Sonntag, 19. Juli 2015

ISLAND OFFROAD 2015

aktueller Straßenzustand
Befahrbarkeit der Bergstraßen


Tag 1 - 19.07.2015

Endlich geht es mit meiner Tochter Noëlle los. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und der Landy ist gepackt. Wir fahren die erste Etappe von 605 km über Flensburg (noch einmal Volltanken) bis zum Skarrev Camping in Aabenraa.

(Skarrevvej 333, DK-6200 Aabenraa, Tel:+45-7461 7421, N 55°2'47" E9°30'0")

Der Campingplatz liegt direkt am Wasser. Da wir keine Campingcard für Skandinavien haben, zahlen wir 35 Kronen "Strafe". Es regnet und stürmt am Abend und so verschwinden wir zeitig in unserem Hubdach.

Tag 2 - 20.07.2015

Die Sonne weckt uns. Der Himmel ist schön blau und es ist auch immer noch schön windig. Somit hat der Regen aber keine Chance. Ich parke den Landy um und er fungiert als Windbrecher damit wir in Ruhe ausgiebig Frühstücken können. Wir schwingen uns auf die Autobahn und es geht gemütliche 340 km weiter bis nach Hirtshals, wo wir auf dem Tornby Strand Camping unsere Reisegruppe.

Unterwegs zählen wir Landys, Moppeds und Pferdeanhänger und die Moppeds sind die klaren Gewinner.

Ein ganz besonderer Landy überholt uns auf der Autobahn Richtung Hirtshals und bei dem roten Nummernschild im Rückspiegel tippe ich auf einen Belgier. Der Landesaufkleber spricht aber eine ganz andere Sprache: A-U-S

Australien: Was für eine Anreise! Die wollen bestimmt auch nach Island.

(Strandvejen 13, DK-9850 Hirtshals, Tel.: +45 98 97 78 77, N 57°33'17.9" E 9°55'58.1")

Wird sind 22 Personen im Alter von 12 - 69 Jahren, verteilt auf 9 Fahrzeuge. Am Nachmittag gibt es das Briefing für den nächsten Morgen und wir bereiten uns und die Fahrzeuge auf das Einchecken vor.




Die "Jugend" macht sich schon mal warm und freundet sich schnell an.


Der Platz beherbergt auch noch andere interessante Kombinationen aus Fahrzeug und Zelt.



Tag 3 - 21.07.2015

Um 6 fängt es an zu regnen. Der Himmel ist grau und wir packen zusammen. Hoffentlich klart es bald auf.

Das Einchecken geht reibungslos, kein Wunder bei dem Regen. Erst an Board klart es auf und die Sonne scheint. Mit 45 Minuten Verspätung legen wir ab.

Windgeschützt auf dem Achterdeck schweift der Blick über die See.








Tag 4 - 22.07.2015

Die Nacht war ruhig aber ein paar Leute der Reisegruppe erscheinen trotzdem nicht am Morgen zum Frühstück. Insbesondere diejenigen, die ihre Kabinen weiter vorne im Schiff haben und von den Wankbewegungen etwas mehr mitbekommen haben.

Die anderen Frühstücken ausgiebig und treffen sich danach an Deck 8 auf der Steuerbordseite und genießen den sonnigen Tag. Die See wird immer ruhiger und so ca. 40 Seemeilen vor den Färöer Insel sind keinerlei Schaumkronen mehr auf dem Atlantik auszumachen. Glatt wie ein Kinderpopo.

Wer möchte, kann sich die Zeit an Board auch in einem Hot Pot vertreiben. Auf Deck 7 stehen derer drei zur Verfügung.




Das Highlight des Tages ist der Zwischenstopp auf den Färöer Inseln. Schnell erspähen wir die historischen Gebäude mit ihren grasbedeckten Dächern.








Zwei Mädels vertreiben sich den Zwischenstopp mit etwas Gymnastik, um die müden Knochen und Bänder wieder auf Vorderfrau zu kriegen.






Im Hafenbereich hingegen schmeißt Mann sich ordentlich in die Riemen und wird von Steuerfrau ganz schön zur S.. gemacht.




Nach knapp zwei Stunden sind wir auch wieder unterwegs und gleiten an den Steilküsten der Inseln entlang. Morgen früh müssen die Kabinen um 7:30 Uhr geräumt sein und die Ankunft ist um 9:30 Uhr Bordzeit.




Tag 5 - 23.07.2015

Die Nacht auf See war extrem ruhig. Nur das endlose Knacken von einer Koje war für den Schlaf nicht so förderlich. Nach dem Aufstehen haben wir uns ein schnelles Frühstück gegönnt und verließen die Kabine. Auf Deck 8 vertrieben wir uns die restlichen beiden Stunden bis zur Ankunft.
Die Fahrzeuge auf Deck 4 waren ganz schön eng geparkt aber wir kamen zumindest an die Beifahrertür ran. Das Auschecken lief reibungslos und auch der Zoll wollte von uns nichts wissen.






In Egilsstaðir haben wir uns beim
mit Vorräten versorgt und die Reise konnte nun endlich auch auf Island starten. Nach den 2 Tagen auf der Fähre hatte alle Teilnehmer den Stress-Modus abgelegt und es ging nun im 4x4 Modus weiter. Die Kommunikation per CB-Funk übernahm meine zertifizierte Funkerin und natürlich auf
4 x 4 = Kanal 16.
Nach wenigen Kilometern auf der Ringstraße bogen wir auf die 924 und dann auf die 923 in das östliche Hochland ab. Endlich keinen Asphalt mehr unter den A/T und M/T Reifen sondern die schönen, unbefestigten Schotterstraßen.





Bei Brú bogen wir auf die 907 um einem alten Bauernhof einen Besuch abzustatten.






Herrlich leckeres Gebäck und kleine Pfannkuchen wurden in Unmengen gereicht und unter dem grasbedeckten Gebälk genossen wir die Wärme, auch die von Kaffee, Tee und heißer Schokolade. Auch die wenigen restlichen Kilometer über die 901 bis Möđrudalur legten wir ein paar Fotostopps ein, ehe wir unseren Campingplatz erreichten.





Auf einer schönen, leicht hügeligen grünen Wiese stellten wir unsere Fahrzeuge ab und genießen den frischen Abend mit einem warmen Essen.







Tag 6 - 24.07.2015

Die Reisegruppe harmoniert ganz prima. Heute früh hatten fast alle noch die Heimatzeitzone in den Knochen und so ging es bereits weit vor 10 Uhr los. Das nutze ich dann im Verlauf der Reise schamlos aus. :-)









Nach der ganz kleinen persönlichen Wäsche im Nieselregen vor dem grasbedeckten Sanitärhäuschen ging es im Konvoi Richtung Süden. Die gewählte Strecke war eindeutig nur für Allradfahrzeuge ausgewiesen und ein Verlassen der Strecke einfach nicht erlaubt.

Für uns Abenteurer sind die "F" Straßen im Hochland vollkommen ausreichend aber so mach Leihwagenfahrer hat sich wohl etwas verkalkuliert. Auf einem kurzen Teilstück der F910 galt es zwei Flussdurchfahrten zu meistern und vor dem ersten Fluss warteten schon ein paar Fahrzeuge auf uns.

Der optimale Weg war schnell ausgemacht und ich lege die Differentialsperre und die Untersetzung ein. Im 2. Gang geht es dann sicher und gemächlich durch den Fluss. Alle anderen Fahrzeuge folgen und auch die Wartenden kennen nun den Weg.






Der allgemeine Fahrzeugstrom biegt dann bald nach Westen zur Askja ab und folgt der F910. Wir nahmen eine sehr kleine und offensichtlich extrem wenig frequentierte Piste unter die Räder genau in südlicher Richtung.

Es ist sehr einsam und der richtige Weg teilweise schlecht auszumachen. Wir kurven meistens im 2. Gang und kommen nur sehr langsam voran. Bei einer ausgiebigen Mittagspause inmitten vom Nichts, stärkten wir uns mit den bereits am Morgen geschmiert Käsestullen. Frischer warmer Tee und Kaffee brachte die Lebensgeister zurück.






Das nächste Ziel ist ein Stausee mit einer gewaltigen Staumauer und einer riesigen Betonrutsche, die als Überlaufventil dient. Aber wofür? Ist der Stausee nicht annähernd voll und zwei weitere flankierende Staumauer stehen total im Trockenen.







Nach der Staumauer wollen wir noch etwas "spielen" gehen doch die anvisierten F-Straßen sind immer noch wegen der Schneeschmelze gesperrt. Das vor uns liegende Saudafell ist noch tief in seinem Schneekleid verhüllt.

Also steuern wir unseren Übernachtungsplatz an. Das Laugafell Hotel bietet nicht nur Camping sondern auch zwei Hot Pots an. Fast das gesamte Team nutzt die Chance auf das Bad und Entspannung wird GROSS geschrieben.








Danach kochen wir, essen gemeinsam unter den verbundenen Markisen und entspannen nach dem Spülen in der warmen Hütte.





Stulle mit Handschuhen

Immer noch im Hellen aber schon fast gegen 23 Uhr sind alle Mann/Frau/Kind in den Dachzelten und Hubdächern verschwunden. Es erwartet uns eine weitere "Schlafmützennacht" in unseren Schlafsäcken.

Tag 7 - 25.07.2015

Aufwachen in der Früh und alles ist klamm. Nase aus dem Schlafsack: kalt. Also rein in die kalten Klamotten und aus dem Landy in den Nebel geklettert. Die Sichtweite beträgt weniger als 50 m.

Ein warmer Kaffee muss her und da es in dr Hütte m Waschbereich warmes Wasser gibt hole ich die benötigte Menge. Der CP250 Kocher mit den Isobutan Kartuschen legt los und nach wenigen Minuten kocht das Wasser. Die Nutella wird aus dem Glas gemeißelt und die Butter in Stücken auf das isländische Brot gelegt. Es schmeckt. Genauso wie die Käsestullen für unterwegs.







Gegen 10 Uhr verlassen wir das Laugafell und rollen auf der geteerten 910 Richtung Egilsstaðir. Bei den Serpentinen zum See runter trotten uns plötzlich 4 x 4 beinige Isländer entgegen und wir rollen langsam an ihnen vorbei. Dann geht es nördlich um den See herum und wir tanken und verpflegen uns mit frischem Brot.



Das Tagesziel für heute ist Höfn und es liegen ein paar Kilometer vor uns. So weit wie möglich fahren wir die ungeteerten  Straßen und treffen dabei auf eine Herde Rindviehcher. Wir stehen uns Auge in Auge gegenüber, nur durch einen Zaun und einen Graben getrennt. Ein seltsamer Anblick und es werden viele Fotos gemacht. Zum Abschied rennen die Kühe bis zum Ende der Weide mit uns mit.





Einem kurzen Intermezzo auf der Ringstraße folgt erneut ein Abstecher über einen unbefestigten Weg, der noch nicht lange offen war. Nach einigen weiteren Fotostopps erreichten wir den Atlantik. Dann hieß es Kilometer machen und der Konvoi fuhr mit 70 km/h dem Ziel entgegen.













Kurz vor Höfn machen wir noch einen Abstecher zu einem alten Wikingerdorf. Der Fußweg vom Parkplatz dauert 15 Minuten und wir landen in einer Art Filmkulisse mit Pappmaschee und recyclten Holzstrommasten. Das Dorf wird aus dem Programm gestrichen.







Dann checken wir auf dem Campingplatz in Höfn ein und die Rezeption gibt uns zu verstehen, das Deutschland damit die für diese Nacht stärkste Nation auf dem Campingplatz ist.

Regen gibt es nun keinen mehr und morgen soll ein recht schöner Tag werden. Wir lassen uns überraschen.

Tag 8 - 26.07.2015

Heute ist Sonntag und zur Feier des Tages scheint zum ersten Mal die Sonne. Alle genießen die wärmenden Strahlen und das morgendlich Sonnenlicht lädt alle zum Fotografieren ein.











Ich komme mit einem anderen Defenderfahrer ins Gespräch, der von unserer Gruppe und dem Equipment sehr begeistert ist. Es selbst ist Italiener, wohnt in New York und macht in Island Urlaub mit einem Leihdefender. Interessante Kombination!

Es ist doch schon wieder 9 Uhr und wir fahren los. Heute heißt das Thema des Tages: Gletscher

Zuerst geht es an eine eher unbekannte Stelle, die durch ein Kieselbett von vor zu vielen Touristen bewahrt bleibt. Das frühe Morgenlicht ist perfekt und ein paar Gigabyte Speicherplatz bleiben in der Gruppe auf der Strecke.











Danach geht es zur Eislagune Jökulsárlón und ein Amphibienboot wird geentert. Die Eisberge sind sehr beeindruckend und insbesondere das Blau funkelt faszinierend in der Sonne.














 Die Mittagspause nutzt so jeder auf seine Art.





Auf der Verbindungsetappe zum Svartifoss fahren wir durch die unterschiedlichsten Geländeformationen und das Sonnenlicht scheint genau von der richtigen Seite auf die Berghänge. Auch am Svartifoss, den wir nach einer kurzen Wanderung erreichen, scheint die Nachmittagssonne auf die schwarzen Basaltsäulen.





Die noch verbleibende restliche Strecke ist zu lang, um das gesteckte Tagesziel zu erreichen und so plane ich spontan um und wir schlagen unser Lager auf einem mir bis dahin unbekannten Campingplatz auf. was für ein Glücksgriff. Eine riesige Wiese vor einer tollen Felswand ist eine super Kulisse für den Abend.





Tag 9 - 27.07.2015

Frühstücken im Sonnenschein auf einer riesigen Wiese. Genial! Dann erneut Abfahrt um 9 Uhr und Volltanken. Nach ein paar technischen Startschwierigkeiten in der Gruppe ist der Adrenalinspiegel sehr hoch und wir nutzen die paar Kilometer bis zur Abzweigung Richtung Laki, um uns wieder auf den vor uns liegenden Tag zu freuen.




Richtung Laki sind ein paar Furten zu Durchfahren und es macht allen viel Spaß. Mal schmal und tief, mal breit und flach. Für alle Teilnehmer problemlos. Am Fagrifoss machen wir unseren ersten Fotostopp. Danach müssen wir allerdings von der direkten Route abweichen und die weiter westliche liegende Strecke nehmen. Was für eine Landschaft. Schwarzer Sand, grüne Flechten, blauer Himmel. Quer durch erstarrte Lava geht es in den Naturschutzpark. Eine Rangerin weist uns auf die Verhaltensregeln hin und ganz besonders wichtig ist ihr uns mitzuteilen, dass wir auf gar keinen Fall das Moos betreten dürfen.











Dann müssen wir einen doch etwas tieferen Fluss durchfahren und der Landy ist dicht. Die Formen und Anzahl der Vulkankegel sind genial. Mal schwarz, mal grün bewachsen. Mal kreisrund, mal eingefallen. Mal groß, mal riesig. Was für eine Landschaft, welche die Ausmaße der Katastrophe nur erahnen lässt.







 Obwohl der Rückweg der Gleiche ist, kommt uns die Strecke ganz anders vor. Heftiger Regen mit ein wenig Hagel trägt dazu bei. Auf der Ringstraße angekommen,  scheint wieder die Sonne und wir fahren bis zu unserem Tagesziel kurz vor Vík í Mýrdal. Der Campingplatz liegt 15 km von der Ringstraße entfernt in einem Talkessel. Eine grüne Wiese umgeben von erstarrten Lavaformationen. Die Anfahrt alleine ist schon ganz großes Kino.





Tag 10 - 28.07.2015

Gaaaanz langsam kriecht die Morgensonne in den Talkessel und sie erreicht uns rechtzeitig beim Frühstück, welches heute mal nicht so üppig wie die vorherigen Tage ausfällt. Aber die mitgebrachten Lebensmittel, in diesem Fall 1,5 kg Müsli, müssen ja auch mal vertilgt werden (natürlich nicht alle auf einmal).

Schnell noch ein paar tolle Fotos geschossen und wir setzen uns in Bewegung. Auf den ersten Kilometern legen wir ein paar Fotostopps ein, um die Lavawelt im frühen Morgenlicht einzufangen. Einfach nur fantastisch.










Wieder auf der Ringstraße geht es durch Vík í Mýrdal Richtung Vogelfelsen Dyrholaey. Dort brüten in den Steilhängen u.a. die Papageientaucher und wir sehen ein paar die Felsen entlang segeln. Der weitaus größere Anteil dümpelt allerdings vor dem schwarzen Sandstrand im Atlantik.








Nach dem Fotostopps geht es nach nur wenigen Kilometern wieder runter von der Ringstraße und nach 4 km erreichen wir das DC-3 Flugzeugwrack, welches jeder Offroadreisende gesehen haben will. Zum Sand sammeln und zur spontanen Mittagspause fahren wir weiter an den schwarzen Sandstrand.








Nach den Strandausflug ist das Tagesprogramm noch lange nicht zu Ende und es stehen noch drei Wasserfälle auf dem Programm und der Seljalandsfoss in der Nachmittagssonne ist das absolute Highlight. Ein Weg führt hinter dem Wasserfall vorbei und die Fotos sind einfach super.









Die Nacht verbringen wir auf dem angrenzenden Campingplatz um einen optimalen Startpunkt für den kommenden Tag zu haben. Die ganz harten Männer der Reisegruppe gehen am Abend noch unter dem beim Campingplatz gelegenen Wasserfall duschen.







Tag 11 - 29.07.2015 (der Tag der Flüsse)

Mit vollen Tanks und genug Verpflegung versorgt geht es erneut ins Hochland. Das Naturschutzgebiet Þórsmörk lockt, welches wir über die Straßen nördlich des Flusses Krossá erreichen. Heute sind extrem viele Furten geplant und aufgrund der Regenfälle und der anhaltenden Schneeschmelze erwarte ich deutlich mehr als geplant.

Wir machen uns mit dem Fahren auf den Buckelpisten vertraut. So ab 50 km/h hört das Rütteln auf. Diese Geschwindigkeit erlauben wir uns nur auf den breiten und geraden Abschnitten.






Erneut scheint die Sonne und das Wechselspiel der Farben lädt uns zu vielen Fotostopps ein. Auch der Blick auf die riesigen Gletscher ist frei. Das volle Kontrastprogramm gibt es dann auf den schwarzen Sandpisten. Die gelben Markierungspfosten zeigen uns den Weg durch die teils staubige Sandwüste. Dann erreichen wir die F210, welche urplötzlich auch von großen Wandergruppen benutzt wird. Denen fallen die Flussüberquerungen nicht so leicht wie uns.

Zur Mittagspause nutzen wir ein Lavaplateau. In der Sonne sammeln wir neue Kräfte.







Von der F210 biegen wir auf die F233 in nördlicher Richtung ab, ehe wir dann auf der F208 Richtung Landmannalaugar weiter fahren. Manche Furten erwarten mutige Fahrer und diese sind ausnahmslos unter uns. Heute fallen aber zwei Toyos besonders auf, deren Fahrer augenscheinlich sehr viel Spaß haben und ihre Fahrzeuge ordentlich einsauen. Selbst die tiefen Wasserläufen reinigen nicht.

















Der Campingplatz in Landmannalaugar ist von Wanderern und ihren bunten Zelten stark frequentiert aber wir finden noch ein ansprechendes Plätzchen. Es ist richtig kalt und die Hänge immer noch schneebedeckt. Es wird zuerst gekocht und dann geduscht und die allermeisten verschwinden heute sehr zeitig im warmen Schlafsack, natürlich wieder mit wärmender Mütze auf dem Kopf.






Ein sehr ereignisreiche Tag geht zu Ende und ich blicke in viele erfreute Gesichter.

Tag 12 - 30.07.2015 (Martin's Tag)

Es ist kalt und regnerisch und die Befragung der Teilnehmer fällt mit 22:0 eindeutig aus: keine Wanderung.


 Also flugs eine alternative Route aus dem Roadbook gezaubert und los geht es. Ja wenn da nicht der TD4 eines Teilnehmers mit komplett leerer Batterie unseren Tatendrang schon zu früher Stunde stoppen täte. Da wurde wohl zu viel Energie abgerufen, ohne dass die Lichtmaschine neue produziert hat.

Die Wegfahrsperre läßt sich aber mit der 2. Fernbedienung überlisten und wir kommen mit nur geringer Verzögerung los. An dieser Stelle auch ein freundliches: Danke  für die aufmunternden Worte "verpisst Euch endlich" an die Jeep Fahrer aus Jena.

Im Hochland ist viel los uns so suche ich uns eine einsamer Piste. Ein kurzer Halt an einem Kraterrund zeigt uns erneut die Dimensionen der Vulkane auf. In einem Lupinen Feld kommen die Fotokünstler zu ihrem Recht.









Kurz darauf erreichen wir die Sprengisandur (F26) und folgen ihr ein kleines Stück in südlicher Richtung. Das heutige Ziel ist der schöne Campingplatz beim Geysir und um diesen zu erreichen, habe ich uns eine kleine F-Straße von Ost nach West durch das Hochland herausgesucht. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir entlang der Hochspannungsleitung und besichtigen den Haifoss. Nach einer kurzen Wanderung vom Parkplatz zum Schluchrand sehen und hören wir den Haifoss.

Ein Regenbogen umspannt das Tal und die späte Mittagssonne fällt in das Tal und leuchtet die Erdgeschichte an den Talwänden aus. Ein sehr fotogener Wasserfall.





Es geht die felsige Piste Kilometer um Kilometer weiter, wir Durchfahren Flüsse und kommen unseren Ziel immer näher.






Bis, ja bis hinter einer Kurve ein Schneebrett (N64° 15.062' W19° 49.080') lauert. Wir sitzen fest. Alle steigen aus und wir sehen uns das Schneebrett genauer an. Am Anfang hat das Schmelzwasser eine Höhle geschaffen. Eine alte Fahrzeugspur verläuft über das Schneefeld und am sehr steilen Ende ist die Spur mit Steinen aufgefüllt. Sollen wir es wagen, mit unseren Geländewagen über das Schneebrett zu fahren? Wir der Schnee tragen? Werden wir aus der Spur rutschen?




Mit seiner Schwedenerfahrung schlägt Martin (Organisator) vor, zuerst mal eine stabile Kante zu schaffen. Also werden alle Schaufeln und ein Eispickel ausgepackt und es wird gegraben. Sorge bereitet uns die Auffahrt auf das Schneebrett. Wir bauen eine Rampe aus Sandblechen und unterfüttern diese mit Schnee und Steinen. Dann wird es ernst und Martin gibt mir Zeichen, wie ich fahren soll. Nach mehrmaligem vor und zurück, erneutem Freischaufeln und weiterem Unterfüttern der Fahrspur erreiche ich das Ende und stehe sicher auf der Straße.

Bis auf Dumbo erreichen alle das sichere Ende und nach 2 Stunden Ackerei setzen wir die Fahrt fort. Dumbo ist zu hoch und schwer und dreht um. Er kennt die Koordinaten vom Campingplatz. Danke Martin!

Am frühen Abend steht die Sonne super am Himmel für die passend ausgeleuchteten Fotos vom Gullfoss. Also noch schnell weitere 30 Minuten am Gullfoss verplant und tolle Fotos gemacht.





Am Abend haben wir uns alle dann ein Bier und ein gutes Essen verdient. Wir kriechen erschöpft, manche von der 4 m² warmen Dusche verwöhnt, zufrieden in die Schlafsäcke.

Tag 13 - 31.07.2015

Wir geben uns heute früh bis 10:30 Uhr Zeit um den Geysir zu besichtigen, das Fahrzeug zu betanken und Souvenirs zu besorgen. Je nach Lage im Hochland, wir es die längste Etappe ohne weitere Versorgungsmöglichkeit.












An einem Hilux werden noch schnell ein paar Dämpergummies erneuert, an einem Defender ein Rad gewechselt. Wir kommen fast pünktlich los.

Über "Schnellstraßen" erobern wir zügig die Sprengisandur und legen auf der Schotterpiste ein paar Kilometer mit den erlaubten 80 km/h zurück. Auf die Filmaufnahmen bin ich schon sehr gespannt. Die Staubwolken waren immens.



Wir biegen auf die alte Sprengisandur ab und sind weit weg vom Verkehr. Plötzlich taucht ein Sackgassen Schild auf und versperrt uns die Weiterfahrt. Ein zufällig auftauchender  Wanderer kann uns auch nicht weiterhelfen. Also zurück zur Sprengisandur und bei den Nyidalur Rangern nach der Lage fragen. Die westlichen Zufahrten von der Sprengisandur zur Askja sind alle gesperrt.

Es geht dann weiter zum Laugafell, wo uns der Deutsch sprechende Hüttenwirt bereits erwartet. Wir bekommen eine eigene Führung, klären die Wind und Wetterverhältnisse für den kommenden Morgen (sehr kalt und Regen/Schnee) und beschließen den Abend im Hot Pot. Einfach genial.











Tag 14 - 01.08.2015

Puh. Es hat nicht geschneit aber es war s..kalt. Ein schnelles Müsli und ein warmer Kaffee müssen reichen, um die Lebensgeister zu aktivieren. Der Hüttenwirt war schon früh auf und der Waschraum ist wieder in einem tadellosen Zustand. Das Laugafell ist einfach nur empfehlenswert.

Wir verlassen die Gegend Richtung Norden und fahren in ein grünes Tal hinein. Nach den grauen Tagen eine wahre Wohltat für die Augen.













Nach einem kurzen Verpflegungsstopp beim Bonus Supermarkt in Akureyri fahren wir ein wenig Ringstraße und biegen beim Goðafoss, den wir allerdings links liegen lassen, wieder ins Hinterland ab. Unser Ziel ist der Aldejarfoss, den auch der Hüttenwirt vom Laugafell empfohlen hatte.



Danach ist es nur noch ein kurzes Stück durch das Hinterland zum Mývatn, wo der Terassencampingplatz mit kostenlosem Wifi und Duschen lockt. Beim Abendessen in der Sonne schweift der Blick über den See. Am Horizont wird der Blick dann durch schneebedeckte Berge gebremst.




Tag 15 - 02.08.2015

Heute ist Sonntag und für uns Badetag. Im Jarðböðin við Mývatn entspannen wir im alkalischen Wasser mit einer Temperatur zwischen 36 und 41°C. Ein guter Start in den Tag, zumal so früh am Tag auch noch keine Bustouristen da sind.



Auf dem Weg zum Krafla Geothermalkraftwerk kommen wir bei den Schwefelausdünstungen doch noch auf einen anderen Geschmack. Den versuchen wir bei einer kleinen Mittagspause am Krafla Viti, durch entsprechende Köstlichkeiten, wieder in die richtige Geschmacksrichtung zu trimmen.










Weiter Richtung Norden wird bis 2018 ein neues Kraftwerksfeld erschlossen und es wird (leider) kräftig gebaut. Aber zum Glück ist noch ein alter, staubiger Track erhalten geblieben und so kommen wir dann doch noch per Staubwolke nach Húsavík. Am Abend gönnen wir uns leckeren Fisch in einem Hafenrestaurant und fallen müde in den Schlafsack.


















Tag 16 - 03.08.2015

Heute ist Feiertag auf Island: Tag der Geschäftsleute. Der wird kräftig genutzt und die Läden haben zu.

Um 12:30 legen wir zur 3 stündigen Walbeobachtungstour ab. Wir müssen alle in hochseetüchtige Overalls klettern und das ist gut so.










Wir bekommen drei unterschiedliche Walarten (Schweinswal, Zwergwal und Buckelwal) zu sehen, die sich hier in der Bucht die Bäuche vollmachen, bevor sie in den Süden ziehen. Ein interessantes Gespräch ergibt sich mit der Französin, die an Board durch die Tour moderiert. Aufgrund der hochgradigen Vergiftung der Wale mit Quecksilber, PCB sowie DDE ist es schwangeren Frauen auf den Färöer Inseln untersagt, Walfleisch zu essen. Das dort auch Wale abgeschlachtet werden, ist noch ein ganz anderes Thema.

Ein paar aus unserem Kreis bekommt die Seereise gar nicht und deren Gesichtsfarbe ist einem fröhlichen weiß gewichen. Andere sind genau in ihrem Element.

Nach der Rückkehr geht es auf ganz ruhigem Untergrund bis nach Ásbyrgi und auf dem dortigen Campingplatz stehen wir direkt vor dem Felsen der hufeisenförmige Schlucht.




Die Nacht soll frisch werden und morgen geht es endlich zur Askja. Die Wettervorhersage ist nicht so dolle aber wir lassen uns nicht abschrecken.

Tag 17 - 04.08.2015

Heute ist zur Abwechslung mal wieder frühes Aufstehen, denn wir wollen ja ordentlich etwas erleben. Es geht zu dem größten Wasserfall in Europa: dem Dettifoss. Die ehemalige kleine und beschauliche Straße von Norden kommend ist auf den ersten Kilometern einem Neubau von Schnellstraße gewichen. Auf den sich anschließenden Kilometern sind bereits die Bäume niedergemacht und es werden wohl weitere Schnellstraßenkilometer folgen. Tourismus vor Natur? Das ist nicht das, was ich von Island erwarte.

Der Dettifoss ist von Süden ebenfalls schon per Schnellstraße erreichbar und so treffen wir auf PKWs und Busse und Touristen, die sich nicht benehmen können. An dieser Stelle der Hinweis an den älteren Herrn in der roten Jacke: Mann pinkelt im Stehen nicht ins Waschbecken!

Der Dettifoss liegt im Regen und Sturm und die Windrichtung ertränkt so manchen Annäherungsversuch. Das Rauschen ist gigantisch und Unmengen an grauer Wassermasse stürzen in die Tiefe.

Es geht weiter Richtung Ringstraße und nach wenigen Kilometern biegen wir auf die Zufahrt zur Askja ab. Ein Warnhinweis auf überflutete Gebiete lässt uns innehalten. Sollen wir den Weg trotzdem wagen? Ich befrage den Beifahrer von einen entgegenkommenden Leihwagen und bin erschrocken. Er hat zwei Leute mit ab Board, die ihren Leihwagen in den Fluten versenkt haben. Das Rettungsteam sei schon unterwegs.




Genau! Nun haben wir eine Mission und fahren los. Es dauert auch gar nicht so lange bis wir die Gefahrenquelle erreicht haben. Ein Suzuki Vitara steht bis zur Unterkante Scheiben im Wasser. Die braune Brüche schwappt um ihn herum. Wie konnte das nur passieren? Ganz einfach: der Vitara ist komplett neben der Spur gefahren und dabei abgesoffen. Die eigentliche Fahrspur hat einen absolut festen Untergrund und die Pfütze ist nicht einmal tief. Damit ist unsere Mission beendet und wir fahren weiter.







Als wir die Dreki Hütte erreichen, stoßen wir auf die Land Rover Experience Tour-Fahrzeuge. Bei den Rangern erkundigen wir uns nach der aktuellen Lage und beschließen, den neuen Holuhraun Lavafeldern einen Besuch abzustatten.



Es geht ein paar Kilometer südlich. Zwei erschlossene Rundwege existieren, welche ca. 12 km auseinander liegen. Entlang der Markierungen laufen wir über die erkaltete Lava. Diese ist noch sehr brüchig und messerscharf. An manchen Rißstellen tritt sogar noch warmer Dampf aus.









Der Knaller ist allerdings der dampfende Fluss, der aus dem Lavafeld fließt. Die vorhandene Energie im Lavafeld erwärmt das Wasser auf Badewannentemperatur und ein Österreicher geht mit seiner kleinen Tochter baden.







Die Nacht bei der Dreki Hütte ist Rau aber herzlich. Es regnet leicht und wir wärmen uns am offenen Lagerfeuer, nachdem wir noch mal leckereres Essen zubereitet haben. Es gibt auch eine Auswahl an Geburtstagskuchen für Martina, die auch sehr lecker schmecken. Alle verschwinden zeitig in den Schlafsäcken.







Tag 18 - 05.08.2015

Abschied aus dem Hochland. In östlicher Richtung verlassen wir das Hochland. Es regnet den ganzen Tag; die Elfen weinen zum Anschied.







Erst auf dem Campingplatz im Norden von Egilsstaðir lichten sich die Wolken wieder und wir bereiten uns und unsere Fahrzeuge auf die morgige Abfahrt vor. Ein paar Tourteilnehmer nutzen diesen noch jungen Tag zum Einkaufen.



Martin sieht den Defender des Australier's vorbeifahren, allerdings huckepack auf einem Pritschen-LKW. Mal sehen, ob wir mit ihm auf der Fähre sprechen können oder ob der Landy in eine Werkstatt geschleppt wird.

Tag 19 - 06.08.2015

Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Packen und ohne Frühstück geht es zur Fähre. Nun stehen wir hinter dem Check-in in Reihe 6 und gerade läuft die Fähre ein. Nun ist es nur noch eine Frage vom Minuten, bis wir Island verlassen.





Tag 20 - 07.08.2015 (auf See)

Wie üblich, lungern wir den lieben langen Tag auf Deck 8 oder in den Kabinen rum. Es werden die Ereignisse der letzten beiden Wochen aufgeschrieben, die Landkarten mit der gefahrenen Route aktualisiert oder wir genießen einfach nur die Sonne.

Ein mitreisender Shanty-Chor sitzt direkt neben uns und da bei uns das Liedwerk auch ohne Textheft sicher sitzt, singen wir lauthals mit. Tolle Stimmung. Nach deren Gesangspause fordern wir allerdings Lied 14 ein und wieder singen alle mit.

Den schönen Sonnenuntergang genießen alle.



Tag 21 - 08.08.2015 

Um 12:30 Uhr legen wir pünktlich in Hirtshals an und es heißt Abschied nehmen. Ein jeder tritt seine Heimreise an. Für uns sind es noch einmal knapp 1.000 km und kurz vor Mitternacht sind wir zu Hause.




Danke an den Organisator (Kati und Martin von weiterweg,de) und alle Mitreisenden für ISLAND OFFROAD 2015 (in alphabetischer Reihenfolge):

Team "Bochum": Simone, Sven
Team "Bonn": Guido, Mücke
Team "Bremen": Finn, Helmut, Luc, Martina,
Team "Esslingen": Julia, Michael
Team "Frankfurt": Bernd, Jonas, Julian
Team "Köln": Elfi, Werner
Team "Mülheim": Achim, Effi, Martin
Team "Sauerland": Dietmar, Sigrid

Eurer Team "Neuss": Bernd, Noëlle

Und vielleicht heißt es ja bald mal wieder: "Guten Tag meine Damen & Herren, liebe Kinder! Herzlich Willkommen auf dem heutigen Flug von LR166 durch Island."

Kommentare:

  1. Hört sich nach einem perfekten Start der Tour an! Freu mich schon auf die Pics :-)

    Alles Gute und noch viel Spaß!!

    AntwortenLöschen
  2. Schöne Fotos und ein interessanter, kurzweiliger Bericht.

    AntwortenLöschen