal.
Da sich der Abend schneller nähert als uns lieb ist und wir noch ein paar Kilometer bis zum Campingplatz vor uns haben, weichen wir von unserer geplanten Route ab und nehmen doch die Mautautobahn vor und hinter der Französich-Spanischen Grenze. Es sind nur ein paar Euro, die den Zeitgewinn Wert sind.
Camping L'Albera
Die Rezeption schließt um 19:00 Uhr und wir erreichen unser Ziel kurz vor knapp. Das Gespann dürfen wir wirklich für 6€/Nacht hier stehen lassen, solange wir mit den Motorrädern unterwegs sind. Toller Service.
Wir entladen die Motorräder von dem Anhänger, so dass wir am kommenden Morgen ganz einfach losfahren können. Da es hier am Campingplatz keinerlei Verpflegungsmöglichkeit in der Nebensaison gibt, leben wir von den Resten.
Der frühe Vogel ...
... beendet früh die Nacht und sucht sich sein Frühstück.
Es ist lauwarm draußen und der Himmel hängt voller Sterne (mit Brille 🤣). Frühstück gibt es an Bord. Die Motorräder werden beladen, wir schwingen uns in die Moped Klamotten, parken den Landy samt Anhänger auf dem uns zugewiesenen Grundstück und fahren los. Erst einmal Richtung Osten zum eigentlichen Ausgangspunkt unserer Adventure Country Track (ACT) Tour Pyrenäen.
Tankstopp und Aussicht genießen
Um das Gewicht auf dem Anhänger etwas zu reduzieren, sind die Tanks der Motorräder nicht komplett gefüllt. Dirk gibt mit dem Tankvolumen seiner Transalp die Reichweite vor und so steuern wir die erste Tankstelle auf dem Weg Richtung Sonnenaufgang an. Seine Crocks haben bei mir Asyl gefunden.
Zum Glück sind wir früh unterwegs und genießen so die noch leeren und geschwungenen Landstraßen sowie deren Aussichtspunkte.
Cap de Creus - Startpunkt vom ACT
Blauer Himmel, Sonnenschein, extrem steife Brise. Wo ist mein Dreiwetter Taft?
Das letzte Stück zum Cap darf nur in der Nebensaison befahren werden und hat es in sich. Die Windböen kommen ganz unverhofft und wir müssen den Lenker mit beiden Händen festhalten, damit das Motorrad in die Richtung fährt, in die wir wollen.
Im Café am Cap gönnen wir uns einen leckeren Kaffee und genießen die Aussicht auf das Mittelmeer. Ab hier geht es immer Richtung Westen mit der Sonne im Rücken und unser Ziel ist der Atlantik. 1.160 km liegen vor uns und wir hoffen möglichst viele Kilometer davon auf nicht-asphaltierten Strecken unterwegs zu sein. Denn dafür sind wir hierhergekommen. Hoffentlich war das keine Schnapsidee.
Mittagspause
Die Strecke von der Küste weg führt zwischen Olivenbäumen und Korkeichen hindurch. Sehr schön und etwas staubig. Auf den Landstraßen sind mittlerweile viele Radfahrer unterwegs und auch extrem große Gruppen an Motorradfahrern. Das ist nicht unser Ding und auch nicht unser Tempo.
Gegen Mittag meldet sich unser Magen zu Wort und wir steuern einen an der Strecke gelegenen Supermarkt an. Viele Trucker machen hier auch Rast. Die Infrastruktur mit Parkplätzen, Supermärkten, Sportstudio, Restaurant und Waschmaschinen stimmt.
Die Hälfte der heutigen Tagesetappe haben wir geschafft und freuen uns auf die zweite Hälfte. Frisch gestärkt schwingen wir uns in die Sättel.
Kurze Pause beim Aufstieg
Das Highlight des Tages ist der Abstecher über den Camí de Maçanet a les Salines zu den Sendemasten hoch oben in den Bergen direkt an der Französisch-Spanischen Grenze. Der Asphalt hört bereits im Ort auf, dort wo noch Villen und Feriendomizile stehen.
Loses Geröll, Fels und eine alte Betonpiste wechseln sich ab. Zum Glück ist es trocken und so können/müssen wir permanent am Gas bleiben, um den steilen Anstieg zu bewältigen.
1.443 m über N. N
Wir erreichen das Plateau mit den beiden Sendemasten. Das letzte Teilstück ist schon extrem steil und wir treffen hier oben erneut die zwei Transalp-Fahrer aus K/SU.
Die Aussicht ist einfach genial. Im Norden nach Frankreich, im Süden nach Spanien, stehen wir mitten auf der Landesgrenze.
Vor der Abfahrt habe ich etwas Respekt doch unten angekommen, war es fast ein Kinderspiel. Mit deaktiviertem Hinterrad-ABS bremse ich mich durch so manche steile Passage. Dirk auf seiner Transalp muss sich über solche technische Errungenschaft erst gar keine Gedanken machen.
Aussichtspunkt
An dieser Stelle war ich schon mit meiner Tochter Noëlle schon vor 12 Jahren, als wir mit dem Landy, Dachzelt und 13 Kuscheltieren unterwegs waren. Wildpferde und Kühe laufen hier frei und in Eintracht herum. Die Piste von Espinavell aus ist immer noch extrem staubig und über und über mit Schlaglöchern gespickt.
Im Wald laufen uns eine Wildschweinrotte und zwei Rehe über den Weg. Das Tagesziel Setcases ist nun nicht mehr weit entfernt.
Frühstück im Hotel
Die Frage lautet nicht: was möchten wir essen, sondern in welcher Reihenfolge essen wir was 🤣
Geschlafen haben wir gut und lange, was sicherlich an den dunklen Vorhängen gelegen hat. Im Zelt ist es dann doch etwas heller und frischer, zumindest hier oben in den Bergen.
Nachdem wir uns von dem ersten Schock, dem fehlenden Frühstücksbuffet, erholt haben, entdecken wir die Vorgehensweise beim Frühstück. Zuerst kommt ein sehr übersichtlicher Brotkorb mit etwas Butter und Marmelade an den Tisch, gefolgt von einem Orangensaft und dem bestellten Kaffee.
Danach entdecken wir Frühstückskarte, aus der wir alles bestellen dürfen, wonach es uns gelüstet. Davon machen wir ausgiebig Gebrauch.
La Creu de Fusta
Wir müssen 3x den Weg vom Hotelzimmer zu den Mopeds gehen, ehe alle unsere Habseligkeiten verstaut sind. Dann starten wir die Motoren und begeben uns auf die zweite Etappe.
Sie spanischen Autofahrer drängeln nicht nur, sondern schneiden auch extrem die Kurven. PKW oder Kleinlaster, egal. Und so sind wir froh, bereits nach ein paar Minuten die Landstraße zu verlassen.
Wir biegen wir nach rechts ab und folgen einer Passstraße hoch in die Berge. Uns erwartet blauer Himmel und die wärmenden Strahlen der Sonne. So darf es gerne weiter gehen.
Ca La Maria - Mittagspause
Was soll ich sagen. Nicht nur das Abendessen findet hier in Spanien später als in Deutschland statt, sondern auch das Mittagessen.
Nach der gestrigen Erfahrung wollen wir uns ein warmes Mittagessen gönnen und steuern kurz nach Mittag einen kleinen Ort mit einem gut bewerteten Restaurant an. Die Tür ist auf, aber für Gäste wird erst ab 13:00 Uhr serviert. Vorher sind die Bediensteten dran.
Also machen wir es wie die Einheimischen und warten draußen mit einer Flasche Wasser und harren der guten Dinge, die da kommen werden.
Um 13:00 Uhr strömen alle Gäste in das Restaurant, geben ihre Bestellung auf und zelebrieren ein mehrgängiges Mittagsmenü. Wir haben uns auf eine Hauptspeise beschränkt, was wohl der Fehler war. Wir warten und warten und warten.
Als wir endlich das Restaurant verlassen, sind wir um ein paar Stunden Fahrtag ärmer. Das bringt zwar unsere ganze Planung durcheinander, ist aber die Würze vom Abenteuer. Und da wir alles dabeihaben, machen wir uns gar keinen Kopf und folgen frisch gestärkt der Strecke weiter Richtung Westen.
Camping l'Oratoire
Nachdem uns die Mittagspause, oder sollte ich besser sagen die Mittagsferien, knapp 3 Stunden Zeit gekostet haben und uns überdies eine Kieselsteinstrecke mit richtig dicken Wacker den Weg "versperrt" hat, lud uns der nächstgelegene Campingplatz am späten Nachmittag quasi direkt zum Verschnaufen und übernachten ein.
Einchecken ist mal wieder gar kein Problem und wir dürfen uns einen freien Platz aussuchen.
Ein Stückchen grüne, saftige Wiese reicht uns ja schon aus, um unser Nachtlager aufzuschlagen. Viel ist hier nicht los und Reisende mit Zelten können wir an einer Hand abzählen.
Das Abendessen besteht aus den Resten des Tages, die wir in Tankrucksack und Koffer mit uns führen. Aber zumindest schleppen wir uns einen Campingtisch mit Bank an unsere Parzelle, damit wir wenigstens vernünftig sitzen können.
Die morgige Strecke nach Andorra planen wir am Abend neu. Kartenmaterial haben wir schließlich dabei.
Xocolata Pirineus
Es war eine kühle Nacht mit Temperaturen im einstelligen Bereich.
Noch bevor die Sonnenstrahlen unsere Parzelle komplett erreicht haben, sind wir auf und davon und streben unserem Frühstück entgegen. Das erste Café im Ort ist geschlossen. Die geplante Route über einen Fluss ist gesperrt und so landen wir plötzlich wieder in Spanien.
Wir cruisen durch den Ort und erspähen ein Café, welches gut besucht ist. Die Motorräder parken wir direkt vor der Aussenterrasse.
Kaffee und Backwaren sind wieder sehr lecker und die Lebensgeister schleichen sich in unsere Körper zurück.
Frisch gestärkt und so richtig wach führt uns der Track Richtung Andorra, wo wir beide schon mit unseren Defendern waren.
Éller
Unser Track führt über eine sehr staubige Piste durch den Wald. Überall parken Autos und Pilzsucher mit Körben sind unterwegs. Daran erkennt man den Herbst in den Pyrenäen. Ich wundere mich jedoch über die große Anzahl der Menschen, die schon so früh unterwegs sind.
Die Verbotsschilder weisen darauf hin, dass die Piste nicht verlassen werden darf. Also schlucken wir erst einmal den aufgewirbelten Staub und sind froh, den Trubel bald hinter uns zu lassen.
Auf dem Asphalt angekommen klopfen wir uns den Staub ab und nehmen einen großen Schluck erfrischendes Wasser.
Tankstop
Es ist wieder an der Zeit die Tanks zu befüllen, ehe wir erneut losen Untergrund befahren.
Hier auf dem Land gibt es nur zwei Sorten: Benzin und Diesel. So einfach kann das sein.
L'Onze de Setembre
Heute ist der Nationalfeiertag der Katalanen und wir sind mittendrin 🫣 Das erklärt auch, warum es in den Wäldern so voll war.
Wir fahren wir wieder hoch in die Berge, wo wir diesmal fast alleine unterwegs sind. Wir genießen die Aussichten und die fahrerischen Herausforderungen, auch als sich ein Harvester in den Weg stellt.
Als der Fahrer uns sieht, räumt er die am Boden liegenden Stämme und Äste beiseite, so dass wir die Stelle durch den aufgewühlten Waldboden passieren können. ¡Gracias!
La Rabasse
Da haben wir gerade unsere Gesellenprüfung hinter uns und auch die Grenze nach Andorra.
Mit dem Landy waren wir beide schon an dieser Stelle, von der ich weiter zum Pic Negre gefahren bin. Den Ausflug schenken wir uns heute und rollen über ruhige Asphaltstraßen die unzähligen Serpentinen ins Tal runter.
Andorra
Das Telefon ist im Flugmodus, da Andorra kein Roamingpartner der EU ist.
Die neben Andorracampers liegende Universität bietet freies WLAN🤗 und so planen wir nach Dirk's erfolgreichem Einkauf (warmer Schlafsack) die "Flucht" aus diesem Zwergenstaat.
Der alte Schmugglerpfad nach Tor ist seit Sommer aus dem ACT Track herausgenommen und wir wollen uns nicht auf eine Irrfahrt einlassen.
Camping LLavorsi
Nach einer schnelleren Verbindungsetappe über Landstraßen erreichen wir den Campingplatz. Er kommt mir sehr bekannt vor. Die Lage am Fluss und das gelbe Sanitärgebäude erkenne ich schnell wieder.
Die Nacht soll mild werden und deswegen haben wir uns gegen eine feste Unterkunft entschieden.
Die Suche nach einem zeitig geöffneten Restaurant gestaltet sich erneut sehr schwierig und wir sind sehr überrascht, dass der lokale Supermarkt trotz Feiertag geöffnet hat.
Mit noch warmem Brot und zünftigem Belag versorgt, genießen wir unser Abendbrot im überdachten Küchenbereich auf dem Campingplatz. Ein passendes Kaltgetränk und Obst zum Nachtisch runden das Menü ab. Geht doch.
4x4 recommended
Wir verlassen den Campingplatz, ohne dass sich die Möglichkeit der Bezahlung ergibt. Ich stecke ein paar Geldscheine durch die Eingangstür, nachdem ich diese vorher in die Überwachungskamera gehalten habe.
Dann erwischt uns der erste ausgiebige Regenschauer, der den ganzen Vormittag anhält. Das Visier beschlägt und wir halten des Öfteren an, um für klare Sicht zu sorgen.
Durch das 4x4 Schild lassen wir uns nicht beeindrucken und fahren die Passstraße hoch. Es wird kühler und wir können die Landschaft nur zum Teil genießen. Der nasse Felsuntergrund ist an manchen Stellen sehr glatt und ich habe das Gefühl, das das Hinterrad wegrutscht.
Auf der Passhöhe angekommen zeigt das Thermometer 6°C an. Der Wind ist eisig, die Finger kalt. Die folgende Abfahrt lassen wir sachte angehen. Wir wollen uns schließlich nicht in die Matsche legen.
Und dann kommt die Herausforderung des Tages. Eine Kuhherde versperrt den Weg. Sie trauen sich, verständlicherweise, nicht über das Viehgitter. Die ganze Herde hat sich vor dem Viehgitter versammelt und obendrein ist der ganze Weg durch ein Biotop, Lebensraum und Nährstoffquelle für Insekten, Würmer, Pilze und Mikroorganismen, versperrt. Kurz gesagt, der Weg ist vollgeschissen und bildet mit dem Regen einen ordentlichen Brei.
Wir näher uns ganz langsam der Herde und wollen sie nicht in Panik geraten lassen. Auf unser Rufen reagieren sie nicht, hupen wollen wir nicht. Centimeter für Centimeter rollen wir näher an die Herde heran und so ganz langsam trotten die Viecher aus dem Weg.
Wir sind heilfroh, als wir das Viehgatter überquert haben und zurückblickend sagen können: wir haben uns zum Glück nicht lang gemacht.
Am Ende der Passstraße stoßen wir auf ein willkommenes Asphaltband, der Regen weicht einer Trockenperiode und wir setzen unsere Tagesetappe fort.
Weltbestes Hähnchen ...
... mit Pommes.
Auf der Suche nach unserer Mittagsverpflegung in Vielha entdecken wir entlang einer der Hauptstraßen die Marktstände. Da sollte doch wohl etwas Kulinarisches für uns dabei sein.
Langsam rollen wir bergan und schauen mal links, mal rechts zu den Marktständen rüber. Schon kurz vor dem Ortsausgang angekommen, entdecke ich plötzlich eine Warteschlange vor einem Verkaufswagen. Wir drehen, fahren auf den Bürgersteig und parken direkt neben dem Wagen.
Der Duft von gegrilltem Hähnchen und frittierten Pommes steigt uns durch den Helm in die Nase. Wir stellen uns artig ans Ende der Schlange und sondieren die Lage. An einem Grill drehen sich die Hähnchen und in zwei Fritteusen werden Pommes vorbereitet. Die allermeisten Leute nehmen das Essen mit, welches in ganz ansehnliche Aluminiumschalen abgepackt wird. Ein ganzes Hähnchen für 12 EUR, die stattliche Portion Pommes für 3 EUR.
1 pollo y 2 patatas fritas para nosotros.
In Ermangelung einer Sitzgelegenheit packen wir unser Mittagessen auf den Gepäckrollen aus und essen im Stehen. Das Hähnchen lecker gefüllt und mit der Geflügelschere schon passend klein geschnitten. Darüber leckere Bratensauce und die etwas größeren Pommes. Was für ein Genuss.
Zu unserer Freude kommt auch die Sonne wieder zum Vorschein und so trocknen die Regenklamotten während unserer Mittagspause. Ein Hubschrauber nutzt ebenfalls das bessere (Flug-)Wetter und macht sich mit seiner Ladung auf in die Berge.
Vollgefuttert und so richtig zufrieden schwingen wir uns auf die Mopeds und weiter geht es.
Furt im Wald
Wir sind noch nicht aus Vielha heraus, da biegen wir auch schon auf einen Schotterweg ab und die Piste führt uns erneut durch den Wald. Hier ist nicht viel los und wir haben den Wald für uns.
Dann nähern wir uns einer betonierten Flußrinne und halten erst einmal an. Mit einer missglückten Fluss Durchquerung habe ich ja so meine Erfahrung gemacht und bin vorsichtig geworden.
Hier sieht alles OK aus, wir beide rollen vorsichtig durch das Wasser und erreichen das andere Ufer.
Tankstopp
Dirk gibt die Kilometer vor, nach denen wir die Tanks der Mopeds wieder auffüllen dürfen. Wir selbst nutzen die Gelegenheit und können uns bei einer kurzen Verschnaufpause einen Kaffee.
Schöne Aussicht genießen
Die Sonne hat uns wieder und hier oben in der Einsamkeit ist es absolut ruhig. Wir stellen die Motoren ab und genießen die Aussicht in die Bergwelt. Einfach nur traumhaft.
Anspruchsvolle Piste aus rotem Stein
Kaum haben wir uns der Regenklamotten entledigt, holt uns ein ganz übler Anstieg fast aus den Stiefeln. Zum Glück haben wir beide nun schon ein paar Kilometer Erfahrung gesammelt und so zögern wir nicht, es auch mit dieser Piste aufzunehmen.
Auf der rechten Seite der Fels, auf der linken Seite der freie Blick ins Tal versuchen wir beiden nicht zu nahe zu kommen. Das ist nicht immer ganz einfach, da derbe Schläge hin und wieder den Lenker verreißen.
Nach ein paar Minuten ist alles vergessen und wir erreichen eine ebene Fläche, die uns einen traumhaften Ausblick beschert.
Camping La Borda D'Analdet
Ui, ui, ui 😲 Diese Etappe über Felsen und durch den Wald hat es wirklich in sich.
Zum Tagesabschluss müssen wir die Mopeds, eins nach dem anderen, noch an einem Wasserloch vorbeischieben, damit wir auf den letzten Kilometern nicht noch festsitzen. Die Wasserrinne füttern wir mit Felsen und Ästen aus und haben so einen festen Untergrund für die Räder.
Nachdem wir diese Herausforderung gemeistert haben, steuern wir einen auf der Karte eingezeichneten Campingplatz an. Dieser Campingplatz entpuppt sich als öffentliche Wiese mit Sitzgelegenheit, der 8 km entfernte Campingplatz ist dann allerdings purer Luxus (auch preislich).
Schotterpiste noch vor dem ersten Kaffee
Die Nacht war windig und hat unsere Zelte trocken gehalten, so können wir zeitig aufstehen, packen und starten.
Mit der aufgehenden Sonne fahren wir in die Berge und genießen den extrem blauen Himmel😍
Wir haben einen Plan, ...
... und der lautet: Frühstück.
Dazu müssen wir nicht erst in den Ort Namens Plan kommen. Das erste angesteuerte Kaffee ist zu, ein Blick auf die Navigations-App zeigt Einkaufs- und Einkehrmöglichkeit etwas nördlich von uns. Also los.
In einem kleinen Hotel fragen wir nach, ob wir etwas Frühstück bekommen können und werden um das Gebäude zur Terrasse dirigiert.
Geschützt hinter Glas kann uns der frische Bergwind nichts anhaben, wir saugen die Sonne auf und genießen den Ausblick auf Landy, Garten und Berge.
Es gibt mit einer Tomatenpaste bestrichenes, getoastetes Brot und darauf eine Scheibe Schinken. Der Kaffee ist heiß und lecker und wir bestellen gleich noch eine Runde.
Mit neuen Lebensgeistern versorgt fahren wir erneut durch Plan und sind froh, dass dieser aufgegangen ist.
Cañón de Añisclo
Einfach nur traumhaft 😍 windet sich eine kleine Asphaltstraße von einem mir bekannten Campingplatz bis zu dieser Aussichtsbucht. Hier sind wir nicht alleine, da unterwegs so einige Hinweisschilder auf dieses Highlight hinweisen.
Mittagspause mit Kunst
Wir sind heute fast immer über 1.000 Meter über N.N. unterwegs. Die Sonne scheint, es weht eine steife Brise. Wir nähern uns wohl dem Atlantik.
Unsere Mittagsverpflegung holen wir uns in einem kleinen Kiosk am Straßenrand und vertilgen diese in dem angrenzenden Park, wo auch ein paar Spanier ihre Mittagspause verbringen.
Am Rio Estarrún
Nachdem die letzte Stunde etwas langweilig zu fahren war, geht es jetzt wieder über kleine Straßen weiter. Die Mittellinie hat eher eine Alibifunktion, ist die Straße doch nicht viel breiter als ein Fahrradweg.
An einem öffentlichen Grillplatz machen wir Rast, kochen uns einen leckeren Kaffee und genießen die Reste an Gebäck.
Camping Valle de Ansó
Das Tagesziel haben wir für heute erreicht. Es ist unglaublich, wie blau der Himmel heute wieder ist. Keine Wolke ist weit und breit zu sehen.
Dem Campingplatz angegliedert ist eine Bar und ein Restaurant, das erfreulicherweise früher als sonst üblich aufmacht. Nachdem die Zelte aufgestellt sind und ich eine erfrischende Dusche genommen habe, sehen wir uns im Dorf um.
Ansó
Was für ein tolles Dorf. Es gibt reichlich private Unterkünfte und Bars. Wir haben so gerade noch eine Runde mit der untergehenden Sonne gedreht und dann im Restaurant am Campingplatz gegessen.
Jetzt bereiten wir uns auf kalte Nachttemperaturen vor. Zum Glück hat Dirk den zusätzlichen, warmen Schlafsack in Andorra bekommen. Ich mümmel mich in meinen Schlafsack ein und bin bald darauf im Reich der Träume verschwunden.
Morgen folgt die letzte ACT-Etappe.
Eis, Eis, Baby
Die Nacht war wirklich eisig und am Morgen sehen wir das Resultat auf der Sitzbank. Diese ist mit einer leichten Eisschicht bedeckt.
Zum Glück sind die Zelte einigermaßen trocken geblieben und so spricht auch heute nichts gegen einen frühen Start. Allerdings mit einer zweiten, wärmenden Schicht unter der Motorradjacke ausgestattet und erst nachdem wir uns einen schönen, heißen Kaffee gekocht haben.
Doch noch einen Bäcker gefunden
Es gibt Landstriche, da ist in jedem Ort ein Bäcker zu finden. Und dann gibt es Landstriche mit Wohnmobilstellplätzen und einem Bäcker, der wohl nur in der Hauptsaison offen hat. In so einem Landstrich sind wir leider gerade unterwegs.
Wir versuchen es im nächsten Ort, stellen die Mopeds ab und begeben uns auf die Suche. Die Panaderia ist ausgeschildert und nach wenigen Minuten müssen wir nur unserer Nase folgen.
Der Duft von frischem Brot und Backwaren steigt uns in die Nase und führt uns durch die schmalen Gassen, die vom Autoverkehr befreit sind.
Eine kleine Schlange vor dem Eingang zeigt uns, dass wir hier richtig sind. Nachdem drei Quatschweiber endlich aus dem Laden kommen und es voran geht, dürfen auch wir bald die Bäckerei betreten. Hinter einer kleinen Theke bedient der Bäcker die Kunden. Wir geben ihm mit Fingerzeig zu verstehen, was und wieviel wir wollen.
Ich bin bass erstaunt, wieviel Wechselgeld ich auf meinen 10er bekomme. Die Croissants sind wieder einmal überragend, ob mit oder ohne Schokolade gefüllt. Dirk kann das bestätigen.
Mitten im Wald ...
... finden wir ein sonniges Plätzchen für eine kurze Verschnaufpause. Die aktuelle Etappe ist eher leicht bis mittelschwer 🤣 Ich glaube, wir haben uns schon etwas mit dieser Art des Reisens vertraut gemacht.
Mittagspause ...
... an einem uns schon bekannten Supermarkt. Die Sandwiches verputzen wir auf einem kleinen Mäuerchen und zum Nachtisch gibt es heute Banane. Die Mülltrennung erfolgt direkt neben dem kleinen Supermarkt.
Freilaufende Pferde
Je weiter wir nach Westen kommen, umso sanfter werden die Pyrenäen. Die Schroffheit weicht einem sanft geschwungenen Grün. Hier kann man noch so richtig Pferd sein und die PS in der Sonne dösen lassen oder aber mit Vollgas über die Weiden rennen. Heute ist eher dösen und Touristen bestaunen angesagt.
Antiguo Parador de Jaizkibel - Ziel 🏁
Nach einem wunderschönen und erlebnisreichen Tag durch eine absolut geniale Landschaft erreichen wir das Ziel vom ACT Pyrenäen. Der Blick nach Osten auf die Grenzstadt Irun, der Blick nach Westen auf den Atlantik. Und das bei allerbestem Wetter.
Wir sind ein wenig stolz auf uns. Und so ein tolles, gemeinschaftliches Erlebnis wird mit dem ACT Riding Shirt Pyrenäen 2024 belohnt. Steht uns doch gut, oder? Und frisch gewaschen sind sie auch und haben die passende Größe. Was für ein Zufall.
Jetzt müssen wir uns noch ein Nachtlager suchen und etwas ordentliches Essen. Der nächstgelegene Campingplatz ist nicht weit.
Campingplatz Jaizkibel
Wohl das kleinste Übel an verfügbaren Campingplätzen in der Nähe. Da sind wir aus den Bergen echt verwöhnt. Der Untergrund ist graslos, die ringsherum stehenden Bäume verhindern den freien Blick auf die Sonne. Und etwas eng geht es hier zu.
Dafür sind die Sanitäranlagen mit den warmen Duschen gut in Schuss. Das Restaurant grenzt direkt an den Campingplatzeingang und ist gut besucht. Es ist Samstagabend. Die Poser aus der Stadt parken ihre dicken Karren auch hier, sofern sie eine der raren Parkbuchten erobern können. Die Spanier interessieren sich sehr für die riesengroße Mattscheibe, auf der Fußball übertragen wird. Wir sitzen lieber draußen auf den Hockern vor dem Restaurant an einem kleinen Tisch mit Blick in die Küche, trinken unser Ziel Bier und gönnen uns ein leckes Abendessen.
Was für eine Auswahl
Die Nacht war kalt und das Zelt ziert eine leichte Eisschicht. Um uns herum sind noch nicht viele Camper wach und so packen wir leise unsere Klamotten ein. Das Campingplatztor ist ab 08:00 offen und wird sind die Ersten, die den Campingplatz verlassen.
Da die Rückfahrt zum Mittelmeer zu großen Teilen durch Frankreich verläuft, beschließen wir die Tanks in Spanien zu füllen. Und dann wird es Zeit für ein gutes Frühstück.
Wir kreuzen etwas durch die Straßen, die breit und dessen Fahrbahnen durch einen Grünstreifen getrennt sind. Die Bürgersteige sind auch riesig breit und bieten nicht nur genug Platz zum Flanieren, sondern auch um sein Moped zu parken.
So stehen wir alsbald vor einem Café, in dem sich auch andere Motorradfahrer zur sonntäglichen Ausfahrt versammelt haben.
Die Auswahl an Backwaren ist einfach riesig. Wie soll Mann sich da nur entscheiden 🫣 Und der Kaffee ist wieder einmal so lecker, dass wir gleich zwei davon trinken. Das ist ein wirklich guter Start in den Tag.
Endstation Sehnsucht
Wir folgen meinen alten Reiseaufzeichnung, die ich mit dem Landy gemacht habe. Dass die Piste zum Ende hin in einem so schlechten Zustand ist, daran kann ich mich nicht erinnern. Aber an die Aussicht.
Hier kann man auch gut mit seinem Fahrzeug für eine Nacht stehen und die wunderbare Aussicht genießen.
Eindrücke verarbeiten
Grün an grün, Wald an Wald, Wiese an Wiese, Farn an Farn.
Da sich Popo und Magen melden, legen wir einen kleinen Stopp ein.
Am Sonntag bleibt die Küche kalt und so tut es auch ein belegtes Baguette. Die Flasche Leitungswasser kommt aus dem Kühlschrank und kostet nichts. Frankreich hat so seine Vorzüge.
Camping Murkuzuria - eigentlich zu
Etwas südlich der Tankstelle, an der wir die Tanks gefüllt haben, liegt ein kleiner Campingplatz mit Restaurant. Eine ideale Basis, um in der nachmittäglichen Sonne die Zelte und Handtücher durchzutrocknen, ein paar kleine Reparaturen (mit Poolunterstützung) durchzuführen und seine Klamotten zu ordnen.
Die Eigentümer wollen ab morgen für ein paar Tage Urlaub machen und auf unsere Frage nach der Übernachtungsmöglichkeit kommt die Antwort: "I must think."
Schnell gedacht und pro Alemania entschieden, dürfen wir eine Nacht bleiben und werden im Restaurant schon um 19:00 erwartet. Das kommt uns sehr entgegen.
Als Vorspeise bestellen wir eine gemischte Platte und als Hauptgang einen leckeren Burger. Campingplatz und Restaurant sind absolut zu empfehlen.
Die Landschaftseindrücke von heute werden noch lange im Gedächtnis bleiben. Einfach mal wieder grandios, was diese Pyrenäen so alles zu bieten haben.
Mauerfrühstück
Die Nacht war trocken und wir konnten die Zelte heute früh super verstauen. Wir verlassen den Campingplatz und schließen das Tor hinter uns. Keiner mehr da.
Zum Frühstück suchen wir uns wieder einmal eine kleine Bäckerei und sind froh, Wasser, Kocher und Kaffeepulver dabei zu haben. Ganz unkompliziert nutzen wir die Mauer als Koch- und Sitzgelegenheit. Mehr braucht es nicht für einen gelungenen Start in den Tag.
Camping Midi-Pyrénées
Wir haben heute ein paar schnelle Kilometer durch Frankreich gemacht, um die letzten 2 Tage nicht in Zeitdruck zu geraten. Das Thermometer zeigt unterwegs 27° C an und die warme Bekleidungsschicht aus den Bergen verschwindet in den Packtaschen/Koffern.
Für den Campingplatz ist absolute Nebensaison und das Restaurant hat geschlossen. So gibt es kein Abendessen, aber das ein oder andere Bierchen, nachdem wir uns den restlichen Kuchen bei einem schönen Kaffee gegönnt haben.
Anmerkung der Redaktion: Der Hinterreifen Heiden K60 Scout eignet sich übrigens vorzüglich zum Pilze sammeln.
Der Kreis ist geschlossen
Nach knapp 2.000 km sind wir zurück an unserem Ausgangspunkt am Mittelmeer. Hier ist es deutlich wärmer als in den Bergen, trotz starkem Wind.
Wir verstauen unsere Klamotten im Landy und verzurren die Mopeds auf dem Anhänger. Morgen schwingen wir uns auf die Bahn, schmeißen die Kühlbox an und gehen in Frankreich noch die leckeren Sachen einkaufen, die wir zu Hause nicht bekommen.
Wir kommen gut voran ...
... und legen eine kleine Verpflegungspause ein.
Die Stromer sind hier nicht so gefragt.
Wohnmobilstellplatz an der Mosel
Bis auf einen Stau in Lyon sind wir super durchgekommen. Uns hat es bisher auch knapp 110 € an Mautgebühr gekostet 😳
Der heutige Übernachtungsplatz auf einer Camperwiese ist ein Tipp von Werner und Gaby. Danke dafür. Der Self-Checkin an der Schranke mittels Kreditkarte geht reibungslos. Das Gelände ist sehr großzügig, eben und sehr ruhig.
Abschied aus Frankreich
Eine letzte Boulangerie mit leckerem Croissant und halbvollem Kaffeebecher 😅 Und dabei ist es schon ein GROSSER. Den kleinen Kaffee darf Mann wohl mit der Lupe suchen.
Zurück in der Heimat
Nach etwas Berufsverkehr und preiswertem ULTIMATE Diesel in Luxemburg, fahren wir durch die Eifel und kommen wohlbehalten im Oberbergischen an.
Andrea empfängt uns mit einer kulinarischen Stärkung, so dass wir mit frischen Kräften Anhänger, Mopeds und Landy durchrotieren können.
Dann macht sich Dirk auf den Heimweg nach Neuss, denn der Anhänger wird schon von seinem Neffen erwartet. Der geht mit Freunden auf Tour.
Das war jetzt meine vierte Reise durch die Pyrenäen, aber die erste mit dem Moped. Genauso schön, genauso interessant. Und wir hatten so richtiges Glück mit dem Wetter. Wenn Engel reisen.
Es war eine tolle Tour zusammen mit Dirk und wir können jederzeit gerne wieder etwas zusammen unternehmen. Adios amigo 🙋🏻♂️